Fast 2800 Lose kommen vom 20. bis 22. Juli bei Franke zum Aufruf. Darunter Schätze aus den Bereichen Möbel und Textilien, Gemälde und Zeichnungen, Schmuck und Uhren, Glas und Porzellan. Besonders ins Auge gestochen sind uns diese Highlights, die wir Ihnen hier vorstellen möchten.

Aufmerksam ist der Blick aus ihren klaren, klugen Augen. Die Schnäbel sind leicht geöffnet, ganz so, als würde sich das einander zugewandte Papageien-Pärchen miteinander unterhalten. Bunt schimmert ihr Federkleid – leuchtendes Rot und strahlendes Blau, kombiniert mit sonnigem Gelb. So lebendig die exotischen Schönheiten auch wirken, sind sie doch aus edlem Porzellan gefertigt. Johann Joachim Kändler (1706-1775) schuf das Modell des Papageien-Paares, das auf dem Stamm eines Zitronenbäumchens und auf einem rauen Felsen thront, um 1745 für die Porzellanmanufaktur Meissen. Kändler zählte zu einem ihrer bedeutendsten Modelleure. Seine meisterhaften Tierfiguren bestechen durch ihre Naturnähe und Detailtreue.

Eine exotische Schönheit der ganz anderen Art blickt dem Betrachter vom Ölgemälde Odaliske auf Diwan entgegen. Verführerisch liegt die junge Frau auf den weichen, seidenen Kissen des Diwans, ihr durchsichtiges Gewand ist lasziv herabgerutscht, offenbart mehr als das es verhüllt. Geschaffen wurde das reizvolle Motiv von dem deutschen Maler Rudolph Hirth du Frênes (1846-1916), der seine ersten Lehrjahre an der Kunstgewerbeschule in Nürnberg verbrachte und später in München tätig war. Odalisken waren ein beliebtes Sujet des sogenannten Orientalismus, der im 19. Jahrhundert in der Malerei Einzug hielt. Dabei wurde der Orient oftmals als Ort der Sinnlichkeit romantisiert. Erotische Darstellungen wie die der jungen Verführerin wurden so akzeptabel und befeuerten die Phantasie der Europäer.

Einer nackten, verführerischen Venus gleicht auch dieser Damenakt in Blau vom Schweizer Künstler Rudolf Mirer (1937) aus dem Jahr 2004. Besonders auffällig ist die reduzierte, ja minimalistische Malweise dieses modernen Bildes, das aus nur zwei Farben zu bestehen scheint – blau und weiß in den unterschiedlichsten Schattierungen. Hier sind keine üppigen Seidenkissen zu sehen, sondern stattdessen lediglich ein blaues Tuch, dessen Faltenwurf durch harte Linien dargestellt ist. Und auch das Gesicht der liegenden Nackten besteht bloß aus einigen, scheinbar hingeworfenen Linien. Und doch – der Mund ist weich, die Augen geschlossen. Ein Bild, das zum langen Betrachten verführt.

Zum eingehenden Betrachten lädt auch diese überaus detailreiche Büste des Florentiner Bildhauers Aristide Petrilli (1868-1930?) ein. Sie zeigt Margarete von Valois, Königin von Frankreich und Navarro und Herzogin von Valois. Bestimmt wurde das Leben der gebildeten Frau von Intrigen und Tragödien. Davon berichtete sie in ihren Memoiren sowie zahlreichen Briefen, die uns noch heute überliefert sind. Die Willensstärke und Intelligenz der Königin zeichnen sich im Antlitz der Büste ab, in ihrem ruhigen, besonnenen Ausdruck. Ihr reichverziertes, edles Gewand gleicht gar einer Rüstung und ihre Haube einem Helm – wohl kann vermutet werden, dass Margaret sich nichts gefallen ließ und für sich einzustehen wusste.

Edel mutet auch dieser goldene Ring aus dem Hause Chopard an. Der ovale Ringkranz ist von Diamanten umgeben und von beiden Seiten mit Saphirglas versehen. Darin befinden sich drei weitere, sogenannte „tanzende“, also beweglich angebrachte Diamanten. Diese kennzeichnen das extravagante Schmuckstück als Teil der Linie „Happy Diamonds“, die Chopard im Jahre 1976 lancierte und die sich auch heute noch größter Beliebtheit erfreut, gelten die herumwirbelnden Diamanten doch als Ausdruck unbändiger Lebensfreude und eines glücklichen, freien Geistes.

Glück bringen sollen wiederum dieses Paar chinesischer Deckelvasen. Die meisten chinesischen Porzellanstücke sind mit Symbolen versehen – einer Dekoration, die nicht nur durch ihre Schönheit visuelle Freude bereitet, sondern der noch größere Bedeutung zukommt. So sind etwa diese Vasen mit floralen Mustern und Glückssymbolen versehen – und sie versprechen genau dieses: doppeltes Glück. Und wer kann das nicht gebrauchen?
Die Versteigerung findet vom 20. bis 22. Juli im Auktionshaus Franke in der Kalchreuther Straße 125 in Nürnberg statt. Auktionsbeginn ist jeweils um 13 Uhr. Vorbesichtigungen sind dort vom 17. bis 19. Juli nach telefonischer Anmeldung möglich.
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