Wir alle bewerten Dinge unterschiedlich. Während manche nicht begreifen können, warum eine Pokémon-Karte für eine Million Dollar verkauft werden kann, bleibt es wiederum anderen ein Rätsel, warum ein Gemälde von Jean-Michel Basquiat sogar mehrere Millionen Dollar kosten soll.
Am Ende des Tages entspricht der Wert eines Objekts lediglich der Summe, die jemand bereit ist dafür zu bezahlen. Wenn wir eines im Laufe der Jahre gelernt haben, dann dass Objekte, die in Verbindung mit berühmten Personen stehen, besonders hohe Preise erzielen können – ganz egal, wie bizarr sie auch sein mögen.
Lesen Sie auch: Warum VIP-Memorabilia so unwiderstehlich sind
10. George Washingtons Haare
Fangen wir mit etwas an, das noch als relativ normal betrachtet wird: das Sammeln von Haaren, das eine jahrhundertealte Tradition hat. Heutzutage bitten Fans ihre Stars um ein Selfie, vor zehn Jahren fragten sie nach einem Autogramm. Vor hunderten Jahren baten die Menschen berühmte Personen um eine Locke ihres Haares. Das klingt heute vielleicht etwas merkwürdig, wurde einst aber als etwas ganz normales betrachtet. Sogar noch in den 1960/70er Jahren erhielten Stars wie Mick Jagger und Paul McCartney Fanpost, die manchmal die Bitte um eine Haarsträhne mit einem Autogrammwunsch kombinierte.
Lesen Sie auch: Die faszinierende Welt des Sammelns berühmter Haare
George Washington zählt zu den berühmten historischen Persönlichkeiten, von denen Haare erhalten geblieben ist. Der Schlüssel zur Authentifizierung von Haarsträhnen ist der Blick auf deren Provenienz. So stammten beispielsweise Haarsträhnen von Elvis Presley, die bei einer Auktion angeboten wurden, aus dem Besitz von dessen Friseur, Homer Gilleland. Das ist eine sehr glaubwürdige Provenienz, da sie in direkter Verbindung zu jemanden steht, der direkten Zugang zu Elvis' Haaren hatte.
Lesen Sie auch: Elvis Presley, die Sonnenbrillen-Ikone
Haare berühmter Leute werden oft in eleganter Weise präsentiert. Dabei kann es sich um eigens angefertigte Schachteln mit Bildern der Person sein oder – wie im Fall Washington – ein auffälliger Ring mit Perlenbesatz. Das Ensemble mit George Washingtons Haar wurde 2016 bei Sotheby's für 30.000 US-Dollar verkauft.

9. Das Album, das John Lennon für Mark David Chapman signierte
Sie meinen, an einem signierten Album sei nichts merkwürdig? In diesem Fall allerdings schon, denn es handelt sich tatsächlich um mehr, als nur ein signiertes Album. Viele betrachten es sicherlich als das unglaublichste aller Musik-Memorabilia, signierte John Lennon das Album doch nur fünf Stunden vor seiner Ermordung. Und was umso erstaunlicher ist, ist die Tatsache, dass die Person, für die er es signierte, seiner späterer Mörder war. Etwa um 17 Uhr verließ Lennon am 8. Dezember 1980 für eine Aufnahmesession seine Wohnung im Dakota Building in New York. Vor dem Gebäude traf er jemanden, der ihn nach einem Autogramm fragte. Die Person hatte Lennons letztes Album, Double Fantasy, dabei, auf das Lennon sein Autogramm schrieb und dann weiterging. Fünf Stunden später, um 22:55 Uhr, kehrte Lennon zum Dakota zurück und befand sich bereits unter dem Torbogen des Gebäudes, als ihn vier Kugeln aus kurzer Distanz in den Rücken trafen. Der Schütze war Mark David Chapman, der Mann, dessen Double Fantasy-Album er kurz zuvor signiert hatte.
Lesen Sie auch: Die außergewöhnliche Geschichte von John Lennons Patek Philippe Ref. 2499
Ein von John Lennon signiertes Exemplar von Double Fantasy ist selten, wurde das Album doch im November 1980, also weniger als einen Monat vor der Ermordung des Musikers veröffentlicht. Normalerweise werden Preise im Bereich von 30.000 US-Dollar damit erzielt. Doch dieses spezielle Exemplar ist aus nachvollziehbaren Gründen noch um einiges wertvoller. 2020 wurde es bei Goldin für 900.000 US-Dollar versteigert.

8. Winston Churchills falsche Zähne
Falls man Haare dann doch als bizarr betrachtet möchte, wird das von Zähnen definitiv getoppt. Als die BBC eine Liste der 100 bedeutendsten Briten aufstellte, wurde Winston Churchill auf Platz 1 gewählt. Doch wie groß ist das Interesse daran, einen Teil seines Gebisses zu besitzen?
Von Geburt an neigte der Premierminister zum Lispeln und trug daher falsche Zähne, um diesen Sprachfehler zu korrigieren. Die Zähne wurden vom Dentaltechniker Derek Cudlipp hergestellt, dem Churchill in seinem späteren Leben zum Aufstieg in den Ritterstand verhalf. Churchills falsche Zähne wurde über viele Jahre aufbewahrt und wurden 2010 zum ersten Mal in einem kleinen britischen Auktionshaus angeboten, wo sie für 15.200 GBP verkauft wurden. Ein Jahr später, 2011, erzielten sie bei Bonhams 19.200 GBP.
Lesen Sie auch: Winston Churchill als Landschaftsmaler

7. Queen Victorias Unterwäsche
Royale Memorabilia und Sammlerstücke sind überall auf der Welt beliebt – allen voran jene im Zusammenhang mit dem britischen Königshaus. Weniger wertvolle Stücke sind jene, die in hohen Stückzahlen hergestellt wurden, während die teureren wesentlich seltener sind und meist in direktem Zusammenhang mit den Royals stehen. Es kann alles sein, von einem signierten Brief von Queen Elizabeth II. bis zu einem (gut erhaltenen) Stück der Hochzeitstorte von Prinzessin Diana und dem heutige König Charles III.
Und dann ist da noch Queen Victorias Unterwäsche. Ja, Sie haben richtig gelesen. Die Königin herrschte über das Vereinigte Königreich von 1837 bis 1901, war ab 1876 auch Kaiserin von Indien und führte eine der längsten Herrschaften in der Geschichte. So wie wir alle trug auch Victoria unter ihren schönen Kleidern Unterwäsche. Es geschieht eher selten, dass solche Objekte öffentlich verkauft werden, vor allem wenn sie von königlicher Herkunft sind. Doch in diesem Fall hatten Sammler die Gelegenheit, ein Paar maßgeschneiderte Unterhosen mit dem hübsch gestickten Initialen "VR" (Victoria Regina) zu erstehen. Die Beinkleider wurden 2015 von Auktionator Richard Edmonds für 12.000 GBP versteigert.
Lesen Sie auch: Enorme Preissteigerungen für Sisi und Franzl

6. Truman Capotes Asche
Bis er 1984 seinen letzten Atemzug tat, war Truman Capote, der Schöpfer von Meisterwerken wie Frühstück bei Tiffany und Kaltblütig, einer der bedeutendsten Autoren, die auf Erden wandelten. In seinem Testament bestimmte er, dass seine Asche an seinen Freund, den legendären Tonight Show-Moderator Johnny Carson, und dessen Frau Joanne übergeben werden sollte. Die Asche wurde in einer wunderschönen, handgeschnitzten japanischen Holzbox aufbewahrt und über viele Jahre auf dem Anwesen der Carsons ausgestellt. Interessanterweise wurde die Box mit der Asche einmal gestohlen, später jedoch wieder zurückgebracht.
Johnny Carson starb im Jahr 2005, Joanna zehn Jahre später und die Familie ließ den gemeinsamen Besitz des Paares 2016 bei Julien's Auctions versteigern. Das bemerkenswerteste Los war natürlich Truman Capotes Asche, die für 43.750 US-Dollar verkauft wurde (der Schätzpreis hatte bei 2.000 US-Dollar gelegen).
Lesen Sie auch: Moscot: Vom Handwagen zum globalen Brillen-Giganten

5. William Shatners Nierenstein
Bekannt für seine Darstellung des Captain Kirk in Star Trek, ist William Shatner in dieser Top 10 der einzigartigen Sammlerstücke vertreten, da er vor einigen Jahren einen seiner Nierensteine versteigern ließ. Obwohl er das aus wohltätigen Gründen tat, ist es dennoch ziemlich merkwürdig.
"Der Nierenstein war so groß", sagte Shatner, "dass man ihn am Finger tragen wollte." Da der Einlieferer des Nierensteins William Shatner höchstselbst war, bestand kein Zweifel an der Authentizität. Der Verkaufspreis lag bei 25.000 US-Dollar, als Julien's Auctions den Stein 2006 versteigerte.
4. John Lennons Toilette
Nun sollte man doch meinen, dass diese Liste nicht noch merkwürdiger werden kann... Aber vielleicht doch mit John Lennons Toilette? Alles, was mit den Beatles, und vor allem mit John Lennon, in Verbindung steht, ist bei Sammlern heiß begehrt – ja, sogar eine Toilette.
Von 1969 bis 1971 lebten John Lennon und seine Frau Yoko Ono auf ihrem wunderschönen Anwesen Tittenhurst Park in Berkshire. Das Haus hatte 150.000 GBP gekostet und umfasste auch eine "sehr, sehr elegante" Toilette – so drückte sich zumindest der Auktionator aus, der das Klosett 40 Jahre, nachdem Lennon es seinem Baumeister übergeben hatte, versteigerte. Der Baumeister wiederum erzählte, Lennon hätte ihm, nachdem er eine neue Toilette installiert hatte, geraten, das ausrangierte Stück "als Blumentopf zu benutzen". Als die Toilette ihren Weg auf die Auktionsbühne fand, wurde sie auf ca. 1.500 US-Dollar geschätzt. Doch The Beatles Shop verkaufte sie schließlich 2010 für 9.500 GBP.
Lesen Sie auch: Der erste Vertrag der Beatles bei Sotheby's versteigert

3. Lee Harvey Oswalds Sarg
John Wilkes Booth, Mark David Chapman, James Earl Ray und Lee Harvey Oswald haben zwei Dinge gemeinsam: erstens besteht ihr jeweiliger Name aus drei Teilen und zweitens haben sie einige der berühmtesten Personen der modernen Geschichte ermordet – Abraham Lincoln, John Lennon, Martin Luther King und John F. Kennedy. Aufgrund ihrer Taten werden die Namen dieser vier Mörder niemals ins Vergessenheit geraten und Sammler (vor allem amerikanische) legen ein gesteigertes Interesse an den Tag, wenn es darum geht, etwas von ihnen zu besitzen und das einfach nur wegen der Verbindung zu den berühmten Menschen, die sie ermordet haben. Das hohe Interesse an JFKs Mörder, Lee Harvey Oswald, wurde mehr als deutlich, als ein außergewöhnliches Objekt bei einer Auktion angeboten wurde.
Um die Verschwörungstheorien, die besagten, Lee Harvey Oswalds Leichnam sei nie bestattet worden, zu beenden, stimmte seine Familie einer Exhumierung zu. Bei der darauf folgenden zahnmedizinischen Untersuchung konnte eindeutig bestätigt werden, dass es sich bei dem bestatteten Leichnam tatsächlich um den Lee Harvey Oswalds handelte. Der ursprüngliche Sarg wurde durch einen neuen ersetzt, der später im Rose Hill Memorial Burial Park in Fort Worth, Texas, erneut bestattet wurde.
Die Auktion bei Nate D. Sanders im Jahr 2010, bei der der erste Sarg angeboten wurde, erhielt jede Menge mediale Aufmerksamkeit und übertraf alle Erwartungen, als das bizarre Sammlerstück für 87.000 US-Dollar einen neuen Besitzer fand.

2. Ronald Reagans Blut
Von der Ermordung John F. Kennedys im Jahr 1963 hat so ziemlich jeder gehört. Doch wussten Sie, dass Ronald Reagan beinahe dem selben Schicksal zum Opfer gefallen wäre? Der Mordversuch an US-Präsident Ronald Reagan ereignete sich am 30. März 1981. Reagan wurde angeschossen und ernsthaft verletzt, nachdem er in Washington, D. C. eine Rede gehalten hatte. Er wurde ins George Washington University Hospital gebracht, wo er, gemäß der Medienberichte, mit dem Tod rang. Blutproben wurden genommen und irgendjemand nahm eine davon an sich.
Lesen Sie auch: Die First Ladies der Mode
Es konnte nie ganz geklärt werden, auf welchem Weg das verstöpselte Fläschchen das Krankenhaus verließ und in die Hände eines Sammlers geriet. Doch wurde das Blut, als es auf dem Auktionsmarkt angeboten wurde, von einem Krankenhausdokument über den berühmten Patienten begleitet. Der Auktion erhielt viel Aufmerksamkeit, wobei kritische Stimmen mahnten, dass es illegal sein sollte, etwas derartiges zu verkaufen.
Das Glasfläschchen wurde 2012 in einem amerikanischen Auktionshaus für 3.550 US-Dollar versteigert. Noch im selben Jahr kam es bei PFC Auctions erneut zum Aufruf, wo die Versteigerung endete, als die Gebote 30.000 US-Dollar überstiegen. Der Verkäufer entschied, das Blut der Reagan Presidential Foundation zu spenden.

1. Napoleons Penis
Was könnte noch skurriler sein als Haare, Zähne, Asche, Nierensteine, Toiletten und Blut? Die Antwort lautet: Genitalien. Zumindest wenn diese Genitalien zum Verkauf angeboten werden.
Auf einer Liste der bedeutendsten Persönlichkeiten aller Zeiten, ist Napoleon Bonaparte definitiv weit oben anzusiedeln. Der französische Kaiser eroberte zahlreiche Länder und hat sich im Laufe der Zeit in eine weltweite Ikone verwandelt. Heute stößt alles, das mit ihm in Verbindung steht, auf das Interesse von Sammlern auf dem gesamten Globus – ja, sogar sein Penis.
Nachdem er 1815 die Schlacht bei Waterloo verloren hatte, wurde Napoleon nach Sankt Helena ins Exil geschickt, wo er sechs Jahre später starb. Bei der anschließenden Autopsie wurde sein Penis amputiert. Durchgeführt wurde die Autopsie von Napoleons Arzt François Carlo Antommarchi. Warum dieser das ehemals kaiserliche Genital entfernte, konnte nie geklärt werden, doch besagen Gerüchte, dass Antommarchi von einem der Kapläne Napoleons, die auf Rache aus waren, bestochen wurde. Später wurde der Penis nach Korsika, Napoleons Heimatinsel, geschmuggelt. Im Laufe der Jahre wurde der Penis zu einem Sammlerstück, das wiederholt den Besitzer wechselte.
Lesen Sie auch: Napoleon, Kaiser des Auktionsmarktes
1924 wurde Napoleons Penis vom legendären Antiquar A. S. W. Rosenbach erworben, der ihn später in einer Ausstellung in New York präsentierte. Nach weiteren Besitzerwechseln betrat der Penis 1977 die Auktionsbühne. Erzielt wurden 3.000 US-Dollar, was heute etwa 15.200 US-Dollar entspricht. Käufer war ein Artefaktsammler namens John K. Lattimer, der 2007 verstorben ist. Nach Lattimers Tod, erbte dessen Tochter den Penis, die ihn wohl noch immer ihr Eigen nennt.
Wie Napoleons Penis heute aussieht, ist nicht bekannt. Doch ein Besucher der New Yorker Ausstellung von 1927 beschrieb ihn als "malträtierter Streifen Wildleder-Schnürsenkel". Andere beschrieben ihn als "ein Stück Leder oder ein verschrumpelter Aal". Eines dürfte jedoch sicher sein: der Wert von Napoleons Penis dürfte seit der Auktion im Jahr 1977 stark angestiegen sein. Es ist nicht einfach, einen Preis anzugeben, aber die Skurrilität des Objekts und seine unglaubliche Geschichte machen ihn als Sammlerstück wahrhaft einzigartig.
Möchten Sie Artikel wie diesen direkt in Ihrem Posteingang entdecken? Dann melden Sie sich noch heute für unseren kostenlosen Newsletter an!

Bonus: Albert Einsteins Gehirn
In dieser Liste könnten noch viele seltsame Sammlerstücke hervorgehoben werden: Haarsträhnen zahlreicher Berühmtheiten wurden im Laufe der Jahre versteigert, und das Gleiche gilt für Unterwäsche, Asche und sogar Körperteile. Albert Einsteins Gehirn ist ein sehr bedeutendes Sammlerstück, das im Laufe der Jahre viele Kontroversen ausgelöst hat. Wenige Stunden nach Einsteins Tod im Jahr 1955 wurde ihm das Gehirn aus dem Schädel entnommen. Der Hauptzweck war die wissenschaftliche Forschung, da es Spekulationen gab, dass Einsteins Gehirn sich von anderen unterschied. Die Autopsie wurde vom amerikanischen Pathologen Thomas Stoltz Harvey durchgeführt, der das 1,2 kg schwere Gehirn behielt, nachdem er es in mehrere feine Stücke zerlegt hatte. Im Jahr 1978 wurde das Gehirn in Harveys Besitz vom Journalisten Steven Levy wiederentdeckt, der feststellte, dass es gut erhalten war.
Lesen Sie auch: 7 große Namen und ihre favorisierten Füllfederhalter

Im Jahr 2013 kaufte das Mütter Museum in Philadelphia 46 kleine Teile von Einsteins Gehirn, die nun im Museum ausgestellt werden. Kein Teil des Gehirns wurde jemals auf einer Auktion verkauft, weshalb es an dieser Stellte "außer Konkurrenz" aufgeführt ist. Sollte es aber irgendwann doch noch zu seiner Versteigerung kommen, dann wird es auf dieser Liste einen Ehrenplatz erhalten. Das ist nicht nur relativ sicher.



