Gegen Ende des Monats darf im Auktionshaus Stahl in Hamburg auf eine 850 Lose starke Offerte mit Schmuck, Uhren, Kunst und Kunstgewerbe mitgeboten werden, die mit ihrer Qualität und Vielfalt viele Bieter anlocken wird.

Die Schmuckofferte, die die Auktionsreihe am 24. Mai eröffnet, kann mit hochkarätigen Ringen und begehrten Art-déco-Armbändern genauso überzeugen wie mit einigen überaus prachtvollen Colliers. Zuvorderst zu nennen sind hier ein floraler Halsschmuck mit verschiedenfarbigen Turmalinen, ein grandioses Brillantcollier mit dem passenden Namen Spectacle de Diamants sowie ein Goldcollier im griechischen Stil, das mit passendem Ohrschmuck zum Aufruf kommt. Ein weiterer Hingucker ist ein geradezu grandioses Collier, das mit 441 Brillanten und Südsee-Zuchtperlen von variierender Farbe besetzt ist.
Auch die Uhrenofferte mit eleganten Zeitanzeigern von Herstellern wie Rolex, Cartier, Patek Philippe und Chopard kann sich mehr als sehen lassen.

1972 präsentierte Audemars Piguet mit der Royal Oak die erste Sportuhr mit luxuriösem Look. Der Designer war Gérald Genta, der das flache Uhrwerk in einem coolen Gehäuse aus Edelstahl platzierte, das auch heute noch überzeugt. Das Uhrwerk war zwar flach, aber auch relativ breit, sodass das Gehäuse schließlich einen Durchmesser von 39 mm aufwies, was für die damalige Zeit viel war. Später begann man, die Größe der Royal Oak zu reduzieren und die ersten Exemplare erhielten den Beinamen „Jumbo“. Im Auktionshaus Stahl kommt eine dieser seltenen Herrenarmbanduhren aus der A-Serie zum Aufruf.
Nach Schmuck und Uhren kommen am zweiten Auktionstag Kunstfreunde voll auf ihre Kosten, wenn neben alten und modernen Werken auch vielfältiges Kunstgewerbe aufgerufen wird.

Die Offerte mit moderner und zeitgenössischer Kunst, die den Auftakt bildet, umfasst rund 300 Lose und kann mit spannenden Arbeit deutscher und internationaler Künstler punkten. Alex Katz begeistert hier genauso wie James Rizzi, Friedrich Karl Gotsch, Horst Janssen oder auch Rockmusiker Udo Lindenberg, von dem gleich mehrere Unikate angeboten werden.

Apropos „Rockstar“: So lautet auch der Titel eines der Werke von Leon Löwentraut, die den Auktionskatalog aus Privatsammlungen in Luxemburg und Köln erreicht haben. Der 1998 geborene Löwentraut stellte bereits in New York, Singapur, Basel und London aus und wurde im vergangenen Jahr mit dem Barlach-Preis ausgezeichnet. Aus einer Privatsammlung in Baden-Württemberg kommen zudem mehrere Arbeiten der Flensburger Künstlerin Käte Lassen, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts vor allem von dänischen Künstlern beeinflusst wurde und deren Stil sich vom Jugendstil über den Expressionismus bis zur Neuen Sachlichkeit entwickelte.
Im Anschluss darf auf Gemälde mitgeboten werden, deren Entstehungszeitraum von etwa 1500 bis zum frühen 20. Jahrhunderts reicht.

Hier ist auch das am höchsten bewertete Los der Auktion zu finden, eine 112,5 x 66,5 cm messende Eichenholztafel, die um 1520 von einem Maler aus dem Umkreis des Evert van Orley mit den Lebensstationen des Heiligen Rochus bemalt wurde. Der Heilige Rochus von Montpellier soll der Legende nach während einer Pilgerreise nach Rom Pestkranke nur durch das Kreuzzeichen geheilt haben, darunter auch einen Kardinal. Daraufhin erhielt er eine Audienz beim Papst, was hier zentral dargestellt ist. Das vorliegende Werk ist wohl in Anlehnung an den Rochus-Zyklus in der St. Jakobskirche in Antwerpen entstanden, der Evert van Orley zugeschrieben wird.
Ebenfalls hervorzuheben sind ein Hausaltar aus dem Umkreis des Gerard David, Bergwiese mit Mäher bei Kutterling von Johann Sperl, Otto Modersohns Bei der Torfarbeit sowie mehrere Werke von Ernst Eitner und Thomas Herbst. Unter den anschließend zum Aufruf kommenden Marinebildern stechen Die Rickmer Rickmers vor Singapur des Franzosen Roger Chapelet sowie zwei Werke von Poppe Folkerts hervor.

Den Abschluss der Auktionsreihe bildet das Kunstgewerbe, das unter anderem Möbel, Dekoration, Porzellan, Skulpturen und moderne Glaskunst umfasst. Zu Letztgenannter gehört mit Bacco auch eine jener Arbeiten, die Pablo Picasso ab den 1950er Jahren für die Fucina degli Angeli in Venedig entwarf. Die Manufaktur wurde von Egidio Costantini gegründet, der skulpturale Glaskunstwerke schaffen wollte, wofür er berühmte Künstler wie Jean Cocteau, Max Ernst und eben Picasso anwarb.
Ebenfalls nicht unerwähnt bleiben dürfen an dieser Stelle ein außergewöhnlicher Tafelaufsatz, der Mitte des 18. Jahrhunderts in Meissen und Vincennes ausgeführt wurde, eine seltene Suite von sechs Panneaux mit Chinoiserien aus demselben Zeitraum sowie die Bronzen Lesender Klosterschüler von Ernst Barlach und Sitzender weiblicher Akt von Edgar Augustin.
Die Versteigerungen finden am 24. und 25. Mai, jeweils ab 11 Uhr, im Auktionshaus Stahl, Graumannsweg 54, in Hamburg statt. Die Vorbesichtigungen beginnen dort am 17. Mai und werden vom 21.-23. Mai fortgesetzt.




