Im Laufe der Jahre haben immer wieder aufsehenerregende private Schmucksammlungen die Auktionsbühne betreten. 1987 erzielte die funkelnde Sammlung der Duchess of Windsor 50 Millionen US-Dollar bei Sotheby’s, 2011 stellten bei Christie’s die legendären Preziosen von Elizabeth Taylor mit einem Gesamterlös von 115 Millionen US-Dollar alles bisher dagewesene in den Schatten.
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Nächsten Monat soll das alles jedoch übertroffen werden, wenn Christie’s im Four Seasons Hotel des Bergues in Genf die unglaubliche Schmucksammlung der im Juni 2022 im Alter von 81 Jahren verstorbenen Milliardärin, Kunstsammlerin und Philanthropin Heidi Horten versteigert. Die 700 funkelnden Lose kommen in zwei Live-Auktionen (10. und 12. Mai) sowie in zwei Online-Auktionen (3.-15. Mai sowie im November) zum Aufruf. Ihr Gesamtwert wird auf 150 Millionen US-Dollar geschätzt.

Die 1941 in Wien geborene und schon früh an Kunst interessierte Heidi Jelinek hatte 1966 den „Kaufhaus-König“ genannten Unternehmer Helmut Horten geheiratet, der ihr bei seinem Tod im Jahr 1987 ein Vermögen von 1 Milliarde US-Dollar hinterließ. Heidi Horten widmete sich mit der Helmut Horten Stiftung der Förderung medizinischer Forschung und setzte den Aufbau der Sammlung mit moderner und zeitgenössischer Kunst fort, die im vergangenen Jahr mit der Heidi Horten Collection ein eigenes Museum in Wien erhielt. Der Erlös der Schmuckauktionen, die Christie’s unter dem Titel „The World of Heidi Horten“ präsentiert, soll ausschließlich karitativen Zwecken und durch die 2020 gegründeten Heidi Horten Stiftung dem Museum zugute kommen.
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„Es bedeutet einen historischen Moment für Christie’s, das Privileg zu haben, eine der weltbesten und wichtigsten Schmuckkollektionen aus Europa anbieten zu dürfen. Darüber hinaus ist es ebenso selten wie bemerkenswert, Zeuge philanthropischer Bemühungen dieses Ausmaßes zu werden. Mit der Gründung der Heidi Horten Foundation hat die verstorbene Frau Horten heute einen wichtigen Rahmen geschaffen, um den Betrieb ihres Museums für die kommenden Jahrzehnte zu sichern und den Genuss der Kunst für Enthusiasten auf der ganzen Welt zu gewährleisten“, kommentierte Anthea Peers, EMEA-Präsidentin bei Christie’s, in einer Pressmitteilung des Auktionshauses.

Der Grundstock zu Heidi Hortens unglaublicher Schmucksammlung wurde 1966 gelegt, als Helmut Horten ihr den Blauen Wittelsbacher zur Hochzeit schenkte. Der blaue Diamant ist jedoch nicht Teil der Auktion, Heidi Horten ließ ihn bereits 2008 bei Christie’s für 23,4 Millionen US-Dollar versteigern. Auch der Perlenanhänger, der einst Marie Antoinette gehörte, und den Horten 2018 bei Sotheby’s in Genf für 36 Millionen US-Dollar ersteigerte, ist nicht mit von der Partie.
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Doch bei einer auf 150 Millionen US-Dollar geschätzten Offerte mangelt es natürlich nicht an Highlights. Zu diesen gehören das Briolette of India-Diamantcollier von Harry Winston (Schätzpreis auf Anfrage), eine ebenfalls bei Harry Winston kreierte dreireihige Perlenkette, deren Schließe ein rosafarbener Diamant von 11,15 Karat ziert (Schätzpreis 7-10 Millionen US-Dollar), der 25,59 karätige Sunrise Ruby-Ring von Cartier, den Horten 2015 bei Sotheby’s in Genf für 30,42 Millionen US-Dollar erstanden hatte (Schätzpreis 15-20 Millionen US-Dollar), eine bedeutende Auswahl an Bulgari-Kreationen von den 1970er Jahren bis heute, ein außergewöhnliches Diamantarmband von Harry Winston (Schätzpreis 5-7 Millionen US-Dollar) sowie die ebenfalls bei Harry Winston angefertigte Halskette mit dem figürlich geschnitzten Great Mughal-Smaragd (Schätzpreis 500.000-700.000 US-Dollar).
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„The World of Heidi Horten stellt die Sammlung eines Lebens dar. Von Bulgari bis Van Cleef & Arpels, von einem kleinen persönlichen Erinnerungsstück bis zum Briolette of India, ist dies der Traum eines jeden Sammlers. Aufbauend auf außergewöhnlichen frühen Stücken, die sie in den 1970er und 1980er Jahren erwarb, baute Frau Horten ihre anspruchsvolle Kollektion weiter aus und kuratierte sie, wobei sie eloquent Vintage- und moderne Designs von den führenden Schmuckhäusern der Welt kombinierte, die heute einige der schönsten Beispiele darstellen, die jemals auf dem Markt angeboten wurden“, bemerkte Rahul Kadakia, International Head of Jewellery bei Christie’s.
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