Vannina Schirinsky-Schikhmatoff, Leiterin der Abteilung für Konservierung und Restaurierung an der Kulturerbe-Bibliothek in Ajaccio auf Korsika, hat an ihrem Arbeitsplatz eine spannende Entdeckung gemacht: eine Erstausgabe von Isaac Newtons Werk Philosophiae naturalis principia mathematica von 1687.
Von dem einflussreichen Werk des britischen Theoretikers und Physikers gibt es lediglich 400 Exemplare in Englisch und 80 in Latein. Das in Ajaccio entdeckte Buch ist eine lateinische Ausgabe. Eine solche war im Jahr 2016 bei Christie's für 3,7 Millionen USD versteigert worden und wurde damit zum teuersten gedruckten wissenschaftlichen Buch der Auktionsgeschichte.

"Als ich eine Inventars-Auflistung des Bibliotheksgründers Lucien Bonaparte durchging, stellte ich fest, dass es einen Newton gab. Es war das Datum, das mich aufmerken ließ, dieses Buch aus der Zeit von Isaac Newton. Meine Suche führte mich in den Hauptraum, wo ich diesen heiligen Gral schließlich ganz oben auf einem Regal entdeckte. Das Äußere ist etwas beschädigt, doch innen ist es in ausgezeichnetem Zustand. Dieses Werk ist der Eckpfeiler der modernen Mathematik", erzählt Vannina Schirinsky-Schikhmatoff.

Vor zwei Jahren entdeckte die Konservatorin ein anderes bedeutendes Werk, nämlich eine Abhandlung über die ägyptischen Hieroglyphen von 1610, die somit 200 Jahre älter ist als die bahnbrechende Entschlüsselung durch Champollion. Für Schirinsky-Schikhmatoff bedeuten diese Entdeckungen einen "nationalen Einfluss" für die Bibliothek in Napoleons Geburtsort.

Das Buch Philosophiæ Naturalis Principia Mathematica gilt als Schlüsselwerk der Wissenschaftsgeschichte. Newton beschreibt darin das universelle Gravitationsgesetz, formuliert die drei universellen Bewegungsgesetze und legt den Grundstein für die klassische Mechanik.




