Ferdinand Preiss wurde 1882 als Sohn des Ehepaares Karl und Katharine Preiss im südhessischen Erbach geboren, verlor seine Eltern jedoch als er erst 15 Jahre alt war. Ferdinand wurde in die Familie des ortsansässigen Elfenbeinschnitzers Philipp Willmann aufgenommen, der zweifellos den beruflichen Weg, den Ferdinand einschlagen sollte, begründete. Nachdem er Kurse in Bildhauerei an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin besucht hatte, begab sich Ferdinand auf Reisen durch Frankreich und Italien, wo er als Porzellanmodelleur arbeitete, bevor er sich in Baden-Baden niederließ. Dort lernte er Arthur Kassler kennen, mit dem er die Firma Preiss & Kassler in Berlin gründete, in der sich Kassler um die Finanzen kümmerte, während Ferdinand die künstlerische Leitung übernahm.

Das Unternehmen konzentrierte sich zunächst auf kleine Elfenbeinschnitzereien mit Darstellungen von Kindern und klassischen Figuren, die oft aus alten Billardkugeln geschnitzt wurden. Mit dem Aufkommen des Art déco-Stils änderte sich das Angebot von Preiss & Kassler und man begann, elegante Frauenfiguren in limitierter Auflage zu schaffen, für die Elfenbein und kalt bemalte Bronze mit Sockeln aus Onyx oder Marmor kombiniert wurden. Vereinzelt wurden auch Kaminuhren und Kandelaber hergestellt. Für die schnellere und vor allem feinere Bearbeitung des Elfenbeins ging Ferdinand Preiss neue Wege, indem er einen Zahnbohrer einsetzte.
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Unermüdlich wie er war, entwarf Preiss fast alle Modelle der Firma selbst und schon bald begann Preiss & Kassler seine Erzeugnisse nach England und in die USA zu exportieren. Neben den Arbeiten von Demétre H. Chiparus gelten Preiss’ Schöpfungen als Höhepunkte des Art-déco-Chryselephantines und werden von Sammlern hoch geschätzt.
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Die Erfolgsgeschichte von Preiss & Kassler endete am 29. Juli 2943, als der 61-jährige Ferdinand Preiss aufgrund eines Hirntumors verstarb. Keine zwei Jahre später ging auch ein Großteil seiner Arbeit verloren, als das Musterlager in der Berliner Ritterstraße nach einem Bombenangriff ausbrannte.
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Ferdinand Preiss Figuren, die elegante Tänzerinnen oder Athletinnen darstellen erzielen auf dem Auktionsmarkt hohe Preise. Der aktuelle Rekord liegt allerdings schon einige Jahre zurück und wurde 2008 aufgestellt, als Die Bogenschützin von ca. 1925 bei Sotheby’s in London für 48.500 GBP (60.916 Euro) versteigert wurde.
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