Nach einer coronabedingten Pause im letzten Jahr war es für die nach physischen Ereignissen dürstenden Modebranche nun an der Zeit, zahlreiche Prominente über den berühmten roten Teppich flanieren zu lassen – auch wenn der rote Teppich in diesem Jahr beige war und eher einer Plattform für die aufwendigen Kreationen der weltweit größten Modenschau glich. Das diesjährige Thema lautete „Celebrating In America: A Lexikon Of Fashion“, das von den Modehäusern, gelinde gesagt, recht frei interpretiert wurde.
Während mit den obligatorischen Masken verhüllte Sicherheitskräfte und Assistenten um die Prominenten herumwuselten, präsentierten diese für die Kameras der Paparazzi ihr schönstes Lächeln oder warfen sich professionell in Pose.
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Auch einige der Gäste hatten sich für Outfits entschieden, die ihre Gesichter verhüllten. Doch statt einer Coronamaßnahme handelte es sich dabei um ein Spiel, das das Erscheinen besagter Personen noch sensationeller machen sollte. Für den Betrachter dieser Bilder schien das Ereignis alle Spuren und Zwänge der globalen Pandemie ausgelöscht zu haben.
Berichte über die Gala und ihr ganzes Drumherum, die früher einen ganzen Presseraum und wochenlange Arbeit erforderten, werden heute in Echtzeit in das globale Ökosystem des Internets übertragen.
Heute hat jeder etwas zu sagen, wofür ihm die entsprechenden Kommunikationskanäle zur Verfügung stehen. Artikel mit Bewertungen, Kommentaren und Einschätzungen der Influencer erreichen mühelos die erhoffte Verbreitung.

Mit enormer Geschwindigkeit verbreiteten sich in den Sozialen Medien auch Berichte über Referenzen zur Kunstwelt, die einige der Kreationen aufwiesen. Kim Kardashians schwarze Ganzkörperverhüllung mit zwei Schleppen war eindeutig an die Skulpturen des britischen Bildhauers Lynn Chadwick angelehnt.
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Schauspieler Ben Platt erschien in ausgestellten Jeans und Plateauschuhen, die sehr an den Film Hair und den hochaktuellen 70er-Jahre-Stil von ABBA erinnerten, aber auch an die stimmungsvollen Gemälde von David Hockney. Platts Kollege Adrien Brody sah in seinem klassischen Smoking sehr elegant aus, wie einem Gemälde von Tamara de Lempicka entsprungen, die die anmutige und luxuriöse Ära des Art déco verkörperten.

Auch einige Institutionen sind auf den Zug aufgesprungen und haben Objekte aus ihren Sammlungen mit den Garderoben der Stars verglichen. So verglich beispielsweise die Livrustkammaren (Rüstkammer des königlichen Schlosses in Stockholm) die drei Outfits von Rapper Lil Nas X mit einer Rüstung von Gustav III. und einem Gewand Karls XI.
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Man kann über diese Outfits, von denen eines extravaganter war als das andere, sagen, was man will, einen großen Unterhaltungswert haben sie mit ihren Materialien, Farben und Formen für die Zuschauer allemal. Durch die vielen künstlerischen Bezüge, die im Netz die Runde machten, ist es schön zu sehen, dass die Kunst in der Kreativität noch immer einen prachtvollen Platz einnimmt.

