Präkolumbische Kunst umfasst alle visuellen Kunstwerke der indigenen Völker Nord-, Mittel- und Südamerikas sowie der Karibischen Inseln. Der Zeitraum überspannt tausende Jahre (von 13.000 v. Chr. bis 1500 n. Chr.) und brachte folgende 12 Hauptzivilisationen hervor: Olmeken, Maya, Tolteken, Mixteken, Azteken, Chavín, Nazca, Moche, Wari, Tiwakanu, Chimu und schließlich die Inka, die letzte Zivilisation, die von der spanischen Kolonisten erobert und zerstört wurde.
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Welche Art von Kunst wurde von den präkolumbischen Gemeinschaften geschaffen?
Die präkolumbischen Zivilisationen stellten verschiedenste Kunstwerke her, von gewebten Stoffen bis hin zu monumentalen Skulpturen und Architekturen, Figuren aus Gold und Jade, Töpferwaren und noch vieles mehr. Da viele präkolumbische Kulturen kein Schriftsystem besaßen, wurden Kosmologie, Mythen, Religion, Rituale und philosophische Ansichten durch visuelle Kunstwerke zum Ausdruck gebracht, was diesen Kreationen ein Höchstmaß an Symbol- und Ausdruckskraft verlieh.
Es gibt viele Beispiele der präkolumbischen Kunst und alle Kulturen besaßen ihre eigenen Eigenheiten. Zu den bekanntesten Werken zählen jedoch die Keramik der Maya, die Jadearbeiten der Olmeken, die Mosaiken der Azteken, der Federkopfschmuck der Chimu, die Stoffe und Muster der Inka sowie die Gold- und Silberobjekte aus sämtlichen Regionen. Präkolumbische Kunst wird seit dem 19. Jahrhundert gesammelt und der Markt dafür ist im Laufe der Zeit kontinuierlich gewachsen, auch wenn einige Artefakte zu Diskussionen über Fälschungen und Diebstahl geführt haben. Die Überprüfung der Provenienz und der Verkaufsbedingungen sind hier essenziell.
Was stellten die präkolumbischen Künstler dar?
Die präkolumbischen Kulturen haben einige der schönsten Beispiele antiker Handwerkskunst hervorgebracht. Es gibt keine einzelne Ideologie, anhand der sich die mittelamerikanische Kunst entschlüsseln ließe, doch existieren viele Beispiele visueller Kunstwerke, durch die wir einen Einblick in eine verlorene Welt erhalten, die uns aufgrund des Mangels an Literatur für immer verborgen geblieben wäre.

Präkolumbische Kunst ist unglaublich vielseitig und bringt die große Bandbreite der Anliegen antiker Gemeinschaften zum Ausdruck: Tod und Zerstörung, Geburt und Regeneration, Angst vor der Natur und Angst vor den Göttern, aber auch Familienbande und erotische Verbindungen – um nur einige zu nennen. Eine Zeitlang glaubte man, die Kunst der Maya stelle den Höhepunkt der Zivilisationen dar. Doch haben neuere Forschungen ergeben, dass die Vorgänger und Nachfolger der Maya ihre eigenen visuellen Kulturen besaßen. Entdecken Sie nun die 5 berühmtesten präkolumbischen Zivilisationen und deren Kunst!
Die Olmeken: Pioniere der Jade
Die Olmeken sind die früheste bekannte Zivilisation Mittelamerikas, die von 1200 bis 400 v. Chr. entlang der südlichen Küste des Golfs von Mexiko siedelte. Die olmekische Kunst gilt als die Wiege der präkolumbischen Kunst, da viele ihrer Symbole und Institutionen spätere Zivilisationen beeinflusst haben. Besonders berühmt ist die olmekische Kunst für ihre kolossalen Herrscherköpfe, die, aus Basalt geschaffen, bis zu 40 Tonnen wiegen und eine Höhe von knapp zwei Metern erreichen können.
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Ebenfalls berühmt sind die Olmeken für ihr enormes handwerkliches Geschick bei der kunstvollen Verarbeitung von Jade, die damals wertvoller war als Gold. Ihre an Schmuck erinnernden Skulpturen reichen von Werkzeugen über Tierfiguren bis hin zu gravierten Masken, die von Generation zu Generation weitergegeben wurden. Berühmte Symbole der olmekischen Kunst sind Vögel, Jaguare und Schlangen, die für die dreifache Sicht der Olmeken auf die Natur stehen, die in Himmel, Erde und Wasser eingeteilt war.
Die Maya: Meister der Wandmalerei
Die Maya-Kultur entwickelte sich im heutigen Südosten Mexikos, Guatemala und Belize. Die ersten Städte stammen aus der Zeit um 750 v. Chr., die letzte Stadt fiel 1697 an Spanien. Die berühmteste Maya-Kunst reicht von der Frühklassik bis zur Spätklassik (250-950). Sie konzentrierte sich hauptsächlich auf die Natur und Fruchtbarkeit (insbesondere Regen und Landwirtschaft). Als Zivilisation leisteten die Maya Pionierarbeit in Mathematik, Astrologie, Kalendern, Hieroglyphenschrift und Architektur. Die Kunst stand in enger Verbindung zu Religion, Ritualen und Opferungen. Besonders bekannt sind die teilweise bemalte Wandkunst der Maya, die kosmische Ereignisse und antike Mythologie zum Thema hat. Stein- und Holzschnitzereien, Stelen sowie Stein-, Keramik- und Jadefiguren sind ebenfalls bekannte antike Maya-Artefakte.
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Schlangen kommen häufig in der Maya-Ikonographie vor, da ihre Häutung mit dem Kreislauf von Schöpfung und Zerstörung in Verbindung gebracht wurde. Jaguare waren ein Symbol für Stärke und Mut und der Adler galt als göttliches, mit dem Sonnengott verbundenes tier, das in den Himmel fliegen kann.
Die Mezcala: Abstrakte Architekten
Die Mezcala-Kultur entstand im heutigen Bundesstaat Guerrero im Südwesten Mexikos und überschnitt sich von 700 bis 200 v. Chr. mit der Maya-Kultur. Die Mezcala sind bekannt für ihre Bildhauerei, die sich durch abstrakte Linien auszeichnet, die möglicherweise von den Olmeken beeinflusst waren. Über die Bräuche dieser Zivilisation ist wenig bekannt, außer der Tatsache, dass sie der Architektur große Bedeutung beimaß.
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Besonders begehrt sind die Tempelmodelle und abstrakten Steinmetzarbeiten der Mezcala, die vermutlich ohne Metallwerkzeuge, sondern mit Hilfe anderer Steine entstanden. Der skulpturale Stil der Mezcala ist bemerkenswert modern und wird von Sammlern mit Skulpturen von Picasso und Brâncuși verglichen.
Die Azteken: Sensationelle Skulpturen
Die aztekische Kultur existierte von ca. 1200 bis 1541 mit der Hauptstadt Tenochtitlan als Zentrum. In ihrer Kunst gibt es erkennbare Einflüsse der Olmeken, Maya, Tolteken und Zapoteken. Ihre beispiellosen Eroberungen und ihre Expansion führte zu einer Etablierung einer politischen und kulturellen Hegemonie, die es sonst nirgendwo im alten Mittelamerika gab.
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Die Azteken waren hochqualifiziert in monumentaler Bildhauerei, Architektur, verzierter Keramik und Textilien sowie Metallarbeiten mit einer Vielzahl an Themen, die sich insbesondere der Landwirtschaft und Fruchtbarkeit widmeten. Aztekische Künstler schufen ausdrucksstarke und dramatische Kunstwerke, wie jenen den Göttern oder den Schädeln von Kriegsgefangenen gewidmeten Steinskulpturen. Ein roter Faden in der aztekischen Kunst ist das Konzept des Naturalismus: Keramiken sind oft lebensgroß und der Wahl der Farben wurde große Bedeutung beigemessen, um das Motiv so genau wie möglich darzustellen.
Die Inka: Grandiose Goldschmiede
Das Inka-Reich entwickelte sich im frühen 13. Jahrhundert in den peruanischen Bergen und existierte bis 1572, als der letzte Inka-Staat von den Spaniern erobert wurde. Die Inka-Kunst gehört zu den schönsten, die jemals im präkolumbischen Mittelamerika geschaffen wurde, und ist am bekanntesten für hochglanzpolierte Metallarbeiten, Keramiken und Textilien, wobei letztere von den Inka als eine der herausragendsten Kunstformen angesehen wurde.
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Inka-Muster waren oft geometrisch, und es wird angenommen, dass Textilien und Keramik im Auftrag des Staates als Steuer hergestellt wurden, und bestimmte Designs somit bestimmte Gemeinschaften repräsentierten. Im Gegensatz zu anderen präkolumbischen Zivilisationen waren die Textilien und Töpferwaren der Inka nicht figurativ und es mangelte ihnen an visuellen Allegorien. Man bevorzugte farbenfrohe geometrische Muster. Dien wertvollste Materialien für die Inka waren Gold, das für den Schweiß der Sonne gehalten wurde, und Silber, das sie als Tränen des Mondes bezeichneten. Masken für Inti, den Gott der Sonne, und Mama Kilya, die Göttin des Mondes, wurden von Metallarbeitern als besondere Opfergaben hergestellt. Aus den beiden Edelmetallen wurden auch Juwelen, Becher, religiöse Stücke sowie Figuren von Menschen und Lamas angefertigt. Leider wurden die meisten Kunstwerke durch die spanischen Konquistadoren zerstört, die sie einschmolzen, im ihren Hunger nach Gold zu stillen.
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Viele weitere Kulturen trugen zur mittelamerikanischen Kunst bei und es kann nicht unterschätzt werden, wie sehr sich diese Zivilisationen voneinander unterschieden. Artefakte aus Südostmexiko können sich massiv von denen aus Westmexiko unterscheiden. Sogar in derselben Region war die zoomorphe feine Keramik der Chavín anders als die Gebrauchsgefäße der Inka. Wie bei allen antiken Kunstwerken erforschten diese Kulturen Themen, die für die Menschheit universell sind, taten dies jedoch in ihrem eigenen einzigartigen Stil.




