Wilhelm Busch (1832-1908) wird vor allem als humoristischer Dichter und Zeichner wahrgenommen. Dass er auch ein begabter Maler war, ist hingegen weniger bekannt, vielleicht auch, weil Busch selbst Zeit seines Lebens an seinen dahingehenden Fähigkeiten zweifelte.
Nach einem vierjährigen Studium am Polytechnikum in Hannover konnte Wilhelm Busch seine Eltern von einem Kunststudium überzeugen, dass ihn zunächst nach Düsseldorf und dann nach Antwerpen führte, wo er die Alten Meister kennen- und schätzen lernte. Nach einer schweren Typhuserkrankung zog es Busch an die Kunstakademie in München, an der er sich im November 1854 einschrieb. Im Jahr darauf porträtierte er seinen jüngeren Bruder Adolf, der damals 17 Jahre alt war.

Das kleinformatige Bildnis (17,7 x 12,5 cm) ging nach Wilhelm Buschs Tod in den Besitz seines Neffen Adolf Nöldeke und dessen Frau Elisabeth über, die einen Vermerk über die Echtheit des unsignierten Werks auf der Rückseite hinterlassen hat.
Das frühe Werk Wilhelm Buschs ist Teil der Frühjahrsauktion des hannoverschen Auktionshauses Kastern am 20. März. Der über 1400 Lose starke Katalog umfasst hochwertige Kunst, Antiquitäten und Kunsthandwerk.

Ein weiteres Highlight der Gemälde-Offerte ist das 1946 entstandene Gemälde Braut des seit 1919 in Hannover tätigen Expressionisten Otto Gleichmann.

Vom Worpswede Künstler Hans am Ende kommt das auf Karton gemalte Werk Junger Birkenhain zum Aufruf. Hans am Ende gehörte 1889 zu den Gründern der Künstlerkolonie und bewohnte dort mit seiner Frau Magda das Wohn- und Atelierhaus Buchenhof.

Mit Brücke-Maler Otto Mueller teilte sich der Expressionist Paul Kother zwei Jahre lang ein Atelier in München. Über Mueller, mit dessen Schwester er verheiratet war, lernte Kother auch Ernst Ludwig Kirchner und Conrad Felixmüller kennen und nahm an gemeinsamen Ausstellungen Teil.

Neben Mueller und Kirchner gehörte auch Erich Heckel zu den Gründern der Künstlergruppe Brücke. Von Heckel stammt eines der Highlights der Kategorie „Druckgrafik & Multiples“, der Holzschnitt Kniende am Stein von 1913.

In der Skulpturen-Offerte muss auf ein Hohlspiegelobjekt von Adolf Luther, einem Hauptvertreter der Kinetischen Kunst, hingewiesen werden. Das auf 1977 datierte Objekt besteht aus einem halbtransparenten, konkavem Spiegel vor einem weiteren Spiegel auf einer Holzplatte. Als Rahmen dient eine quadratische Plexiglasbox.

Zeitanzeiger kommen in der Auktion als Exemplare für die Wand, die Tasche, den Kaminsims oder auch für das Handgelenk zum Aufruf. Unter letzteren muss auf eine gelbgoldene Rolex Yacht-Master-Armbanduhr für die Dame hingewiesen werden. Neben der Uhrzeit lässt sich vom blauen Zifferblatt auch das Datum ablesen.

Ein weiteres Top-Los gilt es unter den Möbeln der Offerte zu entdecken: Eine nur selten angebotene Salon-Einrichtung, bei der es sich vermutlich um eine Arbeit des bedeutenden französischen Jugendstil-Künstlers Eugène Gaillard handelt. Das Möbel-Ensemble besteht aus einem Schrank, einem Buffet sowie einem Esstisch mit acht Stühlen.

Um eine frühe Arbeit aus der Glasmanufaktur der Gebrüder Daum, die das von ihrem Vater gegründete Unternehmen in Nancy 1885 übernommen hatten, handelt es sich bei dieser großen Schale aus rotviolettem Glas mit grünen Pulvereinschmelzungen. Das äußere Muster mit Mäanderbändern und Sonnenblumen ist teilweise mit Gold bemalt.

In der wunderschön bestückten Porzellan-Offerte darf ein seltener Tafelaufsatz der KPM Berlin nicht unerwähnt bleiben. Das außergewöhnliche Stück mit zwei ägyptisierenden Frauenfiguren aus glasiertem Weißporzellan wurde 1902 nach einem Entwurf von Martin Fritzsche geschaffen.

Mit einem seltenen Prunkleuchter aus Silber wurde 1950 ein unermüdlicher Förderer des Kunsthandwerks geehrt: Richard Uhlemeyer (1900-1954), der von 1949 bis 1954 erster Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks war. Gemäß der gravierten Inschrift erhielt Uhlemeyer das Geschenk zu seinem 50. Geburtstag.

Über seltene Schätze dürfen sich auch Asiatika-Sammler freuen. Keinesfalls unerwähnt bleiben darf dabei ein Paar chinesische Cloisonné-Vasen aus der späten Qing-Dynastie (1644-1911), die über gelbem Grund mit Pfirsichblüten und Fledermäusen verziert wurden.
Die Versteigerung im Auktionshaus Kastern beginnt am 20. März um 11 Uhr, muss aber leider ohne Saalpublikum stattfinden. Bieten Sie daher online, telefonisch und schriftlich mit.
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