1640 wurde dem aus der Auvergne stammenden Anwalt, Verwaltungsbeamten und Mathematiker Étienne Pascal die Stelle des Präsidenten der Steuerbehörde der Normandie angetragen. In dieser Position sollte er die Steuereinnahmen der Region neu organisieren – eine verantwortungsvolle Aufgabe, die vielerlei Berechnungen erforderte.
Zu diesem Zeitpunkt war Étienne Pascal, der in den Wissenschaftskreisen von Paris verkehrte, seit 14 Jahren Witwer mit drei Kindern, um deren Unterricht er sich höchstpersönlich kümmerte. Neben den beiden Töchtern Gilberte und Jacqueline hatte er einen Sohn, den 1623 geborenen, hochbegabten Blaise, der bereits im zarten Alter von 12 Jahren seine erste Abhandlung veröffentlicht hatte.
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Um seinem Vater die Arbeit in der Normandie zu erleichtern, begann der damals 19-jährige Blaise Pascal 1642 eine Rechenmaschine zu entwickeln – genauer gesagt sogar drei: eine für Dezimalrechnungen (Additionen, Subtraktionen, Multiplikationen und Divisionen), eine für die Buchhaltung (für Geldberechnungen) und eine für die Vermessung (zur Berechnung von Entfernungen). Anfertigen ließ er sie von Uhrmachern in Rouen, von denen die Namen jedoch nicht überliefert sind.
Blaise Pascals Erfindung war, abgesehen von jener Maschine für astronomische Berechnungen, die der Tübinger Professor Wilhelm Schickard in den 1620er Jahren entwickelt hatte, die früheste ihrer Art und im Gegensatz zu der Schickard’schen Maschine haben sich von der später Pascaline getauften Apparatur originale Exemplare aus der Zeit ihrer Erfindung erhalten. Insgesamt sind es neun Stück, von denen sich fast alle in Museen befinden, darunter der Mathematisch-Physikalische Salon in Dresden sowie das Musée Henri Lecoq in Pascals Heimatstadt Clermont-Ferrand.
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Nur ein einziges Exemplar befindet sich in Privatbesitz, genauer gesagt in der Sammlung Léon Parcé, der am 19. November bei Christie’s Paris eine eigene Auktion gewidmet sein wird. Die Pascaline, das einzig erhaltene Exemplar für Vermessungsberechnungen, ist mit ihrem Schätzpreis in Höhe von 2-3 Millionen Euro das Top-Los der Offerte, die insgesamt 15 Schriften von Blaise Pascal, darunter das erste Exemplar seiner Pensées (Schätzpreis 200.000-300.000 Euro), umfasst. Des Weiteren kommen Werke von Descartes, Newton und Montaigne zum Aufruf.
Wie Christie’s in einer Pressemitteilung betont, handelt es sich bei der Pascaline um „ein wissenschaftliches Instrument von erheblichem historischem Wert“ und „das bedeutendste wissenschaftliche Instrument, das jemals bei einer Auktion angeboten wurde“. Ob diese Pascaline in Privatbesitz bleiben oder künftig eine weitere Museumssammlung bereichern wird, werden wir im November erfahren.
Update: Nur einen Tag vor der Auktion hat ein französisches Gericht die zuvor vom Kulturministerium ausgestellte Ausfuhrgenehmigung gestoppt. Man folgte damit dem Antrag mehrerer Vereine für die Bewahrung von Kulturerbe, die die Pascaline als "Nationalschatz" einstufen lassen möchten. Sollte dies geschehen, käme es zu einem 30-monatigen Exportverbot. Während dieses Zeitraums hätten staatliche Sammlungen die Möglichkeit, das Instrument käuflich zu erwerben.
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Aktualisierte Version eines Artikels vom 17. September 2025




