Das dänische Design hat viele Klassiker hervorgebracht, die man in Häusern auf der ganzen Welt antreffen kann. Erfahren Sie mehr über einige der berühmtesten und einflussreichsten Designer des Landes.
Arne Jacobsen

Der dänische Designer und Architekt Arne Jacobsen (1902-1971) wird in der Welt der Möbel beinahe wie eine Ikone verehrt. Während Jacobsen sich selbst in erster Linie als Architekt betrachtete, war er außerdem der Auffassung, das Umgebung, Außengestaltung und Interieur ein Gebäude vollständig durchdringen sollten.
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Ende der 1950er Jahre erhielt Jacobsen den Auftrag für den Entwurf des SAS Royal Hotels in Kopenhagen. Er war für das gesamte Design zuständig, vom 69,90 Meter hohen Gebäude an sich bis hin zu Möbeln, Leuchten, Textilien, Besteck, Glas, Aschenbechern und Türgriffen. Es war eben dieses Projekt, bei dem die Sessel Der Schwan und Das Ei vorgestellt wurden, die sich zu absoluten Bestsellern und Möbelklassikern entwickelten. Die Idee dahinter war, dass die organischen Formen der Sitzmöbel einen schönen Kontrast zu der ansonsten nüchternen Architektur des Gebäudes bilden würden.
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Der stapelbare Stuhl Myran aus geformtem Schichtholz war bereits 1952 eingeführt worden und markierte Jacobsens großen Durchbruch als Möbeldesigner. Für Myrans Nachfolger Sjuan von 1955 kam dieselbe Technik zum Einsatz, jedoch war die Rückenlehne etwas anders gestaltet und es gab vier statt nur drei Stuhlbeinen. Heute sind die Möbel von Arne Jacobsen Klassiker des Innendesigns, die oft hohe Preise auf dem Auktionsmarkt erzielen.
Poul Henningsen

Mit Poul Henningsen (1984-1967) haben wir einen weiteren großen dänischen Designer vor uns, der vor allem für seine PH-Leuchten bekannt ist. Beinahe sein gesamtes Leben lang befasste sich Henningsen mit der Erforschung von Beleuchtungsmöglichkeiten. Sein Ziel war die Erschaffung nicht blendender Lichtquellen. 1924 stellte ein sein wegweisendes Drei-Schirme-Design vor, ein System, das erlaubte, das Licht dorthin zu lenken, wo es gebraucht wurde, während es sanfte Schatten in den übrigen Raum wirft.
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Henningsens lebenslange Zusammenarbeit mit Louis Poulsen begann 1925 und bereits im darauffolgenden Jahr wurde die Leuchte PH vorgestellt, die schnell zum Erfolg wurde. Bis heute beruhen die Designs von Louis Poulsen auf Henningsens Pionierarbeit im Bereich der Erforschung der Beziehungen zwischen Lichtquelle, Schatten und Farbwiedergabe hinsichtlich des Bedarfs an Beleuchtung.
Hans J. Wegner

Einer der größten Designer des 20. Jahrhunderts ist Hans J. Wegner (1914-2007). Im Laufe seines Lebens entwarf er mehr als 500 Sitzmöbel, von denen die Stühle CH25 und Y zu den berühmtesten zählen. Neben Möbeln entwarf er auch Tapeten, Silberwaren und Leuchten. Seine Karriere begann Wegner jedoch als Tischler, wobei er seine Leidenschaft für die noble Kunst des Designs entdeckte.
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Im Alter von 20 Jahren zog Hans Wegner nach Kopenhagen, wo er an der Kunstgewerbeschule Architektur studierte. Während dieser Zeit begann er gemeinsam mit Arne Jacobsen und Erik Møller am neuen Rathaus von Aarhus zu arbeiten, wobei Wegner für das Möbeldesign verantwortlich war.
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Mit der Vorstellung des Y-Chair im Jahr 1950 begann Wegners Zusammenarbeit mit der Möbeltischlerei Carl Hansen & Søn, was seiner Karriere als Möbeldesigner einen gehörigen Aufschwung bescherte. Das nationale und internationale Interesse an seinen Designs wuchs und Anfang der 1960er Jahren nahmen die beiden Präsidentschaftskandidaten Richard Nixon und John F. Kennedy bei einer Fernsehdebatte auf Stühlen von Wegner Platz.
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Finn Juhl

Finn Juhl (1912-1989) schrieb sich im Alter von 18 Jahren an der Königlich Dänischen Kunstakademie ein und arbeitete anschließend zehn Jahre lang im Architekturbüro von Vilhelm Lauritzen. Mitte der 1940er Jahren eröffnete er sein eigenes Büro in Kopenhagen und spezialisierte sich auf Möbeldesign und Innenarchitektur. Zu dieser Zeit war Juhl bereits im Begriff, eine der führenden Figuren des dänischen Designs zu werden. Es waren vor allem seine Teak-Möbel und seine organische Designsprache, die ihn international bekannt machten und ihm 1954 bei der Triennale in Mailand nicht weniger als sechs Goldmedaillen einbrachten.
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Mit seinen innovativen Designs führte Finn Juhl das dänische Design in eine neue Richtung, in der skulpturale und abstrakt-geometrische Formen im Mittelpunkt standen. Zu seinen berühmtesten Schöpfungen aus jener Zeit gehören Pelican (1940), Poet (1941) und der Chief's Chair (1949). In den 1950er Jahren wurden ihm mehrere prestigeträchtige Projekte anvertraut, darunter die Möblierung eines Saals im Hauptsitz der Vereinten Nationen in New York sowie zahlreicher Flughafenterminals in Europa und Asien.
Poul Kjærholm

Poul Kjærholm (1929-1980) wurde mit 20 erstmal Tischler, bevor er sich an der Kunstgewerbeschule in Kopenhagen einschrieb. Trotz dieses Hintergrundes wurde Stahl charakteristisch für seine Entwürfe. Kjærholm spürte, dass dieses Material ideal für seinen künstlerischen Anspruch war, dessen Ziel darin bestand, so wenig Komponenten wie möglich zu verwenden, bei denen es sich neben Metall meist um Leder, Leinen oder Rattan handelte.
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Mitte der 1950er Jahre entwarf er den Sessel, der seinen internationalen Durchbruch bedeuten sollte: PK22, der in Mailand mit dem Grand Prix ausgezeichnet und nach seiner Vorstellung im Jahr 1956 zu einem sofortigen Erfolg wurde. In jener Zeit begann auch Kjærholms Zusammenarbeit mit dem Hersteller Ejvind Kold Christensen, der seine oftmals teuren Möbel in Serie herstellte. 1955 nahm er eine Lehrtätigkeit an der der Königlich Dänischen Kunstakademie auf, in späteren Jahren als Professor und stellvertretender Leiter.
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