Im Katalog der dreitägigen Auktion, die das spanische Auktionshaus Ansorena in der vergangenen Woche durchführte, war unter der Losnummer 229 ein Gemälde der Ecce Homo-Thematik aufgeführt, das einem Maler aus dem Umkreis des Barockmalers José de Ribera zugeschrieben wurde. Am Tag seiner geplanten Versteigerung (8. April) fehlte das Werk jedoch.
Was war geschehen? Tatsächlich hatte die spanische Regierung den Verkauf des 111 x 86 cm messenden Ölgemäldes gestoppt, nachdem Experten daraufhin gewiesen hatten, dass der festgelegte Schätzpreis von 1.500 Euro möglicherweise viel zu niedrig sein könnte. Sie vermuten nämlich, dass es sich nicht um die Arbeit eines Nachfolgers des italienischen Malers Caravaggio handelt, sondern um ein originales Werk von Caravaggio selbst. Sollte sich das als richtig erweisen, könnte es den Wert des Gemäldes um ein Vielfaches auf 100-150 Millionen Euro erhöhen.
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„Angesichts der Geschwindigkeit, mit der dies alles geschehen ist, brauchen wir jetzt eine gründliche technische und wissenschaftliche Untersuchung des betreffenden Gemäldes. Es muss eine Diskussion stattfinden, ob die Zuschreibung an Caravaggio plausibel ist und wissenschaftlich akzeptiert werden kann“, sagte ein Sprecher des von Minister José Manuel Rodríguez Uribes geleiteten spanischen Kulturministeriums gegenüber dem Guardian.
Michelangelo Merisi da Caravaggio (1571-1610) war einer der bedeutendsten Maler des Frühbarock, der mit seiner Hell-Dunkel-Malerei (Chiaroscuro) ein innovatives Gestaltungsmittel entwickelt hatte. Sein realistischer Stil wurde von vielen anderen Malern aufgegriffen, kopiert und weiterentwickelt, die daher auch als "Caravaggisten" bezeichnet werden.
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Einer dieser Maler war der in Spanien geborene José de Ribera (1591-1652), der den Großteil seines Lebens (ab 1612) in Italien verbrachte und dort zunächst in Rom das Werk Caravaggios studierte, bevor er nach Neapel ging und den Stil seines großen Vorbilds nachahmte, weiterentwickelte und seinen Schülern vermittelte.
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