1. Sie hatte vier Schwestern, die ebenfalls Malerinnen wurden
Sofonisba Anguissola erblickte 1532 als ältestes Kind von Amilcare Anguissola und seiner Frau Bianca Ponzoni im lombardischen Cremona das Licht der Welt. Die Familie war von altem Adel, jedoch mit eher bescheidenen finanziellen Mitteln ausgestattet. Sofonisba hatte sechs Geschwister, einen Bruder, Asdrubale, sowie fünf Schwestern. Im Sinne des Humanismus ließ Amilcare Anguissola allen seinen Kindern eine gute Ausbildung zukommen. Fünf der Töchter taten sich als Künstlerinnen hervor: Sofonisba, Elena (die später Nonne wurde), Lucia, Europa und Anna Maria. Minerva interessierte sich hingegen mehr für italienische und lateinische Literatur.

2. Michelangelo war ihr inoffizieller Lehrer
Die begabteste (und schließlich auch erfolgreichste) der Anguissola-Schwestern war Sofonisba. Ihr Vater konnte arrangieren, dass der in Cremona ansässige Maler Bernardino Campi, der sich unter anderem der Porträtkunst verschrieben hatte, die elfjährige Sofonisba als Schülerin annahm. 1550 setzte sie ihre Ausbildung bei Bernardino Gatti fort. Im Alter von 22 Jahren reiste Sofonisba nach Rom, wo sie Michelangelo Buonarroti kennenlernte, der dort als Bauleiter die Arbeiten am neuen Petersdom überwachte. Michelangelo zeigte sich angetan vom Talent der jungen Frau und über zwei Jahre hinweg gab er ihr immer wieder Tipps auf künstlersicher Ebene.
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3. Sie war Hofdame der spanischen Königin
1558 ging Sofonisba Anguissola nach Mailand, wo sich der einflussreiche spanische Staatsmann Fernando Álvarez de Toledo, Herzog von Alba sich von der in Italien bereits berühmten Malerin porträtieren ließ – ein Auftrag mit weitreichenden Folgen, denn Alba schlug dem spanischen König Philipp II. im darauffolgenden Jahr vor, Anguissola als Hofmalerin nach Madrid zu holen, um die neue Königin, die 14-jährige französische Prinzessin Elisabeth von Valois, in der Malerei zu unterweisen. Gleichzeitig würde sie Hofdame der Königin werden, was sie, eine ledige Frau ohne Verbindungen in Spanien, unter den Schutz des Königs stellen würde. Sofonisba nahm die ehrenvolle Aufgabe an und reiste im Winter 1559/60 nach Madrid, wo sie die Mitglieder der königlichen Familie porträtierte, darunter wiederholt die beiden Töchter Philipps II. und Elisabeths, Catalina Micaela und Isabella Clara Eugenia. Letztgenannte wurde später als Statthalterin der Niederlande eine bedeutende Förderin der Künste.
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4. Phillip II. half ihr bei der Partnersuche
Königin Elisabeth starb 1568 im Alter von nur 23 Jahren an den Folgen einer Frühgeburt. Philipp II., der seine junge Frau sehr geliebt hatte, zeigte sich nun auch an dem weiteren Schicksal von deren Hofdame und guter Freundin Sofonisba Anguissola interessiert. Und so arrangierte er eine Ehe zwischen der fast 40-jährigen Malerin, die von ihm außerdem mit einer Mitgift und einer Leibrente ausgestattet wurde, und dem sizilianischen Adeligen Fabrizio Moncada Pignatelli (das Königreich Neapel-Sizilien wurde damals von Spanien aus regiert). Die finanzielle Sicherheit und die Unterstützung durch ihren Ehemann ermöglichten es ihr, unabhängig zu arbeiten und selbst zu unterrichten. Fabrizio Moncada Pignatelli starb 1579, doch blieb Sofonisba nicht allein. Auf einer Seereise Richtung Norditalien verliebten sie und der Kapitän des Schiffes, Orazio Lomellini, sich ineinander. Die Hochzeit fand 1584 statt und das Paar ließ sich in Lomellinis Heimatstadt Genua nieder, wo Sofonisba als eine der führenden Malerinnen ihr Werk fortsetzte.
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5. Sie wurde von Anthonis van Dyck porträtiert
Die gefragte Porträtistin Sofonisba Anguissola fertigte im Laufe ihrer langen Karriere auch viele Selbstbildnisse an, das letzte im Jahr 1610. Zehn Jahre später zog sie nach Sizilien. Dort erhielt die weithin berühmte 92-jährige Künstlerin, deren Augenlicht zunehmend nachließ, im Sommer 1624 Besuch von einem jungen flämischen Kollegen namens Anthonis van Dyck. Dieser zeigte sich beeindruckt von ihrem nach wie vor klaren Verstand und den Anregungen, die sie ihm zu vermitteln vermochte. Van Dyck fertigte eine Skizze Anguissolas an, die er später zu einem Porträt ausarbeitete. Und damit nicht genug. Als er im Jahr darauf vom Tod der von ihm bewunderten Malerin erfuhr (sie war am 16. November 1625 in Palermo verstorben) führte er ein weiteres Porträt aus, das Sofonisba Anguissola auf ihrem Totenbett zeigt.
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6. Sie malte die erste Darstellung der Schadenfreude
Sofonisba Anguissola konnte sich als Malerin von Einzel- und Gruppenporträts etablieren, die mit Natürlichkeit und der feinen Ausarbeitung von Details bestachen. Als besonders gelungen gelten jene Bildnisse, auf denen Mitglieder ihrer engsten Familie zu sehen sind. Dazu zählt auch ihr bekanntestes Werk, Drei Schwestern beim Schachspiel von 1555. Abgebildet sind hier in der Kulisse eines Gartens vor einer weiten Landschaft ihre Schwestern Lucia, Minerva und Europa nebst einer Gouvernante. Die den Betrachter anblickende Lucia scheint soeben einen wichtigen Zug gemacht zu haben, was ihrer Gegnerin Minerva nicht gefällt. Das Lachen der Zeugin Europa soll die früheste Darstellung von Schadenfreude in der Kunstgeschichte sein. Das Gemälde verblieb lange im Haus der Anguissolas in Cremona, wo es von Giorgio Vasari gesehen und bewundert wurde. Unter den späteren Besitzern war auch Lucien Bonaparte, der nächst jüngere Bruder Napoleons.
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7. Sie hatte großen Einfluss auf andere Künstlerinnen und Künstler
Wie wir bereits erfahren haben, war Sofonisba Anguissola zu Lebzeiten hoch angesehen und zu ihren Bewunderern zählten bedeutende Kollegen wie Michelangelo Buonarroti, Giorgio Vasari und Anthonis van Dyck. Peter Paul Rubens kopierte einige ihrer Werke und ihre Zeichnung Kind von Hummer gebissen soll Caravaggio zu seinem Gemälde Junge von einer Eidechse gebissen inspiriert haben. Sofonisba Anguissolas Talent, Erfolg und Professionalität veranlasste weitere jungen Frauen, sich als Künstlerinnen zu versuchen. Am deutlichsten wird dies bei Lavinia Fontana, die in einem Brief bekannte, dass es ein Porträts Sofonisbas gewesen sei, das in ihr den Wunsch geweckt habe, ebenfalls Malerin zu werden.
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