Ab dem 19. Jahrhundert geschaffene Kunst wartet am 19. Mai bei Lehner Kunstauktionen darauf ersteigert zu werden. In rund 180 Losen kommen Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen zum Aufruf.
Als Highlight führt ein titelloses, mit Ölfarbe, Kohle und als Collage ausgeführtes Leinwandwerk von Willem de Kooning die Offerte an. Als Entstehungszeitraum des signierten, aber undatierten Werks wird die Zeit von 1956 bis 1960 angenommen - eine von Umbrüchen geprägte Phase in der Karriere des Künstlers. Nachdem de Kooning lange Zeit abstrakte Frauenbildnisse gemalt hatte, begann er nach dem Tod Jackson Pollocks 1956 nicht weniger abstrakte Landschaften zu schaffen, die beim Betrachter nicht nur einen visuellen, sondern auch emotionalen Eindruck hinterlassen.

Gemeinsam mit Pollock, den der 1926 in die USA ausgewanderte Niederländer de Kooning Anfang der 40er Jahre kennengelernt hatte, und mit dem ihn eine Art "Freindschaft" verband, gilt Willem de Kooning als Begründer des Action Painting.
Die vorliegende Arbeit wurde 1960 direkt beim Künstlers in New York erworben und befand sich seither im Besitz der Familie.

Ebenfalls hochinteressant ist eine weitere Landschaft der Auktion, nämlich die 1924 vom Expressionisten Willi Geiger geschaffene Ansicht von Toledo. Geiger studierte intensiv die Werke der spanischen Maler Velazquez, Goya und vor allem El Grecos, der allgemein einen großen Einfluss auf die Malerei der hatte. Das vorliegende Gemälde Geigers entstand vermutlich in Anlehnung an El Grecos von Gewitterwolken überschattete Ansicht von Toledo von ca. 1598.

Mit Ruhende Frau ist der österreichische Maler Heinz Steiner mit einem Spätwerk in der Auktion vertreten. Deutlich wird bei dieser Arbeit die intensive Beschäftigung Steiners mit dem französischen Kubismus, insbesondere Fernand Léger. Doch auch Anklänge an Picasso sind in seinem Œuvre zu bemerken.

Hingegen aus dem Frühwerk des Wieners Hubert Scheibls stammt dieser abstrakte Diptychon. In jener Phase seines Schaffens stand für den Maler weniger das Motiv, denn die Malweise an sich im Mittelpunkt. Ein weiteres frühes Werk der Auktion ist Holzfäller des noch nicht zwanzigjährigen Innsbrucker Malers Herbert Gurschner, der nachdem er in den englischen Adel eingeheiratet hatte, Teil der Londoner Kunstszene wurde. Sein Stil war expressionistisch mit einer Tendenz zur Neuen Sachlichkeit.

Rund 100 Jahr zuvor entstand diese etwas andere Ansicht des Schlosses Schönbrunn mit der berühmten Gloriette im Park, welche man erst auf den zweiten Blick wahrnimmt, da der Miniaturen- und Landschaftsmaler Jakob Alt den Blick des Betrachters zunächst auf einige Mitglieder der Landbevölkerung im Vordergrund des Aquarells lenkt.

Weitere interessante Arbeiten auf Papier sind zwei gegensätzliche Zeichnungen von Vilma Eckl und Albin Egger-Lienz. Während die in Eins geborene Eckl auf einer ihrer zahlreichen Reisen eine Gruppe tanzender Siebenbürgerinnen festhielt, setzte sich Egger-Lienz 1915 mit Vorwärtsstürmende Soldaten mit seinen Erfahrungen als Soldat im Ersten Weltkrieg auseinander.

Den perfekten Übergang von der zwei- zur dreidimensionalen Kunst bildet Nach Mozart von Jacob Gasteiger. Gasteiger setzt sich in seinem Werk mit den Parametern der Malerei auseinander und lässt den Übergang vom Gemälde zur Skulptur durch seine reliefartigen Arbeiten fließend erscheinen.

Mehrfach vertreten ist der Phantastische Realist Ernst Fuchs, darunter mit seiner bekannten Wiener Sphinx, die hier als teilvergoldeter Polymer-Kunstguss in Grün zum Aufruf kommt sowie einem Schlafenden Engel, der aus einer auf 300 Exemplare limitierten Editionen aus dem Todesjahr des Künstlers, 2015, stammt.

Last but not least sein noch auf Martin (Kippenberger), Leuchtkasten, Keiner Hilft Keinem hingewiesen, ein Kunstobjekt von Jörg Schlick aus dem Jahr 1997. Schlick war Mitglied der Künstlergruppe Lord Jim Loge, der auch Albert Oehlen und Martin Kippenberger angehörten. Kippenberger ziert gemeinsam mit Jörg Schlick den Leuchtkasten, von dem es nur neun Exemplare gibt.

Die Auktion findet am 19. Mai um 18 Uhr bei Lehner Kunstauktionen, Getreidemarkt 1/8 Mezzanin, in Wien statt. Vorbesichtigungen sind vom 13. bis 16. Mai sowie am 18. und 19. Mai in den Räumen des Auktionshauses möglich.
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