Barnebys: Was ist Hofer Antikschmuck und worauf ist das Unternehmen spezialisiert?
Simon Hofer: Hofer Antikschmuck ist ein inhabergeführtes Unternehmen aus Berlin. Unser sorgfältig kuratierter Onlineshop für antiken Schmuck ist einer der größten und abwechslungsreichsten in ganz Europa. Dabei liegt unser Fokus auf historischen Originalen vom Rokoko bis zum Art Déco. Einen besonderen Schwerpunkt bilden antike Verlobungsringe.
Wir verbinden fundierte kunsthistorische Einordnung mit gemmologischer und naturwissenschaftlicher Prüfung sowie persönlicher Beratung.
Welche Geschichte steckt hinter dem Logo von Hofer Antikschmuck?
Unser Logo basiert auf einem antiken Schmuckstück aus den 1920er Jahren, das ich in Dänemark entdeckt habe. Dargestellt ist eine Gazelle, die in eine Richtung springt, aber in die andere Richtung schaut.
Für mich verbindet dieses Motiv zwei Aspekte, die auch unsere Arbeit prägen: den Blick in die Zukunft und die Wertschätzung für die Vergangenheit. Wir arbeiten mit historischen Schmuckstücken, nutzen aber moderne Formen des Handels und der Kommunikation. Deshalb erschien uns die Gazelle als Sinnbild für Hofer Antikschmuck sehr passend.
Wie ist Hofer Antikschmuck entstanden?
Hofer Antikschmuck hat sich über viele Jahre entwickelt. Ich habe zunächst neben meinem Studium der Kunstgeschichte historische Schmuckstücke erworben, die ich bei Auktionen entdeckt hatte, und sie auf ausgewählten Antikmärkten angeboten und verkauft.
Als ich 2010 Joe Dröge kennenlernte, der damals als Diplom-Kaufmann in einem großen Konzern arbeitete, stellten wir schnell fest, dass sich unsere unterschiedlichen Kenntnisse und Fähigkeiten sehr gut ergänzen. Im Mai 2011 gründeten wir Hofer Antikschmuck in seiner heutigen Form.
Seitdem ist das Unternehmen kontinuierlich gewachsen. Heute arbeiten wir in einem Team aus studierten Kunsthistorikern, exzellent ausgebildeten Goldschmieden, erfahrenen Gemmologen, versierten Fotografen und weiteren Spezialisten. Es ist unsere in vielen Jahren des Handels erworbene Expertise und unsere persönliche Beratung, die uns auszeichnet und von anderen Anbietern unterscheidet.
Was fasziniert Sie persönlich an antikem und historischem Schmuck?
Historische Schmuckstücke bündeln die Ideen, technischen Möglichkeiten und ästhetischen Vorstellungen ihrer jeweiligen Zeit. Sie erzählen etwas über Mode, Handwerk, Handelswege, verfügbare Materialien und gesellschaftliche Vorstellungen von Schönheit.
Für mich sind sie deshalb nicht nur schöne Objekte, sondern zugleich Quellen, die uns etwas über unsere Vergangenheit erzählen. An einem Schmuckstück lässt sich oft ablesen, welche Techniken beherrscht wurden, welche Materialien verfügbar waren und welche Einflüsse eine Epoche geprägt haben.
Hinzu kommt die handwerkliche Qualität vieler Stücke. Individuelle Formen, feine Details und historische Edelsteinschliffe verleihen ihnen einen Charakter, der sich deutlich von industrieller Serienproduktion unterscheidet.

Was ist der Unterschied zwischen antikem, historischem und Vintage-Schmuck?
Die Begriffe werden im Handel nicht immer einheitlich verwendet. Historischer Schmuck ist zunächst ein übergeordneter Begriff für Schmuckstücke aus vergangenen Epochen.
Unter antikem Schmuck verstehen wir Stücke, die älter sind als 100 Jahre oder zumindest vor dem 2. Weltkrieg entstanden sind. Für uns ist antik also ein Schmuckstück aus dem Barock ebenso wie ein Anhänger aus dem Jahr 1890 oder ein Art Déco-Ring aus dem Jahr 1930.
Der Begriff „Vintage-Schmuck“ wird im Handel für Schmuckstücke ab etwa 1950 verwendet und häufig mit bestimmten Stilrichtungen verbunden. Der Begriff ist allerdings nicht einheitlich definiert.
Für uns ist die genaue historische Einordnung wichtig. Deshalb beschreiben wir bei jedem Schmuckstück möglichst präzise die Entstehungszeit, die Stilrichtung, die verwendeten Materialien und den Erhaltungszustand. Wenn eine Datierung oder Zuschreibung nicht abschließend gesichert ist, kennzeichnen wir das entsprechend.
Welche Epochen und Stilrichtungen finden Kunden bei Hofer Antikschmuck?
Unser Schwerpunkt liegt auf Schmuckstücken des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Dazu gehören insbesondere die Belle Époque, der Jugendstil und das Art Déco.
Wir haben uns jedoch keine starren epochalen Grenzen gesetzt. Entscheidend sind für uns die Qualität der Gestaltung, die handwerkliche Ausführung, die historische Bedeutung und die Eigenständigkeit eines Stücks. Deshalb finden sich bei uns gelegentlich auch Schmuckstücke des Klassizismus oder auch Schmuck der Mid-Century-Zeit bis hin zu zeitgenössischen Goldschmiedearbeiten.
Dies bedeutet jedoch nicht, dass wir nur museale Kostbarkeiten anbieten. Bei uns findet man Schmuckstücke für alle Gelegenheiten: Vom alltagstauglichen Schmuck bis hin zum einzigartigen Sammlerstück.

Nach welchen Kriterien wählen Sie die Schmuckstücke für Ihr Sortiment aus?
Die meisten Stücke unseres Sortiments suche ich persönlich und ganz gezielt aus. Entscheidend sind für mich nicht allein das Alter oder der materielle Wert, sondern vor allem die Gestaltung, die handwerkliche Ausführung, der Erhaltungszustand und die historische Einordnung.
Ein Schmuckstück sollte eine eigene Persönlichkeit haben. Es muss nicht immer spektakulär sein. Oft sind es gerade die zurückhaltenden Stücke mit einer besonderen Proportion, einer feinen Gravur oder einer ungewöhnlichen handwerklichen Lösung, die mich überzeugen.
Woher stammen die Schmuckstücke bei Hofer Antikschmuck?
Wir pflegen viele persönliche Kontakte zu anderen Händlern, nehmen an internationalen Auktionen teil und kaufen auf ausgewählten Antikmärkten, insbesondere in Frankreich und England.
Außerdem bieten uns Privatpersonen gelegentlich Schmuckstücke aus Nachlässen oder aus eigenen Sammlungen an. Wenn ein Stück unseren Qualitätskriterien entspricht und wir seine Geschichte und Beschaffenheit sinnvoll einordnen können, übernehmen wir es gerne.
Besonders wichtig ist für mich aber die eigene Suche. Wenn ich auf einem Antikmarkt im Morgengrauen mit meiner Lupe ein seltenes Schmuckstück finden kann, bin ich tatsächlich in meinem Element.

Wie werden die Schmuckstücke vor dem Verkauf geprüft?
Nach dem Ankauf wird jedes Schmuckstück sorgfältig unter die Lupe genommen. Dabei geht es um den technischen Zustand, die verwendeten Materialien, die Edelsteine und nicht zuletzt auch um die historische Einordnung.
Unser Goldschmied prüft unter anderem, ob die Steine sicher gefasst sind und ob Reparaturen notwendig sind. Je nach Zustand werden Stücke gereinigt, restauriert oder bewusst in ihrem Zustand belassen.
Anschließend werden die Edelsteine von unserem Gemmologen Florian Horsthemke untersucht. Wir unterhalten dazu ein eigenes Labor mit modernen Untersuchungsmethoden. Bei besonders kostbaren oder seltenen Steinen ziehen wir zusätzlich externe Labore für eine zweite Meinung hinzu.
Danach ordnet unser kunsthistorisches Team das Objekt historisch und stilistisch ein. Unser Fototeam erstellt parallel die Aufnahmen, bevor das Schmuckstück mit einer ausführlichen Beschreibung in den Onlineshop aufgenommen wird.
Welche Schmuckstücke werden derzeit besonders nachgefragt?
Besonders gefragt sind derzeit Schmuckstücke aus dem Art Déco, vor allem Ringe und Ohrringe. Auch antike Verlobungsringe werden häufig gesucht, insbesondere wenn sie eine klare Gestaltung, einen schönen Diamanten oder einen farbigen Edelstein besitzen.
Eine wichtige Rolle spielen außerdem Diamanten im Altschliff, wie dem Old Mine Cut. Sie zeichnen sich durch ihre individuell ausgeführten Schliffe aus, bei denen die Proportionen und Facetten noch von Hand und mit dem geschulten Auge des Schleifers bestimmt wurden. Dadurch besitzt jeder Stein seine ganz eigene Lichtwirkung und seinen unverwechselbaren Charakter.
Broschen erleben aus unserer Sicht immer wieder eine Renaissance. Sie sind vielseitig tragbar und können einem schlichten Outfit sehr schnell eine eigene Wirkung geben.

Was macht antike Verlobungsringe für viele Kunden besonders?
Antike Verlobungsringe verbinden eine ganz persönliche Bedeutung mit der Geschichte und den Ideen vergangener Epochen. Viele Kunden suchen bewusst keinen industriell gefertigten Ring, sondern ein individuelles Einzelstück mit Geschichte und Charakter.
Besonders gefragt sind antike Verlobungsringe aus der Belle Époque, dem Jugendstil und dem Art Déco. Auch Ringe mit Diamanten im Altschliff, farbigen Edelsteinen, besonderen Gravuren oder ungewöhnlichen Fassungen werden häufig gesucht.

Worauf sollten Kunden beim Kauf eines antiken Verlobungsrings achten?
Zuerst einmal: Wählen Sie nach Ihrem persönlichen Geschmack. Antike Schmuckstücke sind individuelle Einzelstücke und es gibt so viele verschiedene Formen und Entwürfe, wie es Objekte gibt. Unser Sortiment gibt da einen guten Überblick.
Doch sollten Kunden beim Kauf eines antiken Verlobungsrings nicht nur auf das Aussehen achten. Ebenso wichtig ist eine nachvollziehbare Beschreibung der Datierung, der Materialien und des Zustands. Daher gibt es bei uns zu jedem Schmuckstück ein ausführliches schriftliches Zertifikat, das auch für die Zukunft alle Details des Stücks festhält.
Wichtig sind zudem auch die Qualität der Edelsteine sowie die Frage, ob die gewünschte Ringweite technisch realisierbar ist. Diese Punkte kann ein seriöser Händler klar erläutern. Denn gerade bei einem antiken Verlobungsring geht es ja auch darum, ob das Stück dauerhaft getragen werden kann.
Gibt es eine Entdeckung, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?
Im Laufe der Jahre gab es mehrere Stücke, deren Geschichte mich besonders beschäftigt hat.
Ein außergewöhnliches Objekt war eine aus Achat geschnitzte Figur eines Affen mit Diamantaugen, die wir bei einer Auktion in Köln entdeckten. Mich haben zunächst die ungewöhnlich feine Verarbeitung und die diamantbesetzten Augen angesprochen. Aufgrund ihrer Gestaltung und handwerklichen Ausführung haben wir die Figur Carl Fabergé zuschreiben können.

Ein anderes Schmuckstück war ein Ring mit einem großen Saphir, den wir bei einer Auktion im Süddeutschen entdeckt haben. Der Stein und auch die Art seiner Fassung erinnerten mich an die Juwelengarnituren Augusts des Starken im Dresdner Grünen Gewölbe. Nach unserer Recherche und der Auswertung der verfügbaren Unterlagen ergaben sich Hinweise darauf, dass der Ring ursprünglich aus einem Westenknopf Augusts des Starken entstanden sein musste. Später konnten wir das Schmuckstück an einen Trustee des Victoria and Albert Museum in London vermitteln.
Solche Geschichten zeigen, wie eng Material, Gestaltung und historische Recherche bei antikem Schmuck miteinander verbunden sind.
Was macht ein antikes Schmuckstück für Sie zu etwas Besonderem?
Vor einiger Zeit hatten wir die Möglichkeit, einen sehr umfangreichen privaten Schmucknachlass zu erwerben. Darin befanden sich einige sehr schlichte, zugleich aber hochwertige und seltene Stücke. Besonders eindrucksvoll waren zwei Paar Ohrringe mit Diamanten im Altschliff. Das eine Paar hatte ein Gesamtgewicht von mehr als 24 Karat, das andere von mehr als 32 Karat, jeweils auf zwei Steine verteilt.
Mich fasziniert an solchen Stücken, dass sie nicht unbedingt durch eine aufwendige Gestaltung überzeugen müssen. Bei hochwertigen historischen Diamanten können bereits Proportion, Schliff, Lichtwirkung und handwerkliche Fassung einen außergewöhnlichen Eindruck erzeugen.

Ist antiker Schmuck nachhaltig?
Ein vorhandenes historisches Schmuckstück muss nicht neu produziert werden. Darin liegt ein wichtiger nachhaltiger Aspekt. Für uns steht Nachhaltigkeit zudem nicht isoliert, sondern im Zusammenhang mit Langlebigkeit, Reparierbarkeit, Qualität und dem bewussten Umgang mit vorhandenen Ressourcen. Ein gut gefertigtes Schmuckstück kann über Generationen getragen und weitergegeben werden.
Wie können Kunden antiken Schmuck bei Ihnen kaufen?
Unser Onlineshop ist unser wichtigster Vertriebskanal. Dort kann man in unserem Sortiment weltweit und rund um die Uhr stöbern. Auf unserer Webseite finden Kunden detaillierte Beschreibungen, Angaben zu Materialien, Maßen, Zustand und umfangreiche Fotos und Videos. Für uns ist der Onlineshop zugleich ein Schaufenster zur Welt. Auch auf unserem Instagramkanal @hoferantikschmuck präsentieren wir täglich spannende Einblicke in die Welt des antiken Schmucks.
Darüber hinaus beraten wir Kunden gerne per E-Mail, telefonisch und bei einem persönlichen Termin in unserem Showroom in Berlin-Kreuzberg. Besuche sind von Montag bis Freitag nach vorheriger Terminvereinbarung möglich.
Wir haben uns bewusst gegen ein Ladengeschäft mit festen Öffnungszeiten entschieden, weil wir uns auf jeden Termin individuell vorbereiten und ausreichend Zeit für die Beratung einplanen möchten. Kunden können uns vorab mitteilen, welche Schmuckstücke sie interessieren. Dann stellen wir gezielt eine Auswahl zusammen und zeigen die Stücke persönlich vor Ort.
Wir bieten zudem einen weltweiten, kostenlosen Versand an und unsere Pakete gehen täglich mit etablierten Versandtdienstleistern auf die Reise.
Sie verleihen Schmuck auch für Ausstellungen in Museen und für Film- und Fernsehproduktionen. Wen würden Sie gerne einmal für eine Preisverleihung ausstatten?
Spontan würde ich Sandra Hüller nennen. Sie hat eine starke Präsenz, ohne sich über klassische Hollywood-Glamourcodes definieren zu müssen. Das finde ich sehr spannend.
Historischer Schmuck wirkt besonders überzeugend an Persönlichkeiten, die ihm etwas Eigenes entgegensetzen. Bei ihr könnte ich mir ein charaktervolles Einzelstück vorstellen, etwa eine skulpturale Art-Déco-Brosche oder außergewöhnliche Vintage-Ohrringe.
Denn das ist ja genau unsere Überzeugung: Historischer Schmuck muss nicht nostalgisch wirken, sondern kann modern und selbstbewusst auftreten.
Wir danken Simon Hofer für das Gespräch und wünschen ihm und Hofer Antikschmuck weiterhin viel Erfolg. Auf die nächsten 15 Jahre!
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