Le Violon d'Ingres, 1924 von Man Ray von Kiki de Montparnasse ist unbestreitbar eines der ikonischsten Werke des 20. Jahrhunderts.
1924 saß Alice Prin, nur mit einem Turban, Ohrringen und einem locker um die Hüften gewickelten Tuch bekleidet, im Atelier ihres Lebensgefährten und ließ ihren nackten Rücken fotografieren. Der Künstler hinter der Kamera war Man Ray, das Modell war unter dem Namen Kiki de Montparnasse ein Star der Pariser Künstlerszene, die bereits viele Kunstschaffende inspiriert hatte.
Das Motiv an sich war eine Reminiszenz an die Gemälde mit orientalischen Schönheiten, die Jean-Auguste-Dominique Ingres im 19. Jahrhundert gemalt hatte. Kikis Körperformen, die Man Ray als absolut makellos empfand, inspirierten ihn dazu, den entzückenden Rücken mit den Schallöchern eines Violoncellos zu versehen, wodurch sein Werk einen gewünscht surrealistischen Effekt erhielt.
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Die Beziehung zwischen Kiki und Man Ray hielt bis 1926, von der Originalaufnahme von Le Violon d’Ingres, das bis heute unzählige Male reproduziert wurde, trennte sich der gebürtige Amerikaner jedoch nie – bis 1962, als er sie dem mit ihm befreundeten Ehepaar Rosalind Gersten Jacobs und Melvin Jacobs überließ. Rosalind Gersten war erstmals 1954 mit dem Surrealismus in Kontakt gekommen, der sie seitdem nicht mehr losließ. Sie wurde die Freundin und Förderin vieler seiner Vertreter, darunter Marcel Duchamp, René Magritte sowie William N. Copley und dessen Frau Noma, und baute gemeinsam mit ihrem Mann Melvin eine großartige Sammlung mit Werken dieser und weiterer Surrealisten auf, die im Mai dieses Jahres nun bei Christie’s im New Yorker Rockefeller Center unter den Hammer kommt – mit Man Rays berühmter Fotografie als Herzstück.
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„Die Rosalind Gersten Jacobs & Melvin Jacobs Collection ist außergewöhnlich und wurde durch enge Beziehungen zu den Künstlern in ihrem Kreis aufgebaut. Le Violon d'Ingres, 1924 von Man Ray von Kiki de Montparnasse ist unbestreitbar eines der ikonischsten Werke des 20. Jahrhunderts […] Die Reichweite und der Einfluss des Bildes, gleichzeitig romantisch, mysteriös, schelmisch und verspielt, hat die Gedanken aller seit fast 100 Jahren gefesselt. Als fotografisches Werk ist es auf dem Markt beispiellos. Wir sind stolz darauf, es anbieten zu dürfen“, sagte Darius Himes, International Head of Photographs bei Christine’s in einer Pressemitteilung.
Man Rays Le Violon d’Ingres wird von Christie’s mit einem Schätzpreis von 5-7 Millionen USD (ca. 4,4-6,2 Millionen Euro) angeboten, was dem höchsten Schätzpreis entspricht, der jemals für eine einzelne Fotografie in einer Auktion aufgerufen wurde. Sollte ein Preis in dieser Höhe erzielt werden, könnte Man Ray nicht nur seinen eigenen Auktionsrekord, der 2017 mit Noire et Blanche von 1926 (für das ebenfalls Kiki de Montparnasse Modell gestanden hatte) aufgestellt wurde, brechen, sondern auch den aktuell teuersten Fotografen der Auktionsgeschichte, Andreas Gursky, vom Thron verdrängen.
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