Diesen Monat erreicht eine Bouillotte-Teekanne mit königlicher Provenienz den Auktionsmarkt. Die vergoldete Kanne aus Porzellan wurde während einer kunstgewerblichen Ausstellung in Versailles im Januar 1779 von Marie Antoinette oder ihrem Gemahl Ludwig XVI. bei der Manufaktur Sèvres in Auftrag gegeben, die dort ebenfalls ihre Erzeugnisse präsentierte. Der König kaufte zudem für 3.600 Livres (ca. 18.000 - 54.000 Euro) zwei Vasen, die er seiner kleinen Schwester Madame Élisabeth zum Geschenk machte.

In den Unterlagen der Manufaktur sind 89 Exemplare des Teekannen-Modells aufgeführt, die verkauft wurden, 12 davon sind heute noch bekannt: Acht befinden sich in Museen, drei in amerikanischem Privatbesitz. Das vorliegende Exemplar wurde 1989 von der Dalva Brothers Galerie bei der Versteigerung der Hector Binney-Sammlung erworben.
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Die Bouillotte-Teekanne wurde 1774 eingeführt und in zwei Größten hergestellt. Zwischen 1778 und 1783 fanden sie ihren größten Absatz. Die Verkaufsunterlagen geben nur wenig Auskunft über die Dekoration und beschränken sich hauptsächlich auf den Verkaufspreis, der etwa bei 100 - 360 Livres (ca. 500/1500 - 1800/5400 Euro) lag.

Bei der vorliegenden Kanne mit ihrer reichen Blumendekoration auf goldenem Grund könnte es sich, gemäß der Unterlagen, um jene Kanne handeln, die entweder an Ludwig XVI. für 312 Livres (ca. 1.560-4.680 Euro) oder an Marie Antoinette für 288 Livres (1.440-4.320 Euro) geliefert worden war. Auch trägt die Teekanne das Zeichen des auf Blumendekorationen spezialisierten Porzellanmalers Philippe Parpette, der nach seinen Anfängen in den Manufakturen von Chantilly und Vincennes, 15 Jahre als Emailleur in Paris gearbeitet hatte, bevor ihn sein Weg nach Sèvres führte.
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Gemäß einem Zahlungsnachweis vom 19. Januar 1779 war das vorliegende Exemplar jenes, für dessen Ausführung Philippe Parpette mit 48 Livres (ca. 240-720 Euro) entlohnt wurde. Das Objekt wird dort als Bouillotte-Teekanne mit Blumen auf goldenem Grund beschrieben. Weitere Kunden, die Stücke vom Blumenspezialisten Parpette kauften, waren der spätere Zar Paul I. und dessen Gemahlin Maria Fjodorowna, die 1781/82 Frankreich bereisten (die Stücke, die sie in Sevrès erwarben, sind heute im Palast von Pawlowsk bei Sankt Petersburg ausgestellt).

1779 beschäftigte sich Marie Antoinette mit der Ausstattung ihrer privaten Räume im Schloss von Versailles. Die Ausstattung des großen Kabinetts vertraute sie dem renommierten Architekten Charles Gondouin an und auch sonst sparte die bereits für ihren zu luxuriösen Geschmack kritisierte Königin nicht bei diesem Projekt. Man kann sich leicht vorstellen, dass Marie Antoinette die Teekanne für den Gebrauch an ihrem persönlichen Rückzugsort im Schloss erworben hatte.
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Die Bouillotte-Teekanne mit königlicher Provenienz wird am 22. Oktober bei Christie's in New York im Zuge der Versteigerung der Dalva Brothers-Sammlung mit einem Schätzpreis von 30.000-50.000 USD (22.500-42.500 Euro) zum Aufruf kommen.
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