Nach dem Ersten Weltkrieg kaufte der in Nürnberg und München ausgebildete Maler Karl Hauptmann eine Hütte auf der Grafenmatt im Südschwarzwald, die in den folgenden Jahrzehnten bis zu seinem Tod im Jahr 1947 zum Mittelpunkt seines Lebens und Schaffens wurde. Vom „Molerhüsli“ aus unternahm er, mit Staffelei und Pinseln beladen, Ausflüge in die Umgebung, wo es ihm vor allem die Bauernhäuser angetan hatten – vor allem im Winter. Diese idyllischen Gemälde sind Hauptmanns bekanntesten Werke, die nicht nur ihn bereits zu Lebzeiten bekannt machten, sondern auch eine Art Werbung für den Schwarzwald als Urlaubsgebiet waren.

Eines dieser Wintergemälde, Schwarzwälder Bauerngehöft in verschneiter Schwarzwaldlandschaft in der Abendsonne, das die Signatur Hauptmanns trägt, kommt am 11. Dezember in der Weihnachtsauktion des Münchener Auktionshauses Rütten zum Aufruf.

Ein weiteres winterliches Motiv der Gemäldeofferte entführt uns ins verschneite Polen. Statt den idyllischen Blick auf einen Bauernhof zu genießen, unternehmen wir hier eine fröhliche Fahrt mit einem Pferdeschlitten. Das Gemälde trägt die Signatur „J. Konarski“, was vermutlich ein Pseudonym des polnischen Malers Franciszek Bujakiewicz (1856 - 1918) ist.

Auch in der Skulpturenofferte begegnet uns ein stolzer Unpaarhufer: Die Bronzearbeit Großes Trojanisches Pferd des 2019 verstorbenen Bildhauers Stefan Freiherr von Reiswitz geht auf die frühesten Einflüsse im Leben des Künstlers zurück, dessen Vater sich sehr für vergangene Zivilisationen und die Archäologie interessierte.
Noch mehr Edles aus Metall gibt selbstverständlich unter dem Schmuck-Losen der Auktion zu entdecken. Hier darf man sich auf Colliers, Broschen und Anhänger genau so freuen, wie auf Ohrringe, Fingerringe und Manschettenknöpfe.

Mit seiner schlichten Eleganz besticht hier dieses klassische Garibaldiarmband, das nach dem italienischen Freiheitskämpfer Giuseppe Garibaldi benannt wurde. Der Clou ist in diesem Fall die zweifarbige Gestaltung in Weiß- und Gelbgold der aus mehreren Ringen bestehenden Kettenglieder.

Auch dieser Solitärring mit einem Brillant von ca. 1,32 ct setzt auf die Kombination aus Weiß- und Gelbgold. Letzteres ist jedoch nur durch einen feinen Draht vertreten, der auf die dreieckige Ringschiene aufgesetzt wurde.

Ebenfalls hervorzuheben ist dieses Collier aus 585er Gelbgold, das dezent mit weißen Akoya-Perlen verziert ist.

Kaum weniger schmückend als eine funkelnde Pretiosen ist ein schickes Accessoire. Diese sportlich-elegante Tasche der italienischen Luxusmarke Fendi ist zudem ein äußerst praktischer Begleiter: Ihr unterer Teil beherbergt nämlich ein aufklappbares Kosmetikfach, das mit zwei Zahlenschlössern verriegelt werden kann.
Fast ein Drittel des 266 Lose starken Katalogs nimmt die Porzellanofferte ein. Neben zahlreichen Figuren und Vasen von begehrten Marken wie Meissen, Rosenthal und Nymphenburg, kommen auch Tafelgeschirr zum Aufruf.

Mit dem höchsten Schätzpreis kommt hier das 37-teilige Teilservice „Moderne Margeritenblüten in gelb“ zum Aufruf, das Max Rossbach (1871-1948) für die Manufaktur Nymphenburg entworfen hat. Rossbach war eigentlich Maler, der 1899/1900 jedoch eine Ausnahme machte und ein Speiseservice für Nymphenburg entwarf, das dem damaligen Jugendstil entsprach und heute ein Klassiker der Manufaktur ist.

Ebenfalls in der Epoche des Jugendstils entstand dieses Figur der Jagdgöttin Diana, die Paul Scheurich 1920 für die Manufaktur Meissen entwarf. Die 31 cm Figur, zeigt die nackte Göttin, die soeben ihren Köcher mit Pfeilen ablegt. Die vorliegende Ausführung der Figur stammt aus dem Jahr 1986.

In der Möbelofferte wenden wir uns nun dem Klassizismus zu. Diese Kommode von ca. 1780 stammt aus der frühen Phase dieser Stilepoche und wurde aus Palisander- und Pflaumenholz gefertigt. Typisch für den Klassizismus sind die geometrischen Motive der Intarsien, die an antike Dekore erinnern.

Dem Klassizismus ging das verspielte Rokoko voraus, das jedoch in späteren Epochen immer wieder aufgegriffen wurde. So auch im 20. Jahrhundert, wo in Frankreich dieses „Bureau plat“ aus verschiedenen Holzarten geschaffen wurde. Neben seinen geschwungenen Formen sind es auch die vergoldeten Bronzeapplikationen und der schwarze Lack, die an das Rokoko erinnern.

Doch auch Freunde modernen Designs werden in der Auktion fündig. In zwei Losen werden Lounge Chairs des italienischen Designers Piero Lissoni (*1956) angeboten. Die Sessel mit Aluminiumgestell und Kunststoffsitzflächen in "Highgloss white“ wurden 2006 vom dänischen Möbelhersteller Fritz Hansen ausgeführt.
Die Auktion findet am 11. Dezember um 13 Uhr im Auktionshaus Rütten, Nymphenburger Straße 133, in München statt. Ein Besuch der Ausstellung ist dort vom 6.-9. Dezember möglich.



