Die Auktion erzielte insgesamt 134,6 Millionen USD (ca. 111 Millionen Euro) für 31 verkaufte Lose, was dem höchsten Ergebnis entspricht, das in der New Yorker Dependance von Phillips jemals erreicht wurde. Dies reflektiert auch den unglaublichen Anstieg des Interesses an der Kunst Schwarzer Künstler in der zeitgenössischen Kunstszene. Nicht weniger als fünf Auktionsrekorde wurden erzielt, vier davon für die afroamerikanischen Künstler Amy Sherald, Kehinde Wiley, Mickalene Thomas und Vaughn Spann sowie einen weiteren für den aufstrebenden Londoner Stern Jadé Fadojutimi.

Amy Sherald, die Künstlerin hinter Michelle Obamas offiziellem Porträt, sah ihre Preise in ganz neue Höhen steigen, als ihr Werk The Bathers nach einem 15-minütigen Bietergefecht für 4,4 Millionen USD (3,6 Millionen Euro) verkauft wurde. Insgesamt war das Gemälde, das zwei junge Frauen in bunten Badeoutfits vor einem blaugrünen Hintergrund zeigt, das fünftteuerste Lose der Auktion, gleich hinter Joan Mitchell und Jean-Michel Basquiat.
Seit ihrem Umzug nach Baltimore, Maryland, gibt die in Georgia geborene Künstlerin ihrer Arbeit einen sozialen Kontext und liefert, inspiriert von ihrem Interesse an historischen Themen, eine kritische und persönliche Vision der Darstellung des afroamerikanischen Körpers. Ihre Porträts, für die sie vor allem bekannt ist, sind von Themen sozialer Gerechtigkeit durchdrungen und laden den Betrachter ein, an einer komplexen Debatte über Vorstellungen von Rasse und Repräsentation teilzunehmen. Sheralds 2019 aufgestellter bisheriger Rekord hatte bei 350.000 USD (ca. 289.000 Euro) gelegen.
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Den bereits zweiten Auktionsrekord in diesem Jahr gab es für Kehinde Wiley, jener Künstler, dessen ausdrucksstarke und faszinierende Porträts, die Codes der traditionellen Malerei neu definieren. Portrait of Mickalene Thomas, the Coyote, ein Bildnis seiner Kollegin Mickalene Thomas aus dem Jahr 2017, wechselte für 378.000 USD (ca. 312.000 Euro) den Besitzer und setzte damit den alten Rekord von 300.000 USD (ca. 248.000 Euro) außer Kraft.
Wileys Stil, der die Posen alter Adelsporträts mit modernen Elementen mischt, ist heute weltberühmt und trägt dazu bei, dass der Mangel an Diversität in der Kunstwelt und in Museen endlich bemerkt wird. 2017 entstand nicht nur Wileys neues Rekordgemälde, sondern auch das offizielle Porträt Barack Obamas. Amy Sherald und Kehinde Wiley waren die ersten afroamerikanischen Künstler, die ausgewählt wurden, um die offiziellen Porträts des Präsidentenehepaares für die National Portrait Gallery in Washington, D. C. zu malen.
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I've Been Good To Me, ein Werk der Malerin Mickalene Thomas von 2013, vervierfachte mit einem Ergebnis von 901.200 USD (ca. 744.000 Euro) seinen Schätzpreis und verdoppelte beinahe den bisherigen Rekordpreis der Künstlerin. Mit herausragenden 239.400 USD (ca. 198.000 Euro) für Big Black Rainbow (Deep Dive) gab es auch einen neuen Rekord für Vaughn Spann, der mit seiner Mischung aus Figuration und Abstraktion überzeugen konnte. Die nun abgeästen Rekorde der beiden Künstler stammen aus den Jahren 2019 und 2020, was das wachsende Interesse der Sammlergemeinde in den vergangenen zwei Jahren nochmals unterstreicht.
Die 27-jährige britische Künstlerin Jadé Fadojutimi begeisterte mit Lotus Land ein Leinwandwerk, das sie während ihres Abschlussjahres am Royal College of Art gemalte hat. Mit einem Schätzpreis von 40.000-60.000 USD ausgestattet, wechselte es schließlich für beeindruckende 378.000 USD (ca. 312.000 Euro) den Besitzer und ließ den alten Auktionsrekord der Künstlerin von 52.000 USD (ca. 43.000 Euro) weit hinter sich.

Als aufgehender Stern der zeitgenössischen Londoner Kunstszene sind Fadojutimis Arbeiten bereits Einzelausstellungen in der britischen Hauptstadt und in Köln gewidmet worden. Zudem hängen sie in mehreren internationalen Museen. Mit dem Fokus aus die Abstraktion, gewährt sie Einblicke in das Streben nach Identität und Selbsterkenntnis. Sie nutzt ihre eigenen guten und schlechten Erfahrungen, um in ihren Gemälden Gefühle zu transkribieren, die nicht durch Sprache ausgedrückt werden können.
Das Werk Purple on Red von Amoako Boafo erzielte zwar keinen neuen Rekordpreis, mit 756.000 USD (ca. 624.000 Euro) jedoch das bislang zweitbeste Auktionsergebnis für den ghanaischen Künstler.
"Die Auktion war eine der vielfältigsten und es freut uns, dass heute Abend gleich fünf Künstler of Color neue Rekordpreise erzielen konnten", sagten Jean-Paul Engeln und Robert Manley, Co-Direktoren der Abteilung für Zeitgenössische Kunst und Kunst des 20. Jahrhunderts bei Phillips. Die Auktion, die am 7. Dezember stattfand, "zeugt von der Stärke unseres Teams und der engen Verbindung zwischen uns und unseren Sammlern, geschmiedet durch ein Angebot der besten Werke und die Kreativität und Dynamik, für die Phillips bekannt ist".
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