Der Einfluss der Medici auf das Florenz der Renaissance

Die Familie Medici benutzte Kunst und Architektur, um sich als bedeutendste Dynastie in Florenz zu etablieren.

Der Einfluss der Medici auf das Florenz der Renaissance

Die Medici waren eine der bedeutendsten Dynastien der italienischen Renaissance und der frühen Neuzeit. Die Familie erlangte in Florenz bereits im 13. Jahrhundert dank ihrer Erfolge als Bankiers und Händler eine gewisse politische und wirtschaftliche Bedeutung. Cosimo de Medici (1389-1464) war der Architekt der Erweiterung der Macht der Familie und begründete effektiv die tatsächliche Herrschaft der Medici über Florenz. Diese Vorherrschaft entfachte die Besorgnis anderer wichtiger florentinischer Familien, die im Jahr 1433 Cosimo und einige Familienmitglieder nach Venedig verbannten. Aber die Verbindungen der Medici mit dem dort herrschenden Dogen erhöhten tatsächlich die Macht ihrer Dynastie und die Familie kehrte im folgenden Jahr triumphierend nach Florenz zurück.

Bei ihrem umfangreichen Mäzenatentum waren die Medici Gönner und Nutzer zugleich: Zum einen förderten sie Künstler, die sich dem Wiederaufleben der klassischen Ideale verschrieben hatten und eine neue Ästhetik propagierten, zum anderen konnten sie durch die Kunst ihre eigenen politischen und gesellschaftlichen Ansprüche zum Ausdruck bringen.

Fra Angelico, Altarbild für San Marco, 1438-1443
Fra Angelico, Altarbild für San Marco, 1438-1443

Wenige Jahre nachdem die Medici nach Florenz zurückgekehrt waren, wurde das Altarbild für San Marco fertiggestellt, das den früheren Glanz und die religiösen Werte der Auftraggeber zum Ausdruck bringen sollte. Im Fluchtpunkt des Gemäldes thront die Mutter Gottes, flankiert von Engeln, mit dem Christusknaben. Vor ihnen knien die Schutzpatrone Cosimo de'Medicis. Das Kloster San Marco, für dessen Altar das Gemälde angefertigt worden war, wurde vom Dominikanerorden geleitet, der sich auf die Bildung und die Verbesserung der Gesellschaft konzentrierte.

Das Kloster San Marco in Florenz
Das Kloster San Marco in Florenz

Cosimo de'Medici bemühte sich als wichtigster Patron des in Florenz nun omnipräsenten Dominikanerordens, mit diesem auf gutem Fuß zu stehen und durch künstlerische Beiträge sich innerhalb der Kirche als auch politisch zu etablieren. Das Hinzufügen der Schutzheiligen der Familie vermittelte die Frömmigkeit der Familie Medici und legitimiert ihre Macht gleichermaßen als von Gottes Gnade gegeben. Darüberhinaus ist das Altarbild von Fra Angelico ein großartiges Beispiel für ein Altarbild der Frührenaissance, mit seiner großzügigen Verwendung von Gold, satten Farben und Details einer herrlichen Szene.

Der Palazzo Medici in Florenz
Der Palazzo Medici in Florenz

1446 wurde unter Cosimo mit dem Bau des Palazzo Medici begonnen, der die Wiederbelebung strenger antiker Bauideale widerspiegelte und damit die Autorität der Medici in Florenz unterstrich. Als Architekt wurde Michelozzo verpflichtet, der einen bürgerlichen Palast bauen sollte. Das Endprodukt erscheint als Synthese aus neuem und altem Stil, unter Verwendung unterschiedlich behauener Steine. Der Palast war die architektonische Verbindung aus Tradition und Progressivität.

Der Innenhof des Palazzo Medici
Der Innenhof des Palazzo Medici

Der Innenhof wurde im klassischen Stil mit Säulenarkaden, antiken Skulpturen und Reliefs gestaltet. Diese Renaissance der klassischen Form sollte die Medicis mit einer Zeit antiker Macht und einer blühenden künstlerischen Ära verbinden.

Donatello, David, 1430-40
Donatello, David, 1430-40

Eine der ersten Skulpturen der Renaissance, die nach den Idealen der Antike geformt wurde, war David von Donatello. Auftraggeber war Cosimos Sohn Piero de'Medici, dem der biblische Held und König als Zeugnis für die Zukunft der Macht und der Kontrolle dienen sollte. Bei der völligen Nacktheit des David bediente sich Donatello am Vorbild des klassisch-antiken Ideals - nur um dann trotzig von dem dabei angestrebten perfekten menschlichen Körper abzuweichen, wodurch ein jugendliches, humanistisches Bild entstand. Von hoher Symbolkraft war auch die Tatsache, dass die Medici eine David-Statue vom selben Bildhauer in ihrem Haus aufstellten, der bereits einen David für das Rathaus von Florenz geschaffen hatte.

Sandro Botticelli, La Primavera, 1478-83
Sandro Botticelli, La Primavera, 1478-83

La Primavera ("Der Frühling") ist eine Auftragsarbeit aus dem späten 15. Jahrhundert, die Elemente der klassischen Mythologie mit den gesellschaftliches Idealen einer ehrbaren Frau und mit dem Fortbestand von Florenz' verbindet. Das Gemälde von Sandro Botticelli zeigt Venus inmitten einer naturalistischen Landschaft, umgeben von weiteren mythologischen Figuren wie Merkur, die Horen, Amor, Flora, Chloris und Zephyrus, die Fruchtbarkeit und das Patriarchat repräsentieren. Die Zeit, in der das Gemälde in Auftrag gegeben worden war, war relativ friedlich in Florenz, weshalb man sich beim Betrachten der sorglosen Szene die Blüte des humanistischen Denkens in Erinnerung rufen kann.

Die Medici-Dynastie starb im 18. Jahrhundert aus - die letzte Tochter vererbte die über die Jahrunderte gesammelten und in Auftrag gegebenen Kunstschätze der Stadt Florenz, wo sie auch heute noch vom blühenden Mäzenatentum der einstigen Herrscher erzählen.

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