Vom 2.-7. Dezember verwöhnt das Zürcher Auktionshaus Koller Kunstfreunde und -sammler mit einer wunderschönen Offerte mit Moderner und Zeitgenössischer Kunst und Grafik, Design und Fotografie, Uhren und Schmuck sowie Asiatika.
Am 5. Dezember kommen ab 15:30 Uhr Objets de Vertu zum Aufruf, mit besonderem Augenmerk auf Kunstwerke aus dem Hause Fabergé. Ein ganz besonderes Stück ist hier ein emailliertes Miniatur-Roulette-Rad aus Gold, das von Werkmeister Fedor Afanassiev erdacht wurde. Durch das Auslösen der Mechanismus gerät eine Perle ins Rollen, die die Roulette-Kugel ersetzt.

Das vorliegende Spiel ist eines von nur zwei Exemplaren und gehörte Sir Ernest Cassell, einem Freund König Edward VII. und Mentor von Winston Churchill. Das zweite Exemplar wechselte mehrfach den Besitzer, darunter Lord Carnavon, Förderer des Entdeckers des Grabes des Tutanchamun Howard Carter, und König Faruk von Ägypten. Einer späteren Besitzerin kam das im Durchmesser nur 5 cm messende Kleinod bei einem Picknick am Strand abhanden.

Bereits um 14:30 Uhr kommt eine Auswahl an Moderner und Zeitgenössischer Kunst zum Aufruf, darunter zwei Gemälde von Tamara de Lempicka. Es sind jedoch nicht Beispiele ihrer berühmten Frauen-Portraits, sondern zwei fein komponierte Stillleben, die um 1942 in dem Landhaus in Connecticut entstanden waren, das die Künstlerin mit ihrem zweiten Ehemann, dem ungarischen Industriellen Baron Knuffer, nach dem Umzug in die USA bewohnte.

Nachdem wir nun vorgegriffen haben, kehren wir zum Anfang der Auktionsreihe zurück, die am 2. Dezember um 14 Uhr mit einer Design-Auktion eröffnet wird. Eines der Highlights der international besetzten Offerte ist die Tischlampe Prometheus IV aus Bergkristall, Messing und Marmor, die 2016 vom in Melbourne ansässigen Designer Christopher Boots entworfen wurde.

Die Fotografie-Offerte, die um 15:30 Uhr zum Aufruf kommt, hat sowohl berühmte Fotografen als auch berühmte Motive zu bieten, darunter Kate Moss, die 1993 von Albert Watson in Marrakesch für eine Fotoserie abgelichtet wurde.

Weiter geht es am 3. Dezember mit Asiatika, zunächst um Uhr mit Stücken aus dem Himalaya und China. Eines der Highlights ist hier eine Darstellung des Liu Hai mit seiner Kröte, eine teilweise bemalte Specksteinschnitzerei aus dem 17. Jahrhundert. Liu Hai war ein im 10. Jahrhundert Gelehrter und ist ein Unsterblicher des Daoismus. Er wird als Gottheit des Wohlstandes verehrt, mit der Kröte als sein übliches Attribut. Ab 14 Uhr stehen Japan, Indien und Südostasien auf dem Programm. Hier möchten wir auf einen seltenen japanischen Pagoden-Reliquienbehälter aus feuervergoldetem Kupferblech hinweisen, der auf das Jahr 1698 datiert ist.

Am 4. Dezember ist um 10 Uhr und 13:30 Uhr der Fokus zunächst auf Schmuck gerichtet. Eine bezaubernde Art déco-Arbeit ist hier eine Platin-Brosche mit Vogelmotiv im japanischen Stil des Pariser Juweliers Maison Lacloche Frères. Neben Emaille und Brillanten ist die Pretiose mit Onyx sowie Rubin- Saphir und Smaragd-Cabochons besetzt. Um 17 Uhr geht es weiter mit Armband- und Taschenuhren, eine Offerte, die von einem seltenen Patek Philippe-Chronographen mit Ewigem Kalender aus Platin angeführt wird.

Der erste Termin auf der Agenda des 6. Dezember ist um 9:30 Uhr die Versteigerung von Kunstwerken des Jugendstils und Art déco. Neben Glaskunst von Émile Gallé, Daum Nancy, Tiffany Studios, René Lalique und Gabriel Argy-Rousseau ist es eine Fisch-Skulptur aus Pâte-de-verre von François Émile Décorchemont, die hier begeistert.

Um 14 Uhr widmet sich das Schweizer Auktionshaus den einheimischen Künstlern, wie Cuno Amiet, Ernest Biéler, Giovanni Giacometti und Adolf Dietrich. Natürlich darf hier der Meister des ländlichen Genrebildes, Albert Anker, nicht fehlen. Unter den acht Arbeiten, die von ihm bei Koller zum Aufruf kommen, ist besonders das Ölgemälde Der Gemeindeschreiber von 1899 hervorzuheben.

Den Abschluss des Auktionstages bilden um 16:30 Uhr Impressionismus und Klassische Moderne. Große Namen wie Matisse, Liebermann, Picasso, Renoir und Kirchner geben sich hier die Klinke in die Hand. Preislich an oberster Stelle steht das Stillleben Bol, boîte à lait et bouteille, das Paul Cézanne 1879/80 in Öl auf die Leinwand zauberte.

Der letzte Auktionstag (7. Dezember) hat um 10 Uhr Grafiken und Multiples im Angebot. Eine ebenfalls starke Offerte, für die mit Diamantstaub veredelte Farbserigrafie Superman von Andy Warhol das perfekte Beispiel ist.

Im hier und heute schließlich angekommen, nämlich mit PostWar & Contemporary um 14 Uhr, rundet Koller seine Dezember-Offerte gelungen ab. Auch hier treffen internationale Meister ihres Fachs wie Jean Dubuffet, Niki de Saint Phalle, Horst Antes, Fernando Botero, Keith Haring und Lucio Fontana aufeinander. Der in Fritzlar geborene Bildhauer Stephan Balkenhol ist mit einem Mann in grünem Hemd vertreten, dessen gewohnt neutrales Gestaltungsbild alle Deutungsmöglichkeiten dem Betrachtet überlässt, auch in Bezug auf die Kombination mit dem Domino-Wandrelief.
Die Auktionen finden vom 2.-7. Dezember im Auktionshaus Koller in der Hardturmstraße 102 in Zürich statt. Die Ausstellung dazu ist dort ab dem 27. November geöffnet.
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