Die drei führenden Auktionshäuser Sotheby’s, Christie’s und Phillips erwirtschafteten diesen Monat mit ihren Kunstauktionen in New York in nur einer Woche rund 2,5 Milliarden US-Dollar, was beinahe eine Verdopplung des Ergebnisses der Marquee Week im vergangenen Jahr bedeutete.
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Christie’s
Christie’s New York holte bedeutende Werke aus bedeutenden Sammlungen auf die Auktionsbühne, darunter jene von S.I. Newhouse, Agnes Gund, Marian Goodman und Henry S. McNeil. Mit seinen Bemühungen, Kunstfreunden und der Käufergemeinde Spitzenkunst aus wohl kuratierten Sammlungen zu präsentieren, scheint Christie’s voll ins Schwarze getroffen zu haben. Das Auktionshaus konnte zudem eine Rekordbesucherzahl von 20.000 Personen für die Ausstellung zur Marquee Week in seinen Räumlichkeiten im Rockefeller Center verbuchen.
Den Auftakt der Marquee Week bei Christie’s bildeten zwei aufeinanderfolgende Auktionen am 18. Mai: „Masterpieces: The Private Collection of S.I. Newhouse“ und der „20th Century Evening Sale“, die zusammen ein beeindruckendes Gesamtergebnis von 1,1 Milliarden US-Dollar erzielten, wobei 97 % der Lose verkauft wurden. Jackson Pollocks Number 7A, 1948 (1948) führte die Ergebnisliste mit 180,2 Millionen US-Dollar an, gefolgt von Constantin Brâncușis Danaïde (ca. 1913) (107,6 Millionen US-Dollar), was für beide Künstler einen neuen Auktionsrekord bedeutete. Die 16 Werke aus der Newhouse-Sammlung erzielten zusammen rund 630,8 Millionen US-Dollar, während der Evening Sale 490,3 Millionen US-Dollar beisteuerte. Top-Los der letztgenannten Auktion war Mark Rothkos No. 15 (Two Greens and Red Strip) (1964), das für 98,4 Millionen US-Dollar verkauft wurde und damit ebenfalls einen neuen Rekord für seinen Schöpfer aufstellte. Das Gemälde stammte aus der Sammlung von Agnes Gund und hatte zuvor einen Ehrenplatz im Wohnzimmer der geschätzten Kunstmäzenin eingenommen.
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Die Ergebnisse des 18. Mai waren das zweiten Mal, dass Auktionen an einem einzigen Abend die 1-Milliarden-Dollar-Marke überschreiten konnten (das erste Mal war die Versteigerung der Sammlung von Paul G. Allen im Jahr 2022).
Dazu Max Carter, Global Chairman für Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts bei Christie’s: „Die außergewöhnliche Energie, die lebhaften Bietergefechte und das Ergebnis von 1,1 Milliarden US-Dollar sprechen für sich: Der Markt hat diese historische Gelegenheit begeistert angenommen.“ Ebenfalls wie die Allan-Sammlung kann sich die Newhouse-Sammlung seit dem 18. Mai rühmen, bereits über 1 Milliarde US-Dollar eingebracht zu haben.
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Auf die beiden Auktionen „Impressionist and Modern Works on Paper Sale“ (21,2 Millionen US-Dollar) und „Impressionist and Modern Art Day Sale“ (41,8 Millionen US-Dollar) am 19. Mai folgte am 20. Mai zunächst „Defined Space: The Collection of Henry S. McNeil, Jr.“ mit einem Erlös von 25,9 Millionen US-Dollar. Diese „White-Glove“-Auktion ebnete noch am selben Abend den Weg für die Auktion „Marian’s Richters & 21st Century Evening Sale“, die von acht Gemälden von Gerhard Richter angeführt wurde – darunter Kerze (1982), das für 35,1 Millionen US-Dollar verkauft wurde – und insgesamt 136.808.450 US-Dollar einspielte.

Mit Werken von Joan Mitchell, Andy Warhol, Jasper Johns und Banksy durchbrach auch der „Post-War and Contemporary Art Day Sale“ am 21. Mai die 100-Millionen-Dollar-Marke und erzielte insgesamt 102,9 Millionen US-Dollar, inklusive der 3.552.000 US-Dollar, die Josef Albers' Homage to the Square: Golden (1958) erzielte, was einen neuen Rekord für den Künstler bedeutete. Den Abschluss der Marquee Week bei Christie’s bildeten am 22. Mai schließlich die beiden Onlineauktionen „Picasso Ceramics“ und „Breaking Ground: The Private Collection of Marian Goodman Part I“, die zusammen 3,9 Millionen US-Dollar zum beeindruckenden Gesamtergebnis der Marquee Week bei Christie’s in Höhe von 1,45 Milliarden US-Dollar beisteuerten.
Dazu Bonnie Brennan, CEO von Christie’s: „Die milliardenschwere Marquee Week in New York markiert einen entscheidenden Neuanfang für den Markt und ist ein Moment des Stolzes für Christie’s – die beste Marquee Week im Mai in unserer 260-jährigen Geschichte.“
Sotheby’s
In seinem neuen Hauptsitz im Breuer Building konnten die Frühjahrsauktionen von Sotheby’s ebenfalls ein beeindruckendes Gesamtergebnis erzielen, das 908,6 Millionen US-Dollar betrug.
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Los ging es dort bereits am 14. Mai mit der „Robert Mnuchin: Collector at Heart Evening Auction“, die von Mark Rothkos Werk Brown and Blacks in Red (1957), das für 85,8 Millionen US-Dollar verkauft wurde. Das Werk machte mehr als die Hälfte des Gesamtergebnisses in Höhe von 166,3 Millionen US-Dollar aus.
Am selben Abend folgte die „The Now & Contemporary Evening Auction“, der 266,8 Millionen US-Dollar einspielte. Highlights waren Jean-Michel Basquiats Museum Security (Broadway Meltdown) (1983) (52,7 Millionen US-Dollar) und Andy Warhols Porträt von Brigitte Bardot (1974) aus der Sammlung von Gunter Sachs, das mit dem Ergebnis in Höhe von 24,8 Millionen US-Dollar einen neuen Rekord für die limitierte Serie aufstellte.
Die „Contemporary Day Auction“ am 15. Mai wurde von Roy Lichtensteins Girl in Mirror (1964) angeführt, das für 6,4 Millionen US-Dollar verkauft wurde.

Die positive Dynamik hielt auch nach der Wochenendpause an, als die „Modern Evening Auction“, die „A New Vista: The David and Shoshanna Wingate Collection Day Auction“ und die „Modern Day Auction“ am 19. bzw. 20. Mai insgesamt 373 Millionen US-Dollar erzielten. Nach einem intensiven Bietergefecht wurde Henri Matisse' La Chaise lorraine aus der Sammlung Barbier-Mueller für 48,4 Millionen Dollar versteigert. Dieses seltene, großformatige Stillleben – ein Frühwerk aus der Nizza-Periode des Künstlers – war zuvor 50 Jahre lang nicht öffentlich zu sehen gewesen und ist nun das zweitteuerste Werk des Künstlers auf dem Auktionsmarkt.
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Aus der Sammlung von Enrico und Adele Donati stammte Picassos Arlequin (Buste) (1909), ein Werk, das eine frühe Auseinandersetzung mit dem zeitlosen Harlekin-Motiv darstellt. Verkauft wurde es für 42,6 Millionen Dollar. Vincent van Goghs La Moisson en Provence (1888) erzielte mit 29,4 Millionen US-Dollar den zweithöchsten Preis für eine Arbeit auf Papier des Künstlers.
Phillips
Die „Modern & Contemporary Art“-Auktionen bei Phillips begannen am 19. Mai am Standort 432 Park Avenue mit einem Evening Sale, der einen Gesamtumsatz von 115,2 Millionen US-Dollar einbrachte. Abgesehen von zwei Werken, die kurzfristig zurückgezogen wurden, fanden an dem Abend alle 41 Lose einen Käufer. Warhols Sixteen Jackies (1964) erzielte 16,2 Millionen US-Dollar, Lee Bontecous Untitled (1985-2001) stellte einen neuen Rekord für ein zweidimensionales Werk der Künstlerin auf: Die Darstellung einer Weltlandschaft aus wellenartigen Formen und Energiefeldern brachte 4,2 Millionen US-Dollar ein – mehr als das Doppelte des oberen Schätzpreises. Einen neuen Rekord gab es auch für P. S. Krøyer, dessen Gemälde Selvportræt, siddende ved staffeliet på Skagens strand (1902) von geschätzten 300.000-500.000 US-Dollar auf 1.290.000 US-Dollar kletterte.
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Dazu Robert Manley, Chairman and Worldwide Head, Modern and Contemporary Art: „Der Markt ist lebendig und gesund […] es ist offensichtlich, dass die Nachfrage nach bedeutenden Werken des 19., 20. und 21. Jahrhundert sich weiterhin behaupten.“
Auch in der Morning Session und der Afternoon Session am 21. Mai konnten dänische Künstler mit Rekorden inklusive enormer Preissteigerungen punkten: Harald Slott-Møllers Sommerdag (1888) erzielte 1.290.000 US-Dollar (Schätzpreis 30.000-50.000 US-Dollar), Edvard Eriksens Den lille havfrue (um 1910-13) 541.800 US-Dollar (Schätzpreis 12.000-18.000 US-Dollar). Bei der Bronze handelte es sich um eine Version von Eriksens berühmter Meerjungfrau in Kopenhagen. Die zahlreichen qualitätsvollen Werke dänischer Künstler, die Phillips im Laufe der Woche anbot, waren Teil der Sammlung von John L. Loeb Jr., der von 1981-83 US-amerikanischer Botschafter in Dänemark gewesen war. Die beiden Auktionen erzielten zusammen 30.542.170 US-Dollar, woraus sich für Phillips ein Gesamtergebnis in Höhe von 145.758.870 US-Dollar ergab.
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Trotz der im Vorfeld der Auktion herrschenden Ungewissheit hinsichtlich der Beteiligung von Sammlern aus dem Nahen Osten berichteten die Auktionshäuser von einer starken weltweiten Resonanz sowie reger Bieteraktivität über alle Regionen hinweg. Die diesjährige Spring Marquee Week bescherte den drei genannten Auktionshäusern Gesamterlöse, die im Vergleich zum Vorjahr einen Zuwachs von über 100 Prozent verzeichneten. Wenngleich die Ergebnisse maßgeblich von den jeweiligen „Star-Losen“ getragen wurden, stellten die New Yorker Mai-Auktionen sowohl für die Künstler als auch für die Auktionshäuser neue Rekorde auf – ein deutliches Zeichen für den herrschenden Optimismus auf dem Kunstmarkt, der den bereits in den vergangenen Novemberauktionen angedeuteten Aufwärtstrend weiter ausbauen konnte.
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