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Magazin/Gemälde/10 gestohlene Gemälde, die noch immer vermisst werden

10 gestohlene Gemälde, die noch immer vermisst werden

Entdecken Sie 10 berühmte Kunstwerke, die gestohlen und noch immer nicht wiedergefunden wurden, von Rembrandts einzigem Seestück bis hin zu Raffaels Selbstporträt.

15. Mai 2024Kira Reinke
Raffael, Porträt eines jungen Mannes, 1514, Öl/Holz. Foto gemeinfrei (Detail)

Raffael, Porträt eines jungen Mannes, 1514, Öl/Holz. Foto gemeinfrei (Detail)

Kunst gilt seit jeher als eines der wertvollsten Güter der Welt, weshalb Museen und Galerien immer wieder ins Visier von Kunstdieben geraten, die lukrative Raubüberfälle planen und durchführen. Es gibt jedoch Hoffnung: So wurde beispielsweise Gustav Klimts Meisterwerk Damenporträt, das 1997 gestohlen wurde, im Dezember 2019 in einer Nische in der Außenmauer des Museums, aus dem es entwendet worden war, wiedergefunden.

Lesen Sie auch: Gestohlener Klimt wieder aufgetaucht

Auch bei anderen Gelegenheiten, tauchten die gestohlenen Kunstwerke wieder auf, doch gibt es leider auch genügend Beispiele, wo das bis zum heutigen Tag nicht der Fall ist. Hier sind 10 bedeutende Gemälde, von denen nach wie vor jede Spur fehlt.

1. Jan Vermeer, Das Konzert

Jan Vermeer, Das Konzert, 1664, Öl/Lwd. Foto gemeinfrei

Entwendet beim größten Kunstraub aller Zeiten, gilt Jan Vermeers Das Konzert mit einem geschätzten Wert von über 200 Millionen US-Dollar als teuerstes unter den gestohlenen Gemälden. Zusammen mit zwölf weiteren Meisterwerken wurde es 1990 aus dem Isabella Stewart Gardner Museum in Boston entwendet. Die Täter waren zwei als Polizisten verkleidete Männer, die angeblich einem an der amerikanischen Ostküste agierenden Verbrecherring angehören. Keines der insgesamt auf 500 Millionen US-Dollar geschätzten Gemälde konnte bislang wiedergefunden werden. Das Konzert stammt aus dem Jahr 1664 und stellt ein für Vermeer typisches Motiv einer friedlichen häuslichen Szene dar, die mit einer gekonnten Lichtführung und Liebe zum Detail begeistert.

Lesen Sie auch: Vermeer, der geheimnisvolle Meister des Lichts

2. Rembrandt van Rijn, Christus im Sturm auf dem See Genezareth

Rembrandt van Rijn, Christus im Sturm auf dem See Genezareth, 1633, Öl/Lwd. Foto gemeinfrei

Ebenfalls zum Opfer des Diebstahls im Isabella Stewart Gardner Museum wurde Christus im Sturm auf dem See Genezareth, Rembrandts einziges Gemälde, in dessen Mittelpunkt sich Darstellung eines größeren Gewässers befindet. Das Werk zeigt Jesus, der einen wütenden Sturm beruhigt, während er mit seinen Jüngern den See Genezareth überquert. Es ist ein wunderbares Beispiel für die Meisterschaft Rembrandts, der ein geschicktes Spiel von Licht und Schatten wählte, um die ganze Dramatik der Szene zu betonen. Die Panik der Männer scheint zum Greifen nah und führt dem Betrachter die Bedeutung der Wunder Jesu vor Augen.

Lesen Sie auch: Rembrandt: Der Meister mit Kraft und Seele

3. Fernand Leger, Nature morte aux chandeliers

Fernand Légers Gemälde Nature morte aux chandeliers ("Stillleben mit Kerzenleuchtern") von 1922 war im Mai 2010 das gezielte Opfer eines Kunstraubs im Pariser Museum für Moderne Kunst. Der Antiquitätenhändler Jean-Michel Corvez hatte Vjeran Tomic, der wegen seiner geschickt durchgeführten Diebstähle auch „Spiderman“ genannt wird, beauftragt, "nur" den Léger mitzunehmen, doch schließlich stahl Tomic vier weitere Kunstwerke von Picasso, Modigliani, Matisse und Braque. Für den Diebstahl erhielt Tomic angeblich rund 50.000 US-Dollar. Corvez schenkte die Werke schließlich seinem Freund und Händlerkollegen Yonathan Birn. Als die Polizei den Fall aufgriff, behauptete Birn, in Panik geraten zu sein und die Kunstwerke zerstört zu haben, deren Gesamtwert auf über 120 Millionen US-Dollar (wovon auf Légers Werk etwa 28 Millionen US-Dollar entfallen) geschätzt wird. Viele halten das jedoch für eine Lüge und glauben, dass die Gemälde nach wie vor unversehrt ihr Dasein im Verborgenen fristen.

Lesen Sie auch: The Art Loss Register: Das FBI der Kunstwelt

4. Pablo Picasso, Le Pigeon Aux Petit Pois

Eines der weiteren Gemälde, die im Mai 2010 in Paris gestohlen wurden, war Pablo Picassos kubistisches Werk Le Pigeon Aux Petit Pois ("Taube mit Ebsen"). Das Werk ist charakteristisch für die Bewegung des Analytischen Kubismus, den Picasso zusammen mit Georges Braque begründet hatte und der durch geometrische Formen und eine neutrale Farbpalette gekennzeichnet ist.

Lesen Sie auch: Wie der Kubismus die Welt veränderte

5. Vincent Van Gogh, Mohnblumen

Vincent van Gogh, Mohnblumen, 1887, Öl/Lwd. Foto gemeinfrei

Vincent van Goghs Mohnblumen von 1887 wurde nicht nur einmal, sondern gleich zweimal gestohlen. Während der erste Diebstahl im Jahr 1977 gut ausging und das Gemälde zehn Jahre später wiedergefunden wurde, war der zweite Versuch im Jahr 2010 von "Erfolg gekrönt". Geschätzt auf 50 Millionen US-Dollar, war Mohnblumen Teil der Sammlung des Mohamed Mahmoud Khalil Museum in Kairo. Die Diebe schnitten es dort aus dem Rahmen und verschwanden auf Nimmerwiedersehen. Das Motiv und die Farbpalette von Mohnblumen sollen von den Werken des französischen Malers Adolphe Monticelli inspiriert worden sein, der lebendige Farbtöne und dunkle Hintergründe verwendete, um dramatische und romantische Szenen zu schaffen. Van Gogh sagte sogar über Monticelli, nachdem dieser 1886 gestorben war: „Ich denke manchmal, dass ich das Werk dieses Mannes wirklich fortsetzen werde.“

Lesen Sie auch: Vincent van Gogh als Kopist

6. Caravaggio, Christi Geburt mit den Heiligen Laurentius und Franziskus

Caravaggio, Christi Geburt mit den Heiligen Laurentius und Franziskus, 1609, Öl/Lwd. Foto gemeinfrei

Caravaggio, der Barockmeister, der für sein dramatisches Chiaroscuro und seine realistischen Szenen bekannt ist, erhielt im Jahr 1600 den Auftrag, ein Gemälde der Geburt Christi anzufertigen, das die Heiligen Franz von Assisi und Laurentius, ein Diakon und Märtyrer, mit einschloss.1609 vollendet, hing es 360 Jahre lang über dem Altar im Oratorio di San Lorenzo in Palermo auf Sizilien. 1969 wurde das Gebetshaus, angeblich von der sizilianischen Mafia, ausgeraubt und das Gemälde und weitere wertvolle Gegenstände verschwanden.

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7. Raffael, Porträt eines jungen Mannes

Raffael, Porträt eines jungen Mannes, 1514, Öl/Holz. Foto gemeinfrei

Neben Leonardo da Vinci und Michelangelo gilt Raffael als der meist bewunderten Maler der Renaissance, dessen harmonische religiöse Szenen ihm die Gunst des Vatikans einbrachten. Bei dem Gemälde Porträt eines jungen Mannes handelt es sich möglicherweise um ein Selbstbildnis, das um 1513-14 entstand, als Raffael etwa 30 Jahre alt war. Das Gemälde zeigt Raffaels klassische Techniken der Proportionen, gedämpften Farben, dekorativen Details und idealisierten Formen. 1798 wurde es von einem polnischen Prinzen erworben und in das Museum seiner Familie in Krakau gebracht. Als die Nazis 1939 in Polen einzumarschieren, nahm ein Nachkomme des Prinzen das Gemälde aus dem Museum, um es zu verstecken. Dennoch wurde es von der Gestapo entdeckt und gelangte in die Sammlung des Naziführers Hans Frank. Als Frank 1945 wegen seiner Kriegsverbrechen verhaftet wurde, befand sich das Gemälde nicht in seinem beschlagnahmten Besitz. Der Wert wird auf über 100 Millionen US-Dollar geschätzt.

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8. Jan and Hubert Van Eyck, Die gerechten Richter des Genter Altars

Foto der originalen Tafel mit den "Gerechten Richtern", die vermisst wird. Foto gemeinfrei

Der Genter Altar gilt als eines der bedeutendsten Altarbilder der Welt und wurde im frühen 15. Jahrhundert vom Bürgermeister von Gent für die dortige St.-Bavo-Kathedrale in Auftrag gegeben. Als ausführende Organe für das prestigeträchtige Werk wählte man Jan van Eyck, den führenden Vertreter der Altniederländischen Malerei, und dessen (angeblichen) Bruder und Künstlerkollegen Hubert van Eyck.

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Jan and Hubert Van Eyk, Genter Altar, 1432, Öl und Tempera auf Holz. Foto gemeinfrei

Das Altarbild besteht aus 12 Tafeln. Die oberen sechs zeigen zentral Jesus Christus als Weltenherrscher (auch als Dreieiniger Gott oder Gott Vater interpretiert), flankiert von der Jungfrau Maria und Johannes dem Täufer. Daran schließen sich musizierende Engel und schließlich Adam und Eva an. Die Verehrung des Lammes Gottes ist das zentrale Motiv der unteren Reihe. Daran schließen sich rechts Darstellungen der Heiligen Eremiten und der Heiligen Pilger und links Darstellungen der Gerechten Richter und der Streiter Christi an. Die gerechten Richter wurde 1934 aus dem Altarbild entfernt. Der Dieb hinterließ einen Zettel mit dem Hinweis, dass es falsch gewesen sei, dass Deutschland die Tafel, die sich dort seit dem frühen 19. Jahrhundert befand, nach dem Ersten Weltkrieg an Belgien hatte übergeben müssen. Die belgische Regierung erhielt Lösegeldforderungen. Da sie jedoch ablehnte zu zahlen, bleibt die Tafel nach wie vor verschwunden.

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9. Paul Cézanne, Paysage d'Auvers-sur-Oise

Paul Cezanne, Paysage d'Auvers-sur-Oise, 1879/80, Öl/Lwd. Foto gemeinfrei

Am 1. Januar 2000 um Mitternacht, als über Oxford ein Feuerwerk, das das neue Jahrtausend ankündigte, lärmend erleuchtete, kam es im Ashmolean Museum zu einem Kunstraub im Stil von Mission Impossible. Der Dieb zerschmetterte das Oberlicht des Museums und seilte sich in das Museum ab, um ein bedeutendes Landschaftsgemälde von Paul Cézanne zu stehlen. Um die Überwachungskameras zu blockieren, hatte er eine kleine Rauchbombe dabei. Paysage d'Auvers-sur-Oise wurde von Cézanne zwischen 1879 und 1880 gemalt und zeigt eine Landschaft außerhalb von Paris. Das Werk dient als Brücke zwischen seinen früheren Werken und seiner Wandlung zu dem farbenprächtigen postimpressionistischen Stil, für den er berühmt ist.

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10. Claude Monet, Charing Cross Bridge

Claude Monet, Charing Cross Bridge, 1901, Öl/Lwd. Foto gemeinfrei

Charakteristisch für Claude Monets verträumten impressionistischen Stil, der sich auf das Zusammenspiel von Licht und Farbe konzentriert, entstand die Serie Charing Cross Bridge zwischen 1899 und 1905 in London. Mit einer hellgrauen, blauen und grünen Farbpalette, die durch die Brücke unterbrochen wird, fängt Monet die rauchige Atmosphäre Londons ein und lässt Himmel und Wasser verschmelzen. Das vorliegende Werk hing in der Kunsthal Rotterdam, als es 2012 zusammen mit einem weiteren Gemälde von Monet sowie fünf Werken von Matisse, Paul Gauguin, Picasso, Meijer de Haan und Lucien Freud gestohlen wurde. Die Täter konnten ermittelt und verhaftet werden, die Gemälde jedoch nie gefunden. Eine der Mütter der Diebe behauptete, sie habe die Arbeiten verbrannt, um ihren Sohn von der Beteiligung freizusprechen, bestritt diese Aussage jedoch später, obwohl die Ermittler Farbreste in ihrem Kamin fanden. Der Wert der sieben Gemälde wird auf insgesamt 300 Millionen US-Dollar geschätzt.

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Über den Autor

Kira Reinke

Kira Reinke ist die US-Redakteurin für das Barnebys Magazin. Sie studierte Englisch und Kunstgeschichte am St. Olaf College und machte ihren Master in Journalismus an der Columbia University. Vor ihrer Tätigkeit bei Barnebys arbeitete sie in der Redaktion einer Reiseagentur. Mit großem Interesse verfolgt sie die Entwicklung von Kunst, Design und Mode auf dem Auktionsmarkt und besucht gerne Auktions- und Museumsausstellungen sowie Galerieeröffnungen in New York.

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