Vom 25. bis 28. Mai versteigert die Teutoburger Münzauktion rund 3500 Lose mit Münzen von der Antike bis heute, von Europa bis Fernost sowie knapp 1000 Lose mit Objekten weiterer Kategorien wie Briefmarken, Schmuck und Kunst.

Angeführt wird die Offerte von einer goldenen 5 Dukatenmünze Kaiser Leopolds I. von 1694, bei der es sich mit diesem Jahrgang und dieser Ausführung vermutlich um ein Unikat handelt.

Die Herrschaft Leopolds I. war überschattet vom Spanischen Erbfolgekrieg, in dessen Verlauf das Königreich Spanien dem Hause Habsburg verloren ging und Leopolds Widersacher, König Ludwig XIV. von Frankreich den spanischen Thron seinem Enkel Philipp (V.) sichern konnte.

Sowohl seltene Münzen Ludwigs XIV. als auch Philipps V. gehören zu den weiteren Highlights der Auktion.

Kaum hatte man in Wien den Verlust Spaniens einigermaßen verkraftet, als auch schon das nächste Unglück über das Haus Habsburg hereinbrach: der Österreichische Erbfolgekrieg, bei dem die Tochter des 1740 verstorbenen Kaisers Karl VI., Maria Theresia, ihre Erbansprüche durchsetzten wollte - was ihr letztendlich auch gelang.

Konnte Maria Theresia somit die Regentschaft in Österreich, Ungarn und Böhmen aus eigenem Recht ungestört antreten, war man im Römisch-deutschen Reich jedoch nicht progressiv genug, um einer Frau die Kaiserkrone aufs Haupt zu setzen. Diese ging schließlich an Maria Theresias Gemahl Franz Stephan von Lothringen, der die Regierungsgeschäfte aber lieber seiner Kaiserin überließ.

Als im Königreich Polen-Litauen 1572 die bis dato regierende Dynastie der Jagiellonen ausstarb, setzte man nicht auf einen Erbfolgekrieg, sondern fortan auf eine Wahlmonarchie. Erster König dieser Art war der aus Ungarn stammende Stephan Bathory, der zwar kein Wort Polnisch sprach, war als Herrscher jedoch recht erfolgreich.

Abgesehen von den Erbfolgekriegen setzte man im Hause Habsburg lieber auf den Spruch Bella gerant alii, tu felix Austria nube ("Kriege sollen andere führen, du, glückliches Österreich, heirate"). Ähnlich ging auch der erste König der Belgier, Leopold I. aus dem Hause Sachsen-Coburg, vor, der gerne Heiratspläne für seine Verwandten schmiedete - allen voran sein Neffe Albert, der die englische Königin Victoria ehelichte.

Zu den weiteren Highlights der Auktion gehört ein unter Christian von Minden 1617 geprägter "Freundschaftstaler", mit dem der Erwerb des Fürstentums Grubenhagen und dessen Silberminen gefeiert wurde und von der in den letzten Jahren nur ein einziges weiteres Exemplar bekannt wurde.

Äußerst selten in seinem Erhaltungszustand ist auch ein 1770 unter Reichsgraf Christian August zu Solms-Laubach geprägter Konventionaler. Neben dem Landesvater ist darauf dessen Jagdschloss Sorgenlo(o)s abgebildet.

Mit dem Goldabschlag von den Stempeln des Gröschels von 1756 kehren wir noch einmal zum Österreichischen Erbfolgekrieg zurück, in dem auch der frisch gebackene preußische König Friedrich II. mitmischte und sich Breslau, woher die vorliegende Münze stammt, unter den Nagel riss. Gröschel waren schlesische und böhmische Münzen, deren Name sich vermutlich von "Groschen" ableitet.

Im 19. Jahrhundert, als jede europäische Monarchie ihren "Platz an der Sonne" haben wollte, wanderte das begehrliche Auge der Hohenzollern weit über Schlesien hinaus bis nach Neu-Guinea, wo als Kolonialwährung zwischen 1894 und 1911 mit der Neuguinea-Mark bezahlt wurde.

Natürlich muss man als Münze nicht auf fürstlichem Staatsgebiet geprägt worden sein, um hier als Highlight geführt zu werden. So sei schließlich noch auf ein Schweizer "Goldvreneli" (Darstellung der Helvetia) hingewiesen, die durch eine Neugestaltung der 20-Franken-Münze 1895 in den Umlauf kam. Von 1911 bis 1922 gab es auch 10-Franken-Vrenelis, im Jahr 1925 auch 100-Franken-Vrenelis, die auf 5000 Stück limitiert waren.
Die Auktion findet als Live-Online-Event statt. Alle Informationen zum Ablauf und zu den Vorbesichtigungsmöglichkeiten finden Sie hier.
Alle Lose der Auktion können Sie aber auch gleich hier bei Barnebys entdecken!



