Da nahm sich jemand noch wirklich Zeit für seines Fans - auch für jene in Übersee: 1969 oder 1970 beantworte Neil Armstrong in einem eigenhändigen und signierten Brief (mit Briefkopf der National Aeronautics and Space Administration in Houston, Texas) die Frage eines Herrn Klemens Keyser aus Wolfenbüttel.

Herr Keyser wollte aus erster Hand wissen, ob Armstrong beim Betreten des Mondes "That's one small step for a man, one giant leap for mankind" oder "That's one small step for man, one giant leap for mankind" gesagt hatte, was aufgrund der schlechten Übertragung, die im Juli 1969 die Menschen rund um den Globus vor den Fernseher bannte, nicht ganz deutlich geworden war. Der Astronaut gab an, dass die erste Version die korrekte sei.
Der Brief ist eines der Top-Lose der Auktion, die am 14. Dezember im Auktionshaus Kiefer stattfinden wird und die ein breitgefächertes Angebot aus Kunst, Büchern und Antiquitäten in mehr als 1000 Losen bereithält.

Wenige Tage nach der ersten Mondlandung starb übrigens der Künstler Otto Dix - noch ein runder Gedenktag für das Jahr 2019. Dix ist unter anderem mit der Originalfarblithographie Römerin in der Auktion vertreten. Die Arbeit aus dem Jahr 1962 ist sowohl bezeichnet und nummeriert als auch datiert und signiert.

Im Bereich Grafik ist auch der eingangs erwähnte Jubilar Rembrandt van Rijn wiederholt anzutreffen, beispielsweise mit der Radierung Männlicher Akt mit ausgestrecktem Fuß am Boden sitzend von 1646.

Auch der "Dauerbrenner" Holzschnitt darf in dieser Offerte nicht fehlen. Im Angebot sind u.a. Albrecht Dürers Christi Himmelfahrt aus der Kleinen Holzschnitt-Passion von 1510 sowie das rund vierhundert Jahre jüngere Spaziergänger (Promenaders) von Lyonel Feininger, der übrigens 1919 als erster Meister an Weimarer Bauhaus berufen worden war.

Wie man sieht, sind Grafiken auf vielfältigste Weise in der Auktion vertreten, mit Salvador Dalís La divine comédie zu der Schrift Dante Alighieris von 1963 sowie Marc Chagalls Farblithographienfolge The Story of Exodus, die 1966 in Paris und New York veröffentlicht wurde, als Spitzenlose.

Auch die gemalte Kunst kann sich sehen lassen. Beispielsweise mit einem Set von vier Holztafeln mit rundem oberen Abschluss, die jeweils einer Jahreszeit gewidmet sind. Diese werden von jungen Frauen, ausgestattet mit Früchten der jeweiligen Saison, repräsentiert. Die Tafeln, die vermutlich im späten 18. Jahrhundert ausgeführt wurden, sind jeweils etwa 156 x 64 cm groß.

Zwischen 1620 und 1650 entstand ein weiteres Gemälde der Offerte, das Drei Jünglinge bei der Mahlzeit darstellt. Das Werk entstammt vermutlich dem Umkreis des Nicolas Tournier, einem französischen Maler, der während eines Aufenthaltes in Rom mit dem Stil Caravaggios in Berührung gekommen war und diesen mit in seine Heimat nahm.

Spannend ist auch das Angebot an Literatur zu unterschiedlichen Themen und aus unterschiedlichen Epochen. Zu erwähnen ist hier unbedingt Betrachtung von 1913, ein Exemplar der Erstausgabe von Franz Kafkas erster Buchveröffentlichung. Um eine Erstausgabe handelt es sich auch bei Trattato della sfera di Galileo Galilei, die jedoch erst nach dem Tod des großen Wissenschaftlers erschien.

Unter den Antiquitäten der Auktion wird auch eine schöne Auswahl an antiken Violinen angeboten, darunter ein um 1700 in Norditalien angefertigtes Exemplar. Auch Violinbögen sind mit von der Partie.
Die Auktion findet am 14. Dezember ab 11 Uhr bei Kiefer Buch- und Kunstauktionen in der Steubenstraße 36 in Pforzheim statt. Vorbesichtigungen snd dort von 11.-13. Dezember möglich.



