1. A Match made in Heaven
Wussten Sie, dass der Grundstein der Maison Van Cleef & Arpels die Liebe ist? Alles begann nämlich im Jahr 1895, als sich Estelle Arpels, die Tochter eines Edelsteinhändlers, und Alfred Van Cleef, der Sohn eines Steinschleifers, in Paris das Jawort gaben. Somit spielte die Liebe seit Anbeginn des Unternehmens eine bedeutende Rolle und hat seither immer wieder als Inspirationsquelle gedient.
Bekanntlich ist für die Liebe in der kleinsten Hütte Platz, 1906 wählten Alfred und Estelles Brüder Claude und Julien, die drei Gründer von Van Cleef & Arpels, mit Place Vendôme Nr. 22 jedoch eine noble Adresse, an der sich auch heute noch der Hauptsitz der Maison befindet.

2. Königliche Kunden
Dank der Einzigartigkeit und der hohen Qualität seiner Kreationen konnte sich Van Cleef & Arpels schon früh über eine illustre Klientel freuen. Auch gekrönte Häupter zählen zu den Kunden der Maison. So bestellte König Edward VIII. 1936 anlässlich des 40. Geburtstags seiner großen Liebe Wallis Simpson gleich drei außergewöhnliche Stücke. Weitere folgten im Laufe der Jahre und oft saß Edward, nach seiner Abdankung als Duke of Windsor bekannt, mit den kreativen Köpfen der Maison zusammen, um die Pretiosen mitzugestalten. Die Duchess of Windsor soll sich hingegen für das legendäre Zip-Collier eingesetzt haben, das 1938 bei Van Cleef & Arpels entworfen und 1950 perfektioniert wurde. Diese Meisterleistung der Juwelierkunst mit einem Reißverschluss als zentralem Element, kann offen als Halsschmuck und geschlossen als Armband getragen werden.
Lesen Sie auch: 5x royaler Schmuck: Auktionen mit historischen Juwelen

Als Prinzessin Fausia von Ägypten 1939 den persischen Kronprinzen, Mohammad Reza Pahlavi, heiratete, erhielt Van Cleef & Arpels den Auftrag, verschiedene prachtvolle Stücke, darunter ein Diadem und ein Collier, für die Braut, aber auch für deren Mutter, Königin Nazli von Ägypten, zu schaffen. Die Ehe von Fausia und Mohammad, der 1941 Schah des Iran geworden war, wurde 1948 geschieden. In dritter Ehe heiratete der Schah 1959 Farah Diba, die mit ihm 1967 gemeinsam gekrönt wurde. Dies war das erste Mal in der Geschichte der persischen Monarchie, dass die Ehefrau eines Herrschers ebenfalls gekrönt wurde, weshalb keine entsprechende Krone existierte. Abermals wandte sich das Herrscherhaus an Van Cleef & Arpels. Da die neue Krone jedoch mit Juwelen aus dem Kronschatz des Irans besetzt werden sollte, die das Land nicht verlassen durften, mussten die Juweliere von Van Cleef & Arpels in den Iran reisen, um ihr Werk vor Ort auszuführen.
1956 bekam Grace Kelly zu ihrer Hochzeit mit Fürst Rainier III. von Monaco von selbigem ein Schmuckensemble von Van Cleef & Arpels geschenkt. Kurz darauf wurde die Maison zum Hoflieferanten des monegassischen Fürstenhauses ernannt.
Lesen Sie auch: Die berühmtesten Verlobungsringe aller Zeiten
3. Inspirationsquelle Ballett
Anfang der 1940er Jahren brachte Van Cleef & Arpels mit den Ballerina-Broschen die ersten Kreationen auf den Markt, die vom Ballett inspiriert waren. Dies war der Auftakt zu einer neuen Tradition, die noch immer im Sortiment der Maison zu finden ist.
Lesen Sie auch: Vorsicht, ansteckend!

Seit 1940 verfügt Van Cleef & Arpels über eine dauerhafte Niederlassung an der Fifth Avenue in New York, deren erste Leitung Julien Arpels’ Sohn Claude anvertraut worden war. Mitte der 1960er Jahre traf Claude Arpels auf den Mitbegründer des New York City Ballets, George Balanchine, wodurch die Idee zu einem Ballett namens Jewels entstand, dessen drei Akte Smaragden, Rubinen und Diamanten gewidmet war und das 1967 uraufgeführt wurde.
Auch in jüngerer Zeit wird die gegenseitige Inspiration von Van Cleef & Arpels und dem Bühnentanz fortgeführt. 2013 widmete der Choreograph Benjamin Millepied dem Traditionsunternehmen das Ballett Reflections, das er gemeinsam mit seinem Ensemble, dem L.A. Dance Project, inszenierte.
Lesen Sie auch: Ballett und Oper in der bildenden Kunst: Ein virtuoses Sammelgebiet
4. Eine gescheiterte Operndiva
2013 wurde bei Sotheby’s in Genf der bislang höchste Auktionspreis für eine Van Cleef & Arpels-Kreation erzielt: Für fast 10 Millionen Schweizer Franken wechselte die Walska Briolette Diamond-Brosche ihren Besitzer. Der Name des Schmuckstücks geht auf die einstige Besitzerin von dessen zentralen Element zurück, ein gelber Diamant im Briolette-Schliff von 96,62 ct.

Die im heutigen Belarus geborene Ganna Walska träumte davon, Opernsängerin zu werden, wurde aber vor allem durch ihr glamouröses Privatleben bekannt. Walska war sechsmal verheiratet, davon zweimal mit millionenschweren Mitgliedern der amerikanischen High Society, wodurch sie im Laufe der Jahre eine ansehnliche Schmucksammlung aufbaute. Van Cleef & Arpels zählte zu den von ihr bevorzugten Juwelieren. 1971 ließ Ganna Walska ihren Schmuck bei Sotheby’s in New York versteigern. Van Cleef & Arpels erwarb die Walska-Briolette, die von Walska an einer langen Sautoire-Kette getragen worden war. Im Jahr darauf erhielt Van Cleef & Arpels von einem bedeutenden amerikanischen Sammler den Auftrag, den gelben Diamanten in ein Geschenk für seine Frau einzuarbeiten. Und so schufen die Juweliere die oben genannte Brosche in Form eines Vogels, wohl ein Phönix, von dessen Schnabelspitze der Briolette-Diamant baumelt. Der gelbe Stein ist abnehmbar und auch der mit Diamanten, Smaragden und einem Saphir-Cabochon besetzte Körper des Vogels bietet weitere Optionen: Während die Flügel zu Ohrclips werden, können die Schwanzfedern einzeln als Brosche getragen werden.
5. Mysteriös, mysteriös!
Van Cleef & Arpels hat im Laufe seiner langen Existenz viele ikonische Stücke geschaffen, die zum Markenzeichen der Maison geworden sind, darunter die entzückenden Tier-Clips und natürlich die berühmte Halskette Alhambra. Wirklich revolutionär und das wichtigste Aushängeschild von Van Cleef & Arpels, das eine Verkörperung des dortigen innovativen Geistes darstellt, ist jedoch das Mystery Set, eine äußerst komplizierte Technik, bei der die metallene Fassung eines mit Edelsteinen besetzten Schmuckstücks vollkommen unsichtbar bleibt, wodurch eine gleichmäßige Oberfläche mit samtigem Glanz entsteht.
Lesen Sie auch: Wie Van Cleef & Arpels zu seinem Kleeblatt kam

Viele Juwelier, darunter auch Cartier und Boucheron, beschäftigten sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit der Entwicklung einer solchen Technik, doch nur Van Cleef & Arpels gelang es, sie zu perfektionieren. 1933 folgte die Anmeldung zum Patent. Zum Einsatz kommen hierbei vor allem Rubine und Saphire, da sich Smaragde als zu zerbrechlich für den aufwändigen Schliff, den die Technik mit sich bringt, erwiesen. Weiße Diamanten sind hingegen zu hart und könnten zudem aufgrund ihrer Farbe, bzw. des Mangels selbiger, die unter den Steinen verborgenen Schienenfassung doch durchscheinen lassen. Das Schleifen der Steine erfordert viel Erfahrung und ein Höchstmaß an Können, sodass es nur wenige Edelsteinschliefer gibt, die die Technik ausführen können.
Lesen Sie auch: 5 Dinge, die man über Mystery Clocks wissen sollte
Seit über 100 Jahren begeistert Van Cleef & Arpels mit Innovation und Kreativität und ist eine feste Größe im Bereich der Haute Joaillerie, die uns mit jeder neuen Kollektion ein weiteres Mal verzaubert.
Entdecken Sie weitere Artikel über Schmuck & Edelsteine im Barnebys Magazin!




