Statt in einen Winterschlaf zu fallen startet das Londoner Auktionshaus Pax Romana bereits am 10. Januar wieder voll durch und präsentiert eine Auktion mit exquisiten Antiken sowie Schmuck und Militaria aus längst vergangenen Zeiten. Viele der Stücke stamen aus bedeutenden Sammlungen und wurden auf ihre Authentizität geprüft, um diese Auktion zu einer der signifikantesten des Auktionshauses zu machen.

Diese ägyptische Steinfigurine von 664-30 v. Chr. stellt den Gott Osiris dar, ausgestattet mit einem geflochtenen göttlichen Bart, der Atef-Krone sowie idealisierten Gesichtszügen. Mit über der Brust verschränkten Armen hält mit dem Krummstab und dem Dreschflegel die religiösen Herrschaftssymbole des Reiches am Nil in den Händen. Osiris war einer der wichtigsten Götter im altägyptischen Pantheon, der zunächst für die Fruchtbarkeit und anschließend für das Totenreich zuständig war. Als Assoziation mit der Unterwelt wird er häufig mit goldenem oder grünen Gesicht dargestellt.
In seiner Rolle als Herrscher über die Unterwelt, wurde Osiris mit einem Pharao assoziiert und daher häufig mit den Attributen eines solchen dargestellt. Dies ist auch bei der vorliegenden Figurine der Fall, die zwischen 1985 und 2002 in der zur Michigan State University gehörenden Kresge Art Gallery ausgestellt worden war.

Nach einem Sprung über das Mittelmeer befinden wir uns im antiken Europa, wo um 400 v. Chr. dieser griechisch-apulische Krater aus Terracotta angefertigt wurde, den ein rotfiguriges Dekor ziert. Während auf der einen Seite die geflügelte Siegesgöttin Victoria dargestellt ist, die sitzend eine Platte oder eine Schatulle hochhält, zeigt die andere Seite einen in einen Mantel gehüllten Mann mit Wanderstab. Umrahmt werden die figürlichen Szenen von einem geometrischen Fries oben sowie einem Fries mit Wellenmuster unten. Kratere wurden bei entsprechenden Gelegenheiten als Gefäße zur Weinbereitung verwendet. Das vorliegende Exemplar wurde von dem unabhängigen Labor von Ralf Kotalla in Deutschland datiert.

Dieses Teilstück eines Reliefs, das von einem Marmorsarkophag aus dem 2. oder 3. Jahrhundert stammt, zeigt eine Szene der Kalydonischen Jagd, in der Nike/Victoria zwei Vögel sowie einen Getreidehalm hält. Die Siegesgöttin steht auf einem Wagen, der von zwei Ebern gezogen wird. Rechts von ihr ist Eros/Amor dargestellt, der sich auf eine Fackel oder auf die Keule des Herakles/Herkules stützt. Das Relief stammt aus einer Sammlung an der Ostküste der USA.

Wer sich für seltene antike Militaria interessiert, wird von diesem assyrischen Bronzehelm von 900-700 v. Chr. sicherlich begeistert sein. Der Helm verbindet eine konische Form mit spitzem Abschluss mit Wangenklappen in der Form von Sanduhren. Das Assyrische Reich war eine der Supermächte des antiken Mesopotamiens, dessen Wiege die Stadt Assur im heutigen Irak.

In der Schmuckofferte der Auktion muss vor allem dieser römische Goldring aus dem 2. oder 3. Jahrhundert hervorgehoben werden. In ihn eingefasst ist ein roter Stein, in den ein naturalistisches Porträt Alexanders des Großen geschnitten wurde. Der schon zu Lebzeiten legendäre makedonische König trägt das Löwenfell des Herkules, wodurch er mit dem Halbgott auf eine Stufe gestellt wird.
Durch seine Eroberungen blieb Alexander die gesamte Antike hindurch eine bedeutende historische Figur und Objekt der Bewunderung, an der sich Feldherrn und Politiker messen lassen mussten. Der vorliegende Ring stammt vermutlich aus dem Besitz eines römischen Soldaten. Seine Authentizität wurde mithilfe einer Röntgenfluoreszenzanalyse in einem unabhängigen belgischen Labor überprüft.

Diese große Schieferfigur aus dem 2. oder 3. Jahrhundert stellt einen Bodhisattva mit Nimbus dar, der gelassen in die Ferne blickt. Er trägt einen eleganten Sanghati sowie aufwändigen Schmuck, darunter ein Perlencollier sowie Armbänder und -reifen, was auf seinen spirituellen Reichtum hinweisen soll. Seine Identität als Bodhisattva wird durch die Urne an seiner Stirn unterstrichen, die ursprünglich mit einem Edelstein verziert gewesen sein könnte. Alle Details zusammen ergeben die majestätische Darstellung eines Bodhisattva oder einer Person, die imstande ist, das Nirvana zu erreichen, was allerdings nur durch Hingabe möglich ist.
In einer Hand hält er eine Frucht, vermutlich einen Granatapfel, ein buddhistisches Symbol der Fruchtbarkeit. Die Figur stammt aus Gandhara, einer antiken Region im heutigen Pakistan, genauer gesagt, aus der Kushan-Periode (ca. 75-451), die als das Goldene Zeitalter des Kunstschaffens in jener Gegend gilt.
Die Auktion findet am 10. Januar 2021 bei Pax Romana in London statt. Onlinegebote sind höchstwillkommen.



