Ernsthaften Sammlern von Spielzeug, Merchandise und Memorabilien der Popkultur wird oftmals nicht genügend Aufmerksamkeit zuteil. Diese Menschen geben ihr hart verdientes Geld für Dinge aus, die sie – und nicht selten nur sie – in einen Zustand kindlicher Freude versetzt. Ob aus Gründen der Nostalgie und irgendetwas anderem sind diese Sammler besonders hartnäckig und fühlen sich mit den von ihnen erwählten Objekten besonders verbunden. Eine der größten dieser Sammlergruppen widmet sich dem Star Wars-Universum.

Es existieren viele unterschiedliche Arten von Star Wars-Fans. Die einen sind richtig „hardcore“ und lassen keinerlei Kritik an irgendeinem Aspekt der Filme zu, andere wiederum schauen sich nur ab und zu die Filme an, würden aber niemals eine Nacht vor dem Kino verbringen, um die Premiere des nächsten Star Wars-Film auf keinen Fall zu verpassen. Dann gibt es natürlich noch die Fans, die ihre Tage (und Nächte) damit verbringen, in Foren jedes noch so kleine Detail der Filme auseinanderzunehmen. Und es gibt sie, die sich am stärksten ihrem liebsten Thema widmen, die Sammler. Das Interesse dieser Leute lieben Star Wars auf eine Weise, die weit über die Filme (und Zeichentrickserien, Bücher, Graphic Novels, Brettspiele, Videospiele und sämtliche Ableger) hinausgeht. Sie haben sich diesem Universum, dieser weit, weit entfernten Galaxie, so sehr verschrieben, dass sie willens sind, jede müde Mark für jede Art von Merchandise auszugeben.
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Um diese Art der Star Wars-Liebhaber – die Bezeichnung „Fan“ ist eindeutig nicht weitreichend genug – verstehen zu können, haben wir mit Edd Grant gesprochen, der seit 15 Jahren das Star Wars Forum UK leitet und seit Mitte der 1990er Jahren originalverpackte Star Wars-Figuren sammelt. Wir haben mit Grant darüber gesprochen, wie sehr das Internet das Sammeln verändert und warum ausgerechnet Star Wars sowohl was das Interesse, als auch die Preise betrifft, so ungeahnte Höhen erreicht.
Nach dem Release von Episode IX hat sich die Lage wieder beruhigt. Ich denke, die Jahre 2016 bis 2018 waren der Höhepunkt, was das Interesse und die Preise betrifft.

Barnebys: Edd, wie und warum hast du angefangen, Star Wars-Objekte zu sammeln?
Edd Grant: Ich habe 1994 angefangen, als die „Digitally Remastered“-Videos veröffentlicht wurden. Zum ersten Mal nach vielen Jahren, schaute ich mit die Filme wieder an und hing sofort wieder am Haken. Ich begann, Second hand-Figuren und -Raumschiffe in den örtlichen Antiquitätenläden und auf sonntäglichen Flohmärkten zu kaufen.
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Wie ist sie so, die Welt der Star Wars-Sammler?
Für viele spielt der soziale Aspekt die größte Rolle. Es gibt viele Sammler-Events, wie Celebration oder Echo Live, die Tausende Sammler anlocken. Es kann herausfordernd sein und manchmal kommt es sogar zum Streit, genau wie in jeder anderen sozialen Gruppe. Aber meistens kommen alle gut miteinander aus.

Ist es für die Sammler üblich, sich auf eine bestimmte Objektgruppe, wie Spielzeug oder Merchandise zu konzentrieren. Oder sammelt jeder alles?
Es gibt viele unterschiedliche Arten von Sammlern – einige kaufen alles, wo Star Wars draufsteht, andere konzentrieren sich auf etwas bestimmtes und wieder andere sind vollkommen auf eine einzige Figur fokussiert, was wir als „focus collecting“ bezeichnen.

Worauf konzentrierst du dich zurzeit?
Ich sammle hauptsächlich europäische und britische Vintage-Figuren in Originalverpackung. Ich versuche, meine Serien zu vervollständigen und es ist ziemlich schwierig, die zu ergattern, die mir noch fehlen. So schwierig sogar, dass nicht das Geld das Problem ist, sondern die Tatsache, dass ich sie schlicht und einfach nicht finden kann. Eine von ihnen ist der berühmte „tri-logo“ General Madine, der für Tausende Pfund verkauft wird – wenn er denn mal angeboten wird.
Inwiefern hat sich die Star Wars-Sammlerszene verändert, seit du vor 25 Jahren Teil von ihr geworden bist?
Es hat viele Höhen und Tiefen gegeben. Neue Filme heizen das Interesse in der Regel an – es gab sowohl nach der Prequel-Trilogie, als auch nach der letzten Trilogie gewaltige Preisanstiege. Nach dem Release von Episode IX hat sich die Lage wieder beruhigt. Ich denke, die Jahre 2016 bis 2018 waren der Höhepunkt, was das Interesse und die Preise betrifft.
Als ich Mitte der 90er Jahre mit dem Sammeln anfing, waren Yak Face, der Vinyl-Cape Jawa und Blue Snaggletooth das Non plus ultra.
Welche Objekte steigern ihren Schätzpreis in der Regel um ein Vielfaches?
Boba Fett-Objekte, da er ein so populärere Charakter ist. Wenn man auf der Suche nach einer Investition ist, kann man mit einem Vintage-Boba-Fett-Spielzeug niemals daneben greifen. Natürlich gibt es dafür keine Garantier und um ein wenig Recherche kommt man nicht herum. Die Objekte, von denen es nur wenige gibt, werden ihre Schätzpreise am wahrscheinlichsten übertrumpfen. Soweit wir wissen, gibt es sogar welche, von denen nur ein einziges Exemplar existiert.
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Gibt es Objekte, die, seit du mit dem Sammlern angefangen hast, extrem an Wert gewonnen oder verloren haben oder sind das Interesse und der Wert konstant geblieben?
Ja, die Sammlerverhalten hat sich definitiv verändert, vor allem seit das Internet den Markt auf eine internationale Ebene gebracht hat. Als ich Mitte der 90er Jahre mit dem Sammeln anfing, waren Yak Face, der Vinyl-Cape Jawa und Blue Snaggletooth das Non plus ultra. Die beiden Letztgenannten gab es nicht im Vereinigten Königreich – auch wenn sich später herausgestellt hat, dass jener Jawa hier in einer kleinen Auflage erschienen war – und ohne eBay oder Internet-Foren wäre es schwierig gewesen, von hier aus die Figuren in den USA aufzustöbern.
Welches Sammlerstück gilt als der "Heilige Gral" der Szene?
Es gibt seltenere Objekte, doch als "Heiliger Gral" wird gemeinhin der Prototyp des Rocket Firing Boba Fett betrachtet. Über 100 soll es davon geben, wohingegen es Stücke der Filmproduktion gibt, die viel seltener sind. Doch hängt der Wert nicht immer von der Seltenheit ab. Jeder will einen Rocket Firing Boba Fett haben, daher sind die Preise dafür so hoch. Ihren Status als "Heiliger Gral" verdankt die Figur vor allem dem Hype, der um sie herum gemacht wird.

Wie groß ist die Konkurrenz unter den Sammlern auf dem Auktionsmarkt?
Ein Sammlermarkt ist immer heiß umkämpft. Wenn zwei Sammler etwas unbedingt haben wollen, sind sie oftmals bereit einen Preis zu zahlen, der weit über dem Marktwert oder der Schätzung liegt. Um Stücke für meine Sammlung zu sichern, die nur selten angeboten werden, war ich in der Vergangenheit öfter gezwungen, zu viel zu bezahlen. Normalerweise gibt es aber auch immer ein paar Stücke, die unter dem Radar bleiben, für die man dann mit einem niedrigen Gebot den Zuschlag erhält.
Sind die Objekte aus dem ersten Film besonders beliebt oder jene aus der gesamten Original-Trilogie? Oder sind es doch jene aus dem Prequel oder aus den Fortsetzungen?
Die „ersten 12“ von 1978 sind definitiv die ikonischsten Figuren. Die originalen Luke, Han oder Leia sind immer beliebt und relativ teuer. Doch es gibt keine Regeln, alles hängt letztendlich von Angebot und Nachfrage ab und bei einigen Dinge, die heute wertvoll sind, fragt man sich vielleicht, warum das so ist. Das Ganze kann manchmal etwas unklar sein. Die Vintage-Stücke aus der Original-Trilogie sind sehr wahrscheinlich die beliebtesten. Das Nostalgie beim Sammlern eine große Rolle spielt, trifft man aber immer wieder auf 25-jährige Sammler, die Kinder waren, als die Prequels ins Kino kamen und die vielleicht gar kein Interesse an den Figuren aus den 1970/80er Jahren haben.
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Text: David Johansson



