Dem Genie des 1976 verstorbenen finnischen Designers Alvar Aalto haben wir so außergewöhnliche architektonische Werke wie die Finlandia-Halle in Helsinki, das Sanatorium Paimio bei Turku oder das Louis Carré-Haus im französischen Département Yvelines.
Als Vertreter funktionalistischer und organischer Architektur schuf Aalto auch Möbel, Stoffe und Glaswaren sowie Skulpturen und Gemälde. Sich selbst bezeichnete Aalto jedoch niemals als Künstler und betrachtete seine Gemälde und Skulpturen als "die Zweige eines Baumes, dessen Stamm die Architektur ist".
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Mit seinen warmen und fließenden Formen, die sowohl funktional als auch attraktiv sind, gab Aaltos Design der internationalen Avantgarde eine neue Richtung vor. Und das betraf auch seine Kreationen aus Glas, deren organische Formen zu seinem Markenzeichen wurden. Seine ikonischste Glasarbeit, die Savoy-Vase, auch bekannt als Aalto-Vase, wurde zu einem klassischen Must-have.
Mit ihren sich schlängelnden organischen Formen, die die Quintessenz der Natur ausdrücken, umfasst diese Vase alles das das finnische Nachkriegsdesign charakterisiert.

Ursprünglich entworfen, um damit 1936 an einer Aufnahmeprüfung für das Glaswarenunternehmen Karhula-Iittala teilzunehmen, war die Savoy-Vase und den Formen der Kleidung der Samen-Frauen in Lappland inspiriert.
Die Skizzen, die Aalto dafür anfertigte, bestehen aus einer Reihe von Zeichnungen auf Papier und Pappe. Die ersten Prototypen schuf der Designer, indem er Glas durch eine Konstruktion aus Holzstäben im Boden blies. Die Glaspaste, die dabei nur an einigen Stellen anschwoll, gab den Anstoß für gewellte Formen. Einige meinen das die geschwungene Silhouette der Vase eine Referenz des Designers an seinen eigenen Nachnamen sei, denn aalto bedeutet auf Finnisch "Welle".
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Erstmals öffentlich vorgestellt wurde die Vase 1937 auf der Exposition Internationale des Arts et Techniques dans la Vie Moderne in Paris, für die Aalto den finnischen Pavillon entwarf. Den Namen Savoy erhielt die Vase jedoch erst später in jenem Jahr, als das Restaurant Savoy in Helsinki, dessen Interieur von Alvar Aalto und seiner Frau Aino gestaltet worden war, die Rechte daran erwarb. Die kleine Glasarbeit wurde zu einem Synonym und zentralen Element der Dekoration des Lokals.

Die Vase wurde in den unterschiedlichsten Farben hergestellt und passt auch im 21. Jahrhundert perfekt in eine zeitgenössische Raumausstattung. Kleinere Versionen werden noch immer vom finnischen Glashersteller Iittala produziert. Und noch immer werden sieben fähige Kunsthandwerker benötigt, um diese Vase herzustellen.
Ihre charakteristischen Formen sind von entscheidender Bedeutung in Aaltos Werk. So kann man sie u. a. auch bei dem hölzernen Paravent, den er 1936 für Artek entwarf, sowie in seinen architektonischen Designs entdecken, wie beispielsweise der Rezeption des zwischen 1929 und 1933 erbauten Sanatoriums in Paimio. Die glänzende Fassade der kleinen Empfangseinheit geht eindeutig mit der geschwungenen Silhouette der Vase einher.

Geliebt für ihre Schlichtheit und ihren historischen Einfluss auf die Designwelt, ist es jedes Mal ein Highlight, wenn eine Savoy-Vase in einer Auktion zum Aufruf kommt. Geschaffen nach Aaltos globalen und humanistischen Ansprüchen, ist die Vase eines jener klassischen Objekte, durch die sich das finnische Design weiterentwickelte und aufblühte. Geld hat Alvar Aalto mit seinem einflussreichen Entwurf jedoch nie verdient, da die Rechte daran der Firma gehörten, die 1936 den Wettbewerb ausgeschrieben hatte.
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