Vor knapp zehn Jahren stellte sich heraus, dass hinter der Kopie von Leonardo da Vincis Mona Lisa im Museo del Prado in Madrid mehr stecken könnte, als bisher angenommen. Bis dato war man von einer späteren Arbeit eines Nachfolgers des Renaissancemalers ausgegangen, der statt der weiten toskanischen Landschaft des Originals einen Hintergrund aus schwarzer Lackfarbe gewählt hatte.
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Diese Lackfarbe erwies sich bei näherer Untersuchung jedoch als Übermalung aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Tatsächlich sitzt auch diese, in ihren Details hervorragend erhaltene, Mona Lisa vor einer felsigen Landschaft, die der in dem weltberühmten Damenporträt gleicht. Zudem ergaben Röntgenuntersuchungen, dass die Vorzeichnungen unter den beiden Gemälden und auch einige während des Malvorgangs vorgenommene Korrekturen identisch sind. Die Schlussfolgerung war, dass es sich bei der Mona Lisa im Prado nicht um eine spätere Kopie der Mona Lisa des Louvre handelt, sondern um eine Version, die zeitnah mit Leonardos Werk in dessen Werkstatt entstanden ist.

Die Ausstellung Leonardo and the copy of the Mona Lisa. New approaches to the artist’s studio practices („Leonardo und die Kopie der Mona Lisa. Neue Annäherungen an die Werkstattpraktiken des Künstlers“), die noch bis zum 23. Januar 2022 im Prado zu sehen ist, rückt die „zweite Mona Lisa“ nun erstmals in den Mittelpunkt und widmet sich Leonardo da Vinci in seiner Rolle als Lehrmeister. Die Ausstellung fasst die Forschungsergebnisse zusammen, die das Museo del Prado in den letzten Jahren in Zusammenarbeit mit dem Louvre, dem Labor für Molekular-Archäologie der Sorbonne und der National Gallery in London über die Arbeitsweise in der Werkstatt Leonardos erarbeiten konnte.
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Neben der Mona Lisa del Prado werden weitere Werke gezeigt, die auf Gemälden oder Skizzen Leonardos beruhen, allen voran solche seiner Schüler, deren Ausarbeitung von Leonardo überwacht und autorisieret worden war.
Für Leonardo standen die Vermittlung seiner ursprünglichen Bildideen und der von ihm so meisterlich beherrschten sfumato-Technik im Fokus seiner Lehrtätigkeit. Die Ausarbeitung seiner Skizzen durch seine Schüler, ermöglichte es dem vielbeschäftigten Leonardo zudem, die tatsächliche Wirkung seiner Entwürfe zu überprüfen, wobei er es seinen Schülern erlaubte, ihren eigenen Stil beizubehalten.
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