Peer, Lisbet und Gocken Jobs wurden Anfang des 20. Jahrhunderts geboren und wuchsen in einer Künstlerfamilie in Dalarna auf. Vater Anders Jobs war Organist und Komponist, Mutter Elisabeth Wisén Jobs malte und stickte Blumenmotive.
Blumenmuster werden bis heute mit der Marke Jobs assoziiert. Aber eigentlich fing alles mit Keramik an, der Übergang zur Textilkunst war den Umständen, die der Zweite Weltkrieg verursachte, geschuldet.
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Die Schwestern Lisbet und Gocken zogen Ende der 1920er Jahre nach Stockholm, um sich an der Technischen Hochschule (heute Konstfack) zu Keramikkünstlerinnen ausbilden zu lassen. Ein Jahr nach Abschluss ihrer Ausbildung eröffnete Lisbet (1909-1961) eine eigene Töpferwerkstatt in Stockholm. Sie war damit die erste Frau des Landes, die eine eigene Werkstatt mit Brennofen besaß und ihre Werke selbst brannte. Schon bald schloss sich Gocken (1914-1995) ihrer älteren Schwester an.
1934 wurde die Firma Jobs als Hersteller von Keramik und Textilien registriert, nachdem Lisbet ein Geschäft in der Stockholmer Norrlandsgatan eröffnet hatte. Neben der Keramik der Schwestern wurden dort auch die Werke ihrer Mutter verkauft.

Der große Durchbruch kam 1935, als Lisbet in der Galerie Moderne in Stockholm ausstellte. Danach stellte sich der Erfolg ein und ihre Keramik wurde weithin bekannt, vor allem aufgrund der Blumendekorationen. Sowohl das Nationalmuseum als auch das Röhsska-Museum nahmen ihre Werke in ihre Sammlungen auf und Handwerksbetriebe ergänzten ihr Sortiment mit ihren Keramiken. Durch die Verwendung als Tischfließen hielt die Keramik von Lisbet Jobs Einzug in die Innenarchitektur.
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In den 1930er Jahren nahmen die Schwestern an mehreren internationalen Ausstellungen Teil, darunter auch die Weltausstellungen in Paris (1937) und New York (1939) und die Golden Gate Exhibition, die ebenfalls 1939 in San Francisco stattfand. Das Magazin Arts and Decorations schrieb anlässlich der Ausstellung in New York über Lisbet Jobs: „Sie gilt heute als eine der besten besten modernen Töpferinnen weltweit“.
In Stockholm kann man Keramikarbeiten der Schwestern im ursprünglichen Interieur der Tössebageriet auf Karlavägen und im HSB-Haus in der Fleminggatan sehen, wo 600 Keramikfliesen mit Blumenmotiven die Wand zieren.

Doch mit dem Zweiten Weltkrieg änderte sich die künstlerische Tätigkeit der Schwestern Jobs. Glasur wurde zu einem begrenzten Handelsgut und Lisbet und Gocken konnten ihre Keramik nicht mehr im gewohnten Umfang herstellen, sodass das Geschäft 1942 schließen musste. Im Jahr darauf zogen die Schwestern nach Västanvik in Leksand, wo ein Ofen für die Fortführung ihrer Arbeit gebaut wurde. Verkäufe fanden unter dem Namen Jobsboden statt.
Lisbets ehemalige Schülerin Astrid Sampe, die damals Leiterin der Textilabteilung bei Nordiska Kompaniet war, gehörte zu jenen, die die Schwestern dazu ermunterten, ihre Keramikentwürfe auf Stoffe zu übertragen. Nordika Kompaniet ließ die Stoffe bei Ljungberg in Floda bedrucken. Auch für die Stoffmuster ließen sich Lisbet und Gocken weiterhin von der Natur und der Kurbitsmalerei ihrer Heimat Dalarna inspirieren.
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1945 präsentierte die Nordiska Kompaniet sowohl Keramiken als auch Textilien in der Ausstellung När skönheten kom till byn („Als die Schöne ins Dorf kam“), die inspiriert war von dem gleichnamigen Gedicht von Nils Ferlin, welches von Lisbets Ehemann Lille Bror Söderlundh vertont wurde. In der Ausstellung wurden 18 Druckmuster gezeigt, die mit der Familie in Verbindung stehen, darunter Jobsbarnen und Jobsblommor.
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Lisbets und Gockens Bruder Peer (1913-1989) hatte 1944 in Västanvik das Atelier Jobs Handtryck gegründet, in dem er unter anderem die Entwürfe seiner Schwestern druckte. Auch andere Künstler entwarfen Muster für Peers Druckerei, die seit den 1940er Jahren fast 500 Muster gedruckt hat.

Die Schwestern zeichneten rund 100 Muster für Textilien, von denen die Meisten naturbezogene Namen wie Aurora, Trollslända („Libelle“), Ros och Lilja („Rose und Lilie“), Granatäpple („Granatapfel“) und Rabarber („Rhabarber“) trugen und heute sowohl auf Keramiken als auch auf Textilien im Nationalmuseum in Stockholm vertreten sind.
Seit dem Tod des Geschwistertrios wird das Unternehmen von der Familie weitergeführt, und sollten Sie einmal nach Västarvik kommen, können Sie bei Jobsboden Stoffe und andere Produkte kaufen. Die Stoffmuster der Schwestern sind heute jedoch nur noch selten vertreten, sodass man auf Vintage-Stücke setzen sollte, wenn man einen solchen floralen Schatz sein Eigen nennen möchte.
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