Antike Schätze in Monaco

Eine Auktion im Fürstentum Monaco versetzt die Mysterien der Vergangenheit ins Rampenlicht der Gegenwart.

Antike Schätze in Monaco

Die Geschichte und die Geheimnisse der antiken Vergangenheit, vor allem des Alten Ägypten, hört nicht auf, die Menschen zu faszinieren. Angefangen von den Mythen des Nil über die Entschlüsselung der ägyptischen Hieroglyphen bis zur Entdeckung des Grabes von Tutanchamun durch Howard Carter.

Im Gegensatz zu so manch anderer antiker Kultur macht es uns das Alte Ägypten mit seinen zahlreich erhaltenen Schätzen relativ leicht, in seine Geschichte abzutauchen.

Am 4. Mai ergreift das Hôtel des Ventes de Monte-Carlo eine solche Gelegenheit und versteigert Schätze der Klassischen Archäologie, Asiatika, präkolumbische Kunst und Objekte aus Ozeanien sowie Schmuck und Glyptik in mehr als 150 Losen. Einige Highlights sehen Sie im Folgenden.

Kopf eines Mannes, Kalkstein, Ägypten, Neues Reich | Foto: HVMC
Kopf eines Mannes, Kalkstein, Ägypten, Neues Reich | Foto: HVMC

Dieser aus Kalkstein gefertigte Kopf eines Mannes stammt aus der Zeit der 18. Dynastie (1550-1292 v. Chr.) im Neuen Reich des Pharaonenreiches am Nil. Mit seinen weichen, femininen Zügen handelt es sich um eine typische Arbeit der Zeit, bei der viel Wert auf Details gelegt wurde, wie die fein herausgearbeiteten Augenbrauen und die mit Kajal umrahmten Augen sowie die auffällige Perücke.

Fehlstellen am Kinn wiesen auf einen verloren gegangenen Bart hin. Der ägyptische Königsbart war ein Herrschersymbol des Pharao, das dieser zu besonderen Anlässen, mit einem Band befestigt, am Kinn trug. Auf die Pharaonen Hatschepsut (ebenfalls 18. Dynastie) bediente sich dieses Würdenzeichens.

Opfergabenträgerin, Holz, polychrom gefasst, Ägypten, Mittleres Reich | Foto: HVMC
Opfergabenträgerin, Holz, polychrom gefasst, Ägypten, Mittleres Reich | Foto: HVMC

Auch diese hölzerne "Opfergabenträgerin" stammt aus dem Alten Ägypten, genauer gesagt aus der 12. Dynastie (2010-1961 v. Chr.) im Mittleren Reich. Die weibliche Figur deutet durch ihr vorangestelltes Bein eine Vorwärtsbewegung an. Während eine Hand den Korb für Opfergaben, den sie auf dem Kopf trägt, festhält, trägt sie in der anderen eine Ente. Sie wurde, mit Ausnahme ihrer Arme, der Perücke und des Korbes, aus einem Holzstück geschnitzt und anschließend polychrom bemalt.

Plastische "Opfergabenträger" wurden am Ende des vorangegangenen Alten Reichs populär und Teil des Alltags. Meist waren sie von eher grober Machart, doch es gab auch äußerst fein gearbeitete Beispiele. Die Popularität der Figuren hielt auch während des Mittleren Reiches an, oftmals ersetzten sie die bis dahin üblichen Wandgemälde mit Opferszenen in den Gräbern.

Die Auktion im Hôtel des Ventes de Monte-Carlo hat jedoch nicht nur Schätze des Alten Ägypten im Angebot, auch andere Epochen und Völker sind in der Auktion vertreten, darunter das antike Römische Reich.

Kopf des Caracalla, Marmor, 208-10 | Foto: HVMC
Kopf des Caracalla, Marmor, 208-10 | Foto: HVMC

Eines der Highlights ist hier der Marmorkopf des Kaisers Caracalla (188-217), der ab 211 über das Römische Reich Herrschte. Das Portrait entstand vermutlich um 208-10. Der damals etwas 20-jährige Caracalla war seit 197 Mitregent neben seinem Vater Septimius Severus.

Nach Septimius Severus' Tod, trat Caracalla gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Geta die Nachfolge des Vaters an. Nach nur wenigen Monaten der gemeinsamen Herrschaft ließ er Geta und viele seiner Anhänger ermorden und herrschte anschließend allein. Allerdings nicht lange: Nur sechs Jahre später wurde Caracalla während eines Feldzugs in Mesopotamien von einer Gruppe von Verschwörern ermordet.

Hochinteressant ist auch ein Kopf des Buddha Sakyamuni aus Schiefer, der aus der antiken Region Gandhara, heute Grenzgebiet von Afghanistan und Pakistan, stammt.

Kopf des Buddha Sakyamuni, Schiefer, Gandhara 3.-4. Jh. | Foto: HVMC
Kopf des Buddha Sakyamuni, Schiefer, Gandhara 3.-4. Jh. | Foto: HVMC

Gandhara war ein Schmelztiegel unterschiedlicher Kulturen und Einflüsse. Dort trafen der aus Indien stammende Buddhismus und die hellenistische Kunst, die mit Alexander dem Großen in die Region gekommen war, aufeinander. Das Ergebnis war ein Stil, der heute als "Graeco-Buddhismus" oder "graeco-buddhistischer Synkretismus" bezeichent wird.

Typische Merkmale dieses Stils sind Buddhafiguren, die in griechische Gewänder gehüllt sind und gewellte oder gelockte Haare haben. Letzteres trifft auch auf den vorliegenden Buddhakopf aus dem 3.-4. Jahrhundert zu.

Weitere antike Schätze finden Sie unter den aktuellen Losen des Hôtel des Ventes de Monte-Carlo.