Im Alter von neun Jahren verlor der am 30. August 1748 in Paris geborene Jacques-Louis David seinen Vater, der in einem Duell getötet wurde. Seine Mutter gab ihn daraufhin in die Obhut seiner Onkel, einem Architekten und einem Maurermeister, die den Jungen in ihrem Metier unterbringen wollte. Doch David langweilte der Unterricht an der Universität von Paris. Er, der lieber zeichnete als seinen Lehrern zuzuhören, wollte Maler werden.

Davids Flehen wurde erhört und sein erster Lehrer wurde François Boucher, der Maler der Stunde jener Zeit und entfernter Verwandter. Boucher kam 1766 jedoch zu dem Schluss, dass David bei seinem Freund Joseph-Marie Vien besser aufgehoben wäre. Wie Boucher war auch Vien ein Künstler des verspielten Rokoko, der jedoch bereits Elemente des strengen und von der Antike geprägten Klassizismus in seine Werke einfließen ließ - eine Entwicklung, die sich damals auch bei Möbeln und Innendekor erkennen ließ und heute als Louis XVI-Stil bekannt ist.
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Jetzt wo er endlich in dem von ihm erstrebten Beruf arbeiten durfte, erwies sich Jacques-Louis David als durchaus ehrgeizig. Jeder fehlgeschlagene Versuch, den ersten Preis der Académie de Peinture et de Sculpture zu gewinnen, brachte ihn an den Rand der Verzweiflung. 1774 klappte es endlich mit Erasistratos erkennt den Grund von Antiochus' Leiden und er fuhr als Stipendiat nach Rom.

Im Rom zeichnete der junge Künstler mit Hingabe die Antiken, die ihn umgaben und studierte die Werke Michelangelos und Raffaels. Auch traf er den deutschen Maler Anton Raphael Mengs, der wie Davids Lehrer Vien bereits im Stil eines frühen Klassizismus malte. Zurück in Paris wurde David 1783 festes Mitglied der Akademie und erhielt mit Erlaubnis König Ludwigs XVI. ein Atelier im Louvre, das schon bald zur beliebten Anlaufstelle von Kunststudenten avancierte. Kurz zuvor hatte er geheiratet und als es ihn wieder nach Rom zog, war Marguerite Charlotte David, die Geld mit in die Ehe gebracht hatte, mit von der Partie.

In der italienischen Metropole malte David Der Schwur der Horatier, das als Initiator der klassizistischen Epoche in Frankreich betrachtet wird und das bei seiner Präsentation im Pariser Salon von 1785 frenetisch gefeiert wurde. Davids Wunsch, zum Direktor der Akademie in Rome ernannt zu werden, erfüllte sich jedoch nicht und er kehrte in seine Geburtsstadt zurück, wo er regelmäßig im Salon ausstellte und auch als Porträtmaler Erfolg hatte.
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Nach dem Sturm auf die Bastille 1789 wurde David zum glühenden Anhänger der Revolution. Das bereits zuvor geschehene Ereignis des Ballhausschwures plante er in einem großformatigen Gemälde festzuhalten, vollendete es jedoch nie. Er wurde Politich aktiv und Abgeordneter des neugegründeten Nationalkonvents. Als solcher stimmte er im Januar 1793 für die Hinrichtung Ludwigs XVI., was ihn seine Ehefrau kostete (die Ehe wurde drei Jahre später jedoch erneut geschlossen).

1793 malte David zwei interessante Porträts: Mit Der Tod des Marat entstand ein ikonisches Werk, mit dem er den im Juli ermordeten Revolutionär Jean Paul Marat zum Märtyrer der Revolution erhob. Im Oktober zeichnete er mit wenigen Strichen das letzte Porträt der ehemaligen Königin Marie Antoinette, die auf dem Weg zu ihrer Hinrichtung a seinem Fenster vorbei fuhr.
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Nach der Revolution und einer im Gefängnis verbrachten Zeit, nahm Jacques-Louis David seine Tätigkeit als Historienmaler mit Der Raub der Sabinerinnen von 1799 wieder auf. Inzwischen war jedoch ein Mann auf der Bildfläche erschienen, den David mehr bewunderte, als jeden antiken Helden: Napoleon Bonaparte. Dieser beauftragte ihn 1800 mit einer Darstellung seiner bereits damals legendären Alpenüberquerung.

Nachdem Napoleon 1804 zum Kaiser der Franzosen geworden war, ernannte er David zum Hofmaler. Der erste kaiserliche Auftrag war das monumentale Gemälde der Kaiserkrönung am 2. Dezember 1804 in Notre Dame, dessen Vollendung beinahe zwei Jahre in Anspruch nahm.

Neben seiner Tätigkeit als Hofmaler war Jacques-Louis David auch als Porträtmaler nach wie vor gefragt - selbst nach jenem unglücklichen Umstand, bei dem er 1800 ein Porträt der Salonière Julie Récamier ausführte, das bei deren Gatten auf Ablehnung stieß. Ausgerechnet sein Schüler François Gérard konnte im Anschluss mit seinem Porträt der Dame einen Erfolg verbuchen.
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Nach dem Sturz Napoleons 1815, der ihn zuvor noch zum Commandant der Légion d'honneur ernannt hatte, ging Jacques-Louis David nach Brüssel, wo er weiterhin lehrte und arbeitete. Mit Mars entwaffnet durch Venus und die Grazien entstand dort 1824 sein letztes großes Gemälde.

Am 29. Dezember 1825 starb er an den Folgen eines Kutschenunfalls. Vergeblich bat seine Witwe Marguerite Charlotte darum, ihn in seiner Heimatstadt Paris bestatten zu dürfen.
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