Nur wenige Namen sind in der Welt des Schmucks mit so viel Glamour und Prestige umgeben wie der Name Harry Winston. Winstons Reise von bescheidenen Anfängen zur globalen Luxusikone ist so bemerkenswert wie die Edelsteine, die er sammelte. Geboren 1896 in New York als Sohn ukrainischer Einwanderer, begann Winston sich schon früh für Juwelen zu interessieren. Im Alter von 12 Jahren entdeckte er in einem Pfandleihhaus einen 2-karätigen Smaragd inmitten von Modeschmuck, kaufte ihn für nur 25 Cents zusammen mit einem weiteren Stein (damit der Verkäufer nicht misstrauisch wurde) und verkaufte ihn zwei Tage später für 800 Dollar. Dies war das erste Aufleuchten jenes Talents, das Winstons Karriere definieren sollte.

1920, im Alter von 24 Jahren, gründete Harry Winston sein erstes Geschäft: The Premier Diamond Company in 535 Fifth Avenue. Nach intensiven Bemühungen erhielt er schließlich einen Bankkredit und begann langsam damit, sein Imperium aufzubauen. 1926 erwarb er Arabella Huntingtons Schmucksammlung für 1,2 Millionen Dollar. Dabei handelte es sich um eine der prestigeträchtigsten Sammlungen des vergangenen Jahrhunderts und vor allem berühmt für Perlenschnüre und Stücke von Cartier. Die unmodernen Designs verwandelte er in zeitgenössische Meisterwerke und veranschaulichte so sein Konzept der modernen Juwelierkunst. 1932 gründete er offiziell Harry Winston Inc. und 1947 betitelte ihn das Magazin Cosmopolitan mit "The King of Diamonds".
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Berühmt für seine Extravaganz, versendete Winston bekanntermaßen einige der wertvollsten Diamanten der Welt, darunter den 726-karätigen Jonker-Diamant sowie den legendären Hope-Diamant, der auf über 250 Millionen US-Dollar geschätzt wird, per Post (für nur 64 Cents).

Winston war zudem ein Pionier des Hollywoodglamours. 1944 revolutionierte er den Roten Teppich, indem er als erster Juwelier einer Schauspielerin, Jennifer Jones, Diamanten für die Oscar-Verleihung auslieh. Dieser mutige Schritt brachte ihm den Titel "Jeweller to the Stars" ein und festigte seine Bekanntheit. Harry Winstons Juwelen wurden von so mancher Ikone begehrt – von Marilyn Monroe, die in Diamonds Are a Girl's Best Friend die Textzeile "talk to me Harry Winston tell me all about it" sang, bis hin zu Jackie Kennedy, deren Verlobungsring, den ihr Aristoteles Onassis an den Finger steckte, mit einem 40,42-Karat-Diamanten im Marquise-Schliff besetzt war. Der cineastische Zauber der Marke fand eine Fortsetzung, als Kate Hudson in dem Film Wie werde ich ihn los – in 10 Tagen? die Isodora-Halskette, verziert mit einem 80-karätigen gelben Diamant, trug, die nach der Tänzerin Isodora Duncan benannt worden war und später für 5 Millionen US-Dollar verkauft wurde. Der jüngeren Generation mag Harry Winston zudem aus den Serien Gossip Girl und Sex and the City ein Begriff sein, in denen den Charakteren Blair Waldorf und Carrie Bradshaw jeweils mit einem Harry Winston-Ring ein Heiratsantrag gemacht wird.
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Harry Winstons Erbe als "King of Diamonds" wird besonders deutlich, wenn man die außergewöhnlichen Edelsteine betrachtet, die er im Laufe seiner Karriere erwarb und umwandelte. Zu den berühmtesten zählt der legendäre Hope-Diamant, ein 45,52 Karat schwerer dunkelblauer Stein, der, als Marie Antoinettes liebstes Juwel, mit einem Fluch behaftet sein soll. Statt ihn zu verkaufen, spendete Winston ihn 1958 dem Smithsonian Institute. Ebenfalls hervorzuheben ist der Jonker-Diamant, 726-karätiger Rohdiamant, der 1934 in Südafrika zutage gefördert worden war. Um den Stein zu erwerben, überbot Winston die Konkurrenz und schickte ihn anschließend auf eine Pressetour durch die USA, zu der auch ein Fotoshooting mit Shirley Temple gehörte. Ein weiterer monumentaler Erwerb war der Vargas-Diamant, ein 726-karätiger Rohdiamant aus Brasilien. Nachdem der Diamant nach einer mühsamen Reise sicher angekommen war, ließ Winston ihn in viele kleinere Diamanten aufteilen. 1953 kaufte er einen 155-karätigen Rohdiamanten in Südafrika, der zu einem 62,05-karätigen birnenförmigen Diamant umgeschliffen wurde, der passenderweise "Winston Diamond" getauft wurde.
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Der Einfluss Harry Winstons reichte über seine Lebenszeit hinaus. 1960 verlegte er das Unternehmen an seinen heutigen Standort in 718 Fifth Avenue. Dies war einer der größten Juwelentransfers der Geschichte. Nach seinem Tod im Jahr 1978 im Alter von 82 Jahren florierte das Unternehmen weiter. 1997 ehrte das Smithsonian Institute sein Erbe mit der Harry Winston Gallery, in der der Hope-Diamant ausgestellt wird. Spätere Meilensteine umfassen den Erwerb des 101,73-karätigen Winston Legacy Diamond im Jahr 2013, der als einer der perfektesten Diamanten der Auktionsgeschichte gefeiert wird. Und erst vor Kurzem wurde anlässlich von Harry Winstons 125. Geburtstag der Winston Pink Legacy Ring enthüllt, den ein außergewöhnlicher Diamant im Farbton Fancy Vivid Pink von 18,96 Karat (einst im Besitz der Familie Oppenheimer) ziert, und der einen Weltrekord als teuerster rosa Diamant pro Karat aufstellen konnte. Winstons Leidenschaft für Diamanten war so groß, dass er einige seiner wertvollsten Steine jeden Tag in seinen Taschen mit sich führte, einfach zum Vergnügen. Auch heute noch ist der Name Harry Winston ein Synonym für zeitlosen Luxus und Eleganz – und daran wird sich auch so schnell nichts ändern.



