Das Maison de Sémonville ist eine Wohnung in einem privaten Hôtel particulier im Pariser Vorort Neuilly-sur-Seine, das um 1630 zu Beginn der Herrschaft Ludwigs XIV. erbaut wurde. Die Architekten John Coury und Florent Maillard gestalteten die Räume neu, um die Inneneinrichtung mit der Geschichte des Gebäudes in Einklang zu bringen und dabei historische Elemente wie die Fassaden und Dächer sowie die Haupttreppe und die Balkendecke des Salons zu erhalten. Die Möblierung setzt sich aus alten Stücken des 16., 17. und 18. Jahrhunderts zusammen und wird mit zeitgenössischen Elementen kombiniert, wodurch ein Gesamtkunstwerk geschaffen wurde, in dem alles an seinem Platz zu sein scheint und das gleichzeitig ein modernen Wohnkomfort fördert.
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Die Dekoration der Wohnung besteht aus Objekten, die über einen Zeitraum von fünf Jahren geduldig in Auktionssälen und Antiquitätengeschäften in ganz Europa zusammengetragen wurde, was zu einer poetischen und sinnlichen Atmosphäre geführt hat, die die Geschichte des Ortes respektiert, wie Coury und Maillard erklären:
In unserer spannenden Mission als Schöpfer von Träumen legen wir besonderen Wert auf die Qualität der Details. Wir bevorzugen den Rhythmus und die Symmetrie der Architektur, die Poesie des Dekors und die Sinnlichkeit der Materialien und Oberflächen.

Bei der Renovierung und Dekoration dieses historischen Gebäudes ließen sich die beiden Architekten vom Leben von Charles-Louis Huguet de Montaran, Marquis de Sémonville, Botschafter des Kaiserreichs Frankreich im Osmanischen Reich, inspirieren und ergänzten die Dekoration durch orientalische Akzente, insbesondere 92 Stiche, darunter Allégorie de l’Orient von Jan Boeckhorst, die Charles de Ferriol, der Botschafter Ludwigs XIV. an der Hohen Pforte, in Auftrag gegeben hatte (Schätzpreis 20.000-30.000 Euro), sowie zwei Gemälde des italienischen Renaissancemalers Andrea Vicentino.
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Das Interieur ist trotz seines Eklektizismus ausgewogen, wartet aber dennoch mit Überraschungen auf: So stehen im Salon zwei Sandsteinstatuen von Stefan Rinck, die zwei mit Bällen spielende Frösche darstellen, einem Bargueño, ein spanischer Kabinettschrank aus dem 16./17. Jahrhundert, gegenüber.

Der Geist des Interieurs ist hauptsächlich vom 16. Jahrhundert inspiriert, wobei es vor allem ein Porträt Karls II. von Lothringen, Herzog von Mayenne, war, das die Aufmerksamkeit der beiden Architekten auf sich zog (Schätzpreis 6.000-8.000 Euro). Zwei weitere nicht minder spannende Porträts fanden aufgrund ihres Realismus’ und Kontextes ebenfalls einen Platz im Salon des Maison Sémonville: Es sind die Bildnisse des Vaters und des Onkels Karls II., Franz von Lothringen, Herzog von Aumale, später von Guise, und Kardinal Karl von Lothringen. Coury und Maillard hatten die beiden Porträts eine Woche nach dem Kauf des Bildnisses Karls II. bei einem Antiquitätenhändler am Place de Sablons in Brüssel entdeckt und die drei Familienmitglieder anschließend an einem Ort vereint. Für die beiden Porträts werden zusammen 50.000-60.000 Euro erwartet.
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Weitere Highlights der Sammlung umfassen einen großen rechteckigen Spiegel mit sehr reichem Dekor aus vergoldetem Kupfer, der aus der Zeit Ludwigs XIV. stammt (Schätzpreis 10.000-15.000 Euro) sowie das Justus Sustermans zugeschriebene Porträt des Gilbert Pius von Savoyen, das im November 2000 bei Sotheby’s in London und 2015 bei Christie’s in Paris versichert worden war, und das nun mit 8.000-10.000 Euro bewertet wird.
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Durch die Vielseitigkeit des Interieurs hält dessen Versteigerung für jeden Geschmack etwas bereit. Die öffentliche Ausstellung der 150 Lose findet am 2./3. und 6./7. November sowie vorab der Versteigerung am 8. November in Neuilly-sur-Seine statt.
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