
Die Kunstmesse HIGHLIGHTS feiert in diesem Jahr ihr 10-jähriges Jubiläum. Seit wann sind Sie dabei und wie kam es dazu?
Juana Schwan: Meine erste HIGHLIGHTS durfte ich als Mitglied des Messeteams im Jahr 2012 erleben. Das war damals die dritte Ausgabe der Messe und fand im Haus der Kunst statt. Ich war sofort von dieser besonderen Atmosphäre begeistert und bin seitdem der HIGHLIGHTS und München treu geblieben.

2015 übernahm ich die Leitung der Messe und seit Anfang diesen Jahres bin ich gemeinsam mit Christian Eduard Franke-Landwers und Alexander Kunkel Teil der Geschäftsführung. Es war und ist eine sehr lernintensive und spannende Zeit am Kunstmarkt.
Dr. Alexander Kunkel: Nach Abschluss der Vorbereitungen für die HIGHLIGHTS 2014 wurde aufgrund eines unvorhersehbaren Umstandes kurzfristig ein Stand auf der Messe vakant. Da ich bereits zu diesem Zeitpunkt mit der Messeleitung in Kontakt stand, wurde ich gefragt, ob ich diesen übernehmen möchte.

Nur zwei Jahre nach Gründung meines Kunsthandels fühlte ich mich aufgrund des damit verbundenen Vertrauens sehr geschmeichelt, aber auch angespornt, auf Deutschlands schönster Kunstmesse ausstellen zu dürfen. Es war eine der bislang besten Entscheidungen in meiner beruflichen Laufbahn.

Wodurch hebt sich die HIGHLIGHTS von anderen Kunstmessen ab? Was ist das Besondere?
Juana Schwan: Die HIGHLIGHTS wurde 2009 auf Initiative von 19 international tätigen Kunsthändlern gegründet. Auch heute noch sind zwei der drei Geschäftsführer aktive Kunsthändler, ebenso wie die Mitglieder des Arbeitskreises.

Den Austausch, die Expertise und Nähe zum Markt nutzt die HIGHLIGHTS, um eine vitale und engagierte Mischung von Ausstellern in München zusammenzubringen, deren höchster Anspruch die hervorragende Qualität der ausgestellten Objekte ist.

Hinzu kommt, dass wir mit unserem Standort in der Residenz München im Herzen der Stadt sind und mit der Bayerischen Schlösserverwaltung einen sehr engagierten Partner an unserer Seite haben.

Darüber hinaus war es uns von Anfang an wichtig, die Objekte in einem zeitgemäßen und passenden Messedesign zu präsentieren, bei dem die Kunst immer im Mittelpunkt steht. Alle diese Faktoren machen die HIGHLIGHTS zu etwas Besonderem – und zur schönsten Messe in Deutschland.

Was kann man auf der HIGHLIGHTS alles entdecken?
Die Objekte reichen von Skulpturen der Gotik und mittelalterlichen Manuskripten über Gemälde Alter Meister bis hin zur Kunst des 19. Jahrhunderts sowie der Klassischen Moderne und Kunst nach 1945. Hinzu kommen Bereiche wie Schmuck, Fotografie, Kunstkammerobjekte und Möbel.

Mit anderen Worten: die HIGHLIGHTS bildet ein sehr weites Feld an unterschiedlichen Sammelgebieten ab, so dass es für jeden Kunstfreund etwas Interessantes zu entdecken gibt.

Wie setzen sich die Teilnehmer zusammen?
Die Teilnehmer der HIGHLIGHTS werden vom Allocation Komitee der Messe eingeladen. Wichtigste Kriterien sind eine hervorragende Qualität der Objekte und ein interessantes Programm. Darüber hinaus ist es uns wichtig eine vitale Mischung zu zeigen.

Neu in diesem Jahr ist das Projekt Young Dealers. Worum geht es da genau?
Dr. Alexander Kunkel: Der Kunstmarkt ist in den letzten Jahren starken Veränderungen ausgesetzt gewesen, die noch lange nicht abgeschlossen sind. Wie in vielen anderen Branchen wird auch in Zukunft der Generationenwechsel eine der größten Herausforderungen sein.

Mit 40 Jahren stehe ich für eine junge Generation anspruchsvoller Kunsthändler, die dem Markt neue Impulse geben möchte, hierzu aber auch gute Chancen benötigt. Mit dem Young Dealers-Programm bietet die HIGHLIGHTS in diesem Jahr drei ambitionierten jungen Kunsthändlern die Möglichkeit, sich zu günstigen Konditionen auf einer der besten Verkaufsplattformen des deutschsprachigen Kunsthandels im Schulterschluss mit einigen der renommiertesten Protagonisten der Branche zu präsentieren. Fördern und Fordern lautet die Devise.

Womit wird das 10-jährige Jubiläum zelebriert?
Juana Schwan: Zum Jubiläum der HIGHLIGHTS freuen wir uns, dass wir in einer Sonderausstellung „Orangerie“ einen Rückblick auf die vergangenen zehn Jahre werfen können. Denn dass die HIGHLIGHTS seit 2010 als Deutschlands anspruchsvollste Messe kontinuierlich Kunstliebhaber, Museumsexperten und Connaisseure begeistert, ist nicht zuletzt den Initiatoren aus den Anfangsjahren und zahlreichen Mitstreitern zu verdanken.

In der Jubiläums-Sonderausstellung „Orangerie“ haben sich zwölf Kunsthändler vereint, die der HIGHLIGHTS eng verbunden sind. Die etwa 30 Exponate der konzentrierten Verkaufsschau in den Bronzesälen der Residenz sind ein Reigen ausgewählter Spitzenstücke aus sieben Jahrhunderten. Wir freuen uns schon jetzt sehr auf diese Leistungsschau.

Haben Sie auch einen persönlichen Favoriten?
Dr. Alexander Kunkel: Ich persönlich finde Kunstgebiete, mit denen ich mich nicht selbst als Händler beschäftige, mithin am spannendsten. Mein Herz schlägt vor allem bei exzeptionellem Kunsthandwerk höher, weshalb die Stände der Kollegen Franke, Mühlbauer und Röbbig wahrscheinlich wieder einmal meine Lieblingsanlaufstellen auf der Messe sein werden.

Die Historizität der Objekte, ihre Ästhetik und über die Jahrhunderte hinweg erhalten gebliebene Aura sind ungemein faszinierend.

Juana Schwan: Ich lasse mich gerne immer wieder aufs Neue von den spannend kuratierten Ständen der Aussteller überraschen, sei es eine Sonderschau zu Meissener Tierdarstellungen oder erstmals präsentierte Fotografien von Stephanie Pfriender Stylander . Wobei ich – zugegebenermaßen – auch sehr gerne bei den Ständen für historischen Schmuck und Schmuck der 40er und 50er Jahre vorbeischaue und dort hängen bleibe.

Herr Dr. Kunkel, worauf darf man sich am Stand ihres Kunsthandels freuen?
Dr. Alexander Kunkel: In dem von mir vertretenen Bereich der Salon- und Sezessionskunst um 1900 zählen Hauptwerke der Münchner Malerstars Gabriel von Max und Franz von Stuck zu den Highlights. Das hintergründig- satirische Affengemälde Salome wird einer erotisch aufgeladenen Judith und Holofernes-Darstellung mit tödlichem Ausgang gegenübergestellt. Ihnen zur Seite steht ein Freundschaftsbild des französischen Malers Louis Anquetin, das den Bogen von Manet zu Picasso schlägt. Die Werke haben allesamt musealen Rang, beste Provenienzen und absoluten Wiedererkennungswert.

Wieviel Zeit sollte man mindestens einplanen, um die Messe vollständig erkunden zu können?
Die HIGHLIGHTS ist von der Größe her natürlich nicht vergleichbar mit der TEFAF, sondern erinnert mit ihren 51 Ausstellern eher an eine Boutiquemesse, aber genau das macht den Charme der HIGHLIGHTS aus.

Nehmen Sie sich die Zeit für Entdeckungen und schwelgen Sie im Kunstgenuss – zwei Stunden sollten Sie aber mindestens einplanen. Viele unserer Besucher nutzen die zentrale Lage im Hofgarten / am Odeonsplatz und besuchen uns auch gerne mehrfach.

Werden für Besucher auch Führungen angeboten?
Wir bieten neben unseren privaten und kostenfreien öffentlichen Führungen (Samstag und Sonntag, 19. Und 20. Oktober 2019, jeweils um 13 Uhr) auch Sonderführungen zu ausgesuchten Themen durch die Residenz an. Weitere Informationen finden Sie auch hier.

Wir bedanken uns bei Frau Juana Schwan und Herrn Dr. Alexander Kunkel sehr herzlich für das interessante Gespräch und können Ihnen, liebe Leser, den Besuch dieser herausragenden Messe für Kunst und Antiquitäten (16.-20. Oktober) nur empfehlen.
Alle Informationen zur HIGHLIGHTS und die gesamte Ausstellerliste finden Sie hier.



