Andy Warhols buntes Universum voller Werbebilder und greller Farben erhob die Symbole der Popkultur in den Rang elitärer Kunst und machte ihn zu einem der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Sein Leben war ebenso unglaublich wie sein Werk, und wenn Roy Lichtenstein und Jasper Johns auch die Pioniere der Pop-Art-Bewegung waren, so wurde er ihr "Papst“. Hier sind 7 Dinge, die Sie vielleicht nicht über den vielseitigen New Yorker Künstler wussten.

1. Sein wahrer Familienname lautete Warhola
Der amerikanische Künstler wurde in Pittsburgh, Pennsylvania als Andrew Warhola geboren. Er war das vierte Kind von Ondrej Warhola (eigentlich Varhola) und Julia, geb. Zavacká, die aus dem Dorf Miková im Nordosten der heutigen Slowakei stammten. Das jüngste der in der Heimat geborenen Geschwister starb, bevor die Familie in die USA zog.
Es heißt, dass Warhols Geburtsdatum (6. August 1928) im Krankenhaus nie offiziell registriert wurde, weshalb der Künstler in Presseinterviews gerne seinen Geburtstag änderte und sich Geschichten über seine Jugend ausdachte.
2. Er war ein Hypochonder
Andy Warhol hatte Angst vor Krankheiten, Krankenhäusern und Ärzten. Im Alter von acht Jahren litt er an Sydenham-Chorea, einer Erkrankung des zentralen Nervensystems, die ihn lange Zeit dazu zwang, im Bett zu bleiben. Von seiner Mutter betreut, zeichnete er, hörte Radio und sammelte Fotos von Filmstars, die er später als bedeutend für seine persönliche Entwicklung und die seines Geschmacks beschreiben wird.
Lesen Sie auch: Vom Krankenbett an die Leinwand

3. Am 3. Juni 1968 wurde er Opfer eines Attentats
Warhol entging nur knapp dem Tod, nachdem Valerie Solanas, eine feministische Aktivistin und Schriftstellerin, ihn in seiner Factory, wiederholt auf ihn geschossen hatte. Solanas hatte ihm das Manuskript eines Theaterstücks anvertraut, dem der Künstler jedoch keine Beachtung geschenkt hatte.
Die Kugeln durchschlugen seine Lunge, seinen Magen, seine Milz, seine Leber und seine Speiseröhre. Nachdem er sogar schon für klinisch tot erklärt worden war, schaffte er es doch noch. Dennoch war er bis zu seinem Lebensende auf ein stützendes Korsett angewiesen.
Andy Warhol starb schließlich am 22. Februar 1987 im Alter von 58 Jahren infolge von Komplikationen bei einer Gallenblasenoperation. Bestattet wurde er an der Seite seiner Eltern auf dem St. John the Baptist Byzantine Catholic Cemetery in Bethel Park, Pennsylvania.
Lesen Sie auch: Warhols „Shot Sage Blue Marilyn“ für Rekordpreis im dreistelligen Millionenbereich versteigert
4. Er hat absichtlich einen "Look“ geschaffen, um seine Fehler zu verbergen
Um seine Geheimratsecken zu verdecken, trug Warhol platin- und silberfarbene Perücken, die erste zwischen 1953 und 1955, als er Kostümbildner in einer Theatertruppe war. Um sein leichtes Schielen zu verbergen, trug er bisweilen eine undurchsichtige Brille mit kleinen Löchern, durch die er blicken konnte.
Lesen Sie auch: Die wahre Geschichte hinter Frida Kahlos ikonischem Look

5. Er besaß eine "permanente Duftsammlung"
Warhol wollte seine Erinnerungen dokumentieren und lernen, sie mithilfe von Düften als "Zeitkapseln“ wieder hervorzurufen. Daher wechselte er alle drei Monate das Parfüm. Bei seiner Beerdigung ehrte ihn ein Freund, indem er eine Flasche Estée Lauder Beautiful in sein Grab warf.
6. Er hat ein bizarres Kochbuch verfasst
1959 schuf Warhol zusammen mit seiner Freundin Suzie Frankfurt, einer Innenarchitektin, ein Kochbuch mit dem Titel Wild Raspberries ("Wilde Himbeeren").
Um sich über ausgefallene französische Kochbücher lustig zu machen, erfand das Duo Rezepte für "Gerichte“ wie das Omelett Greta Garbo, den Roast Iguana Andalusian ("Andalusischer Leguanbraten") oder auch Gefilte of Fighting Fish ("Gefilte Kampffische"). Das Buch umfasst 19 Illustrationen von Warhol.
Lesen Sie auch: Kulinarische Antiquitäten: Kunst aus der Küche

7. Er behauptete bis zu seinem Tod, noch Jungfrau zu sein
Obwohl er männliche Partner hatte und diese auch als Modelle für erotische Werke einsetzte, pflegte der Künstler seinen Single-Status und schrieb einmal in sein Tagebuch:
"Gestern habe ich eine Spielshow gesehen, Blockbusters mit Bill Cullen, und da spielten zwei Schwarze, ein Wachmann und sein Cousin, gegen ein weißes Mädchen und die Kategorie lautete "Buchstaben", und die Frage war: "Andy Warhol ist 'V'". Und (lachend) fand sie die richtige Antwort, sie sagte 'virgin' ("Jungfrau")."
Andy Warhol war ein gläubiger byzantinischer Katholik. Er engagierte sich ehrenamtlich in Notunterkünften, um Obdachlosen zu helfen, und besuchte Messen in der Kirche.










