Wenn Max Ernst (1891-1976) Entspannung von der Malerei brauchte, wandte er sich der Bildhauerei zu, die ihm einst von Alberto Giacometti näher gebracht worden war. In seiner Top 5 der teuersten Auktionsverkäufe sind beide Gattungen vertreten.
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5. The Phases of the Night

The Phases of the Night aus dem Jahr 1946 ist eine vielschichtige Komposition, in der Max Ernst persönliche Erfahrungen, Naturerlebnisse und seine surrealistische Fantasie mit mathematischer Symbolik kombinierte. Vor allem ist es eine poetische Liebeserklärung an die Künstlerin Dorothea Tanning, seine vierte Ehefrau, die er drei Jahre zuvor in New York kennengelernt hatte und die er im Entstehungsjahr des Gemäldes heiratete. Das Paar lebte zeitweise in Sedona, Arizona, wo auch das vorliegende Werk entstand. Die dortige Landschaft ist in dem Gemälde wiederzufinden. The Phases of the Night kam im Mai 2017 im Zuge von Christie’s „Impressionist and Modern Art Evening Sale“ in New York zum Aufruf und erzielte 6.407.500 US-Dollar.
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4. Leonora In The Morning Light

Als Max Ernst 1937 einige seiner surrealistischen Werke in London ausstellte, begegnete er dort der jungen Künstlerin Leonora Carrington, was zu einer intensiven Partnerschaft führte, die sich auch auf das künstlerische Schaffen der beiden auswirkte. Und vielleicht wären sie für immer zusammengeblieben, hätte das Schicksal es besser mit ihnen gemeint. Ernst, der sich von seiner zweiten Ehefrau trennte, und Carrington lebten gemeinsam in Südfrankreich. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurde Max Ernst wiederholt interniert, was ihn dazu veranlasste, 1941 in die USA auszuwandern, wodurch die Beziehung endete. Leonora Carrington geriet in eine psychische Krise und emigrierte nach einem Aufenthalt in New York, wo sie und Max Ernst nochmals aufeinandertrafen, schließlich nach Mexiko. Das 1940 entstandene Gemälde Leonora In The Morning Light verblieb zunächst bei Carrington und ging im Erbgang an jene Besitzer, die es im Mai 2012 bei Sotheby’s New York versteigern ließen. Erzielt wurden 7.922.500 US-Dollar.
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3. Le Couple (L’Accolade)

Le Couple (L’Accolade) von 1924 stammt aus demselben Jahr, in dem André Breton sein Surrealistisches Manifest veröffentlichte und weist Max Ernst als bedeutenden Pionier dieser vom Unterbewusstsein angetriebenen neuen Bewegung aus. Das dargestellte Paar erscheint vereint und doch getrennt, was Max Ernsts ambivalentes Liebesleben widerspiegelt. Er lebte damals seit zwei Jahren in einer Ménage à trois mit dem surrealistischen Lyriker Paul Éluard und dessen Ehefrau Gala in der Nähe von Paris. Die Dreiecksbeziehung endete jedoch 1924, als Gala Paul Éluard verließ (später heiratete sie Salvador Dalí). Le Couple (L’Accolade) befand sich zunächst im Besitz von Éluard, der sich jedoch 1938 davon trennte. Im Mai 2025 wurde es bei Christie’s New York aus einer europäischen Privatsammlung angeboten und für 9.125.000 US-Dollar verkauft.
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2. The Stolen Mirror

The Stolen Mirror von 1941 belegt den zweiten Platz dieser Liste – und das gleich zweimal: Im Februar 2016 wurde es im Zuge von Christie’s „The Art of the Surreal“-Auktion in London für 7.642.500 GBP (10.882.920 US-Dollar) versteigert. Fünf Jahre zuvor, im November 2011, war es bei Christie’s in New York unter den Hammer gekommen und hatte mit den erzielten 16.322.500 US-Dollar einen neuen Auktionsrekord für Max Ernst aufgestellt. Das Meisterwerk The Stolen Mirror, in dem Ernst mithilfe der Décalcomanie-Technik sowie persönlicher Eindrücke und Erlebnisse eine Fantasielandschaft schuf, die Vergangenheit und Gegenwart vereint, war spätestens 1951 Teil der Sammlung von Edward James, einem britischen Anhänger des Surrealismus, der damals in New York wohnte. Später kam es in den Besitz von Max Ernsts Sohn Jimmy Ernst und dessen Ehefrau Edith Dallas Ernst.
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1. Le roi jouant avec la reine

Auch der erste Platz dieser Liste ist zweigeteilt, auch wenn es sich in diesem Fall nicht um exakt dasselbe Kunstwerk handelt, sondern um zwei Versionen desselben Entwurfs. Ja, wir haben es mit einer Skulptur zu tun, deren ursprüngliches Gipsmodell 1944 von Max Ernst geschaffen wurde. Auf den ersten Blick widerspiegelt Le roi jouant avec la reine Max Ernsts Liebe zum Schachspiel. Die darüberhinaus gehende Bedeutung ist hingegen unklar. Geht es um Macht und Beziehungen? Träume und das Unterbewusstsein? Spiel und Ernst? Oder ist es doch eine Metapher auf den noch immer andauernden Zweiten Weltkrieg? Insgesamt wurden 14 autorisierte Abgüsse des Gipsmodells geschaffen, von denen sich viele in bedeutenden Museen befinden. Seit 1992 Teil der Paul G. Allen Collection war jener Bronzeabguss, der im November 2022 bei Christie’s in New York unter den Hammer kam und mit den erzielten 24.435.000 US-Dollar einen neuen Rekord für Max Ernst aufstellte. Drei Jahre später kam ebenfalls bei Christie’s eine weitere Version aus der Sammlung von Robert F. und Patricia G. Ross Weis unter den Hammer und erzielte 20.185.000 US-Dollar. Bereits 2017 war der erste Abguss von Le roi jouant avec la reine bei Sotheby's für 15.987.500 US-Dollar versteigert worden.







