Fast 4000 Lose wurden dem in Grasbrunn bei München ansässigen Auktionshaus Hermann Historica zum Versteigern anvertraut. Zusammengekommen ist eine überaus spannende und faszinierende Offerte, die vom 16. bis 20. Mai in sieben Katalogen angeboten wird.
Entdecken Sie nun sechs Highlights der beindruckenden und geschichtsträchtigen Auktionsreihe!
Los geht es am 16. Mai mit dem 891 Lose starken Katalog „Kunst und Antiquitäten“, der Antiken genauso umfasst wie Asiatika und russische Kunst. Hier kommen gleich vier historische Schätze zum Aufruf, deren Startpreise im sechsstelligen Bereich liegen.

Einer davon ist diese herausragende spätsasanidische Silberschale zu, deren Startpreis bei 250.000 Euro liegt. In der Kunst des Sasanidenreichs, das vom frühen 3. Jahrhundert bis zur Mitte des 7. Jahrhunderts Bestand hatte und sich in seiner Blütezeit vom heutigen Iran bis nach Ägypten und in die Türkei erstreckte, spielte die Toreutik eine wichtige Rolle. Getriebene und ziselierte Silber- und Goldschalen erzählten in detaillierten Reliefs von der Prachtentfaltung am Hofe des Großkönigs, wobei sich dieser meist im Mittelpunkt des Geschehens befand. So auch im vorliegenden Fall: Die Bankettszene zeigt den Großkönig, der sich von Dienerinnen und Dienern bewirten und musikalisch unterhalten lässt.

Ein weiteres absolutes Prachtexemplar kommt mit dieser apulischen Grabhydria zum Aufruf, für die mindestens 25.000 Euro gefordert sind. Während die Rückseite des monumentalen Gefäßes mit einem Palmettenmuster versehen wurde, zeigt die Vorderseite eine Naiskosszene: In einem Grabtempelchen (Naiskos) ist eine verstorbene Dame mit zwei Dienerinnen abgebildet. Weitere weibliche Figuren, die unterschiedliche Handarbeiten ausführen, umgeben die Architektur. Die Naiskosvasen waren eine Sonderform der apulischen Vasenmalerei, die im 4. Jahrhundert v. Chr. aufkam und sich fast ausschließlich auf diese Region beschränkte.

Einen Sprung von der Antike in die frühe Neuzeit vollziehen wir nun mit diesem Highlight, einem Augsburger Kästchen, das „ein seltenes Exemplar meisterlicher deutscher Einlagearbeit“ darstellt. Den Holzkorpus zieren Intarsien und Applikationen aus Elfenbein. In den Deckel sind drei rechteckige Kartuschen eingelassen, in denen sich die emaillierten und goldgehöhten Wappen des Fürstentums Anhalt, der Markgrafschaft Brandenburg und des Herzogtums Württemberg befinden. Für das museale Stück aus dem 17. Jahrhundert sind Gebote ab 18.000 Euro erwünscht.
Am 17. Mai geht es weiter mit der Auktion „Antike Waffen und Rüstungen aus aller Welt“, die 286 Lose umfasst. Ein besonderes Augenmerk muss hier auf die sammelwürdigen Blankwaffen aus aller Welt gerichtet werden, denn ein edler osmanischer Yatagan kommt hier genauso zum Aufruf wie ein indischer Kandschar mit Jadegriff oder dieses überaus seltene Wikinger-Schwert mit der Klingeninschrift „INGELRII“.

Etwa 20 Exemplare der so gekennzeichneten Schwerter sind heute bekannt. Für ein solch besonderes Stück ist natürlich ein entsprechender Startpreis gefordert, der in diesem Fall 12.000 Euro beträgt.
Mit 967 Losen ist die Offerte „Schusswaffen aus fünf Jahrhunderten“, die am 18. Mai unter den Hammer kommt, die umfangreichste der gesamten Auktionsreihe. Hier dürfen sich Sammler auf frühe Radschlossbüchsen und luxuriöse Perkussionspistolen sowie auf alltagstaugliche Jagdgewehre und moderne Waffensysteme freuen.

Eine Waffe, die auf dem Markt nur selten zu finden ist, vor allem in Hinblick auf das umfangreiche Zubehör, ist diese Windbüchse, die um 1800 in Süddeutschland oder Österreich hergestellt wurde. Diese ihre Munition durch Luftdruck abfeuernden Waffen gibt es seit dem 17. Jahrhundert. Im späten 18. Jahrhundert wurden sie von Bartolomeo Girardoni aus Tirol verbessert. Dessen System wurde auch bei dem vorliegenden Exemplar, dessen Startpreis 12.000 Euro beträgt, verwendet.
Die beiden letzten Auktionstage umfassen jeweils zwei Auktionen. Am 19. Mai wird am Nachmittag die Sammlung Van Bosstraeten versteigert, die 427 Lose mit Militaria aus der deutschen Kaiserzeit umfasst. Bereits am Vormittag erfolgt die Versteigerung der 351 Lose des Katalogs „Orden und Militaria bis 1918“.

Wie in der Vergangenheit bereits des Öfteren gesehenen, versteigert Hermann Historica auch bei dieser Gelegenheit ein Ensemble aus der eleganten Garderobe der Kaiserin Elisabeth von Österreich. Die zahlreichen Verehrer der legendären Monarchin dürften von dem zweiteiligen lindgrünen Sommerkleid mit cremefarbener Schärpe aus den 1860er oder 1870er Jahren begeistert sein. Wer es jedoch sein Eigen nennen möchte, muss mindestens 12.500 Euro investieren.
Den Abschluss der Auktionsreihe bilden am 20. Mai der 696 Lose umfassende Katalog „Orden und Militaria ab 1919“ sowie eine hochinteressante Wiener Fernglassammlung, deren 324 Lose einen Zeitraum von 100 Jahren abdecken.
Die Versteigerungen finden im Auktionshaus Hermann Historica, Bretonischer Ring 3, in Grasbrunn bei München statt. Vorbesichtigungen sind dort vom 9. bis 14. Mai möglich.
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