Der Print Room des Rijksmuseums in Amsterdam umfasst rund 750.000 Drucke, Zeichnungen und Fotografien, von denen der Großteil auf Papier ausgeführt wurde – doch nicht nur. Vor sechs Monaten war es der Institution mit Unterstützung durch den F.G. Waller Fonds möglich, einen äußerst ungewöhnlichen Bildträger zu ersteigern: ein seltenes Kondom von ca. 1830, das mit einer humorvoll-erotischen Radierung bedruckt wurde.
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Die Radierung zeigt eine Nonne mit hochgeschlagenem Habit und aufreizender Pose. Vor ihr stehen drei Geistliche – wohl zwei Mönche und ein Pfarrer – die ebenfalls ihre untere Körperhälfte entblößt haben und dadurch ihre unterschiedlich ausgeprägten Anatomien enthüllen. Der Fingerzeig der Nonne auf einen der Männer sowie die französische Bildunterschrift Voilà mon choix („Das ist meine Wahl“) könnten darauf hindeuten, dass die Szene auf humorvolle Weise das Urteil des Paris aus der griechischen Mythologie aufgreift.
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Bedruckte historische Kondome wie dieses aus dem Blinddarm eines Schafes angefertigte Exemplar, bei dem es sich vermutlich um ein Souvenir aus einem Bordell handelt, sind sehr selten. Nur zwei weitere Beispiele sind bekannt. Umso mehr ist das Rijksmuseum erfreut, es für seine Sammlung gesichert zu haben, und diese so mit einem weiteren Exponat zum Thema Sexualität und Prostitution im 19. Jahrhundert erweitern zu können.
Das Kondom wird noch bis Ende November im Rijksmuseum Amsterdam ausgestellt.




