Die New Yorker Auktionssaison im November beschehrte Sotheby’s und Christie’s gemischte Ergebnisse. Die stabile Leistung von Blue-Chip-Künstlern und aufstrebenden Talenten stellte zwar neue Rekorde auf, doch gab es insgesamt kleinere Einlieferungen und Privatsammlungen sowie mehrere hochkarätige Lose, die die Erwartungen nicht erfüllten. Bei den sieben großen Auktionen, die vom 18. bis 21. November stattfanden, spiegelten die Ergebnisse einen Markt wider, der sich auf selektives Bieten und einen sich verändernden Geschmack der Sammlergemeinde umstellt.
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Hier sind einige Highlights der diesjährigen Marquee Week (Alle Ergebnisse, sofern nicht anders angegeben, inkl. Aufgeld; Schätzpreise ohne Aufgeld):
18. November: Sotheby’s Modern Evening Sale
Sotheby’s eröffnete die Saison mit der Sydell Miller Collection, die in einer exklusiven Auktion mit 25 Losen 189,5 Millionen US-Dollar (215,9 Millionen US-Dollar inkl. Gebühren) erzielte. Monets Nymphéas (1914–17) führte die Auktion an und erzielte 65,5 Millionen US-Dollar und übertraf damit seinen Schätzpreis von 60 Millionen US-Dollar. Weitere starke Leistungen waren Picassos La Statuaire (1925), das für 24,8 Millionen US-Dollar verkauft wurde, damit jedoch unterhalb der Schätzung von 30 Millionen US-Dollar blieb.

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Anschließend erzielte die Modern Evening Auction 79,1 Millionen US-Dollar (92,9 US-Millionen Dollar inkl. Gebühren) und blieb damit hinter den Erwartungen von 92,3 bis 135 Millionen US-Dollar zurück, da sieben Lose gar nicht verkauft wurden. Franz Marcs Das lange gelbe Pferd (1913), ein herausragendes Werk der Harry Frank Guggenheim Foundation, wurde für enttäuschende 4,3 Millionen US-Dollar verkauft, obwohl der Schätzwert bei 8-12 Millionen US-Dollar gelegen hatte. Das Danner Memorial Window der Tiffany Studios stellte jedoch einen neuen Auktionsrekord auf und wurde für 12,4 Millionen US-Dollar verkauft.
19. November: Christie's 20th Century Evening Sale und mehr
Am 19. November präsentierte Christie’s zwei große Auktionen, die zusammen 410 Millionen US-Dollar (460 Millionen US-Dollar inkl. Gebühren) erzielten. Das Highlight war die Sammlung von Mica Ertegun, die 183,9 Millionen US-Dollar einbrachte. Der Star dieser Auktion war René Magrittes L’empire des lumières (1954), das mit den erzielten 121,1 Millionen US-Dollar einen Rekord für den Künstler aufstellen konnte. Weitere bemerkenswerte Verkäufe waren David Hockneys Still Life on a Glass Table für 19 Millionen US-Dollar sowie Joan Mirós Peinture (Amour) für 4,8 Millionen US-Dollar.
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Der 20th Century Evening Sale erzielte 302 Millionen US-Dollar (inkl. Gebühren), angeführt von Ed Ruschas Standard Station, dem letzten großformatigen Werk Ruschas aus den 1960er Jahren in privater Hand, das mit 68,2 Millionen US-Dollar einen neuen Künstlerrekord erzielen konnte.

20. November: Sotheby’s Now and Contemporary Evening Sales
Sotheby’s Now and Contemporary Evening Sales am 20. November brachten 112 Millionen US-Dollar (inkl. Gebühren) ein, wobei Ed Ruschas Georges’ Flag (1999) mit 13,6 Millionen US-Dollar ein starkes Ergebnis ablieferte und damit seinen Schätzwert von 8-12 Millionen US-Dollar übertraf. Unterdessen war Maurizio Cattelans Comedian (2019), die berüchtigte, mit Klebeband an eine Wand geklebte Banane, das meistdiskutierte Los der Saison und erzielte 6,2 Millionen US-Dollar (inkl. Gebühren), womit es seinen Schätzwert von 1-1,15 Millionen US-Dollar weit hinter sich ließ. Das Werk wurde an den Krypto-Milliardär Justin Sun verkauft.
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Jedoch sah sich Sotheby's auch mit Herausforderungen konfrontiert: Sechs Lose wurden zurückgezogen und fünf blieben unverkauft, was zu einer Verkaufsrate von 87,5 % führte.
21. November: Sotheby's Contemporary Day Sale
Am 21. November erzielte Sotheby’s Contemporary Day Sale 9,2 Millionen US-Dollar mit dem Verkauf von 31 Subway Drawings von Keith Haring, die damit ihren Schätzpreis von insgesamt 6,9 Millionen US-Dollar übertrafen. Diese Werke aus Larry Warshs Privatsammlung zeigen Harings ikonischen Street-Art-Stil, der in den 1980er Jahren auf leeren Werbetafeln der New Yorker U-Bahn entstand.
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21. November: Christie's 21st Century Evening Sale
Christie’s 21st Century Evening Sale am 21. November brachte schließlich 106,5 Millionen US-Dollar (inkl. Gebühren) aus 42 Losen ein und übertraf damit die Gesamtschätzung, die bei 78-113 Millionen US-Dollar gelegen hatte. Obwohl hochkarätige Künstler wie Basquiat, Haring und Hockney vertreten waren und Rekorde für ein Werk auf Papier von Basquiat (Untitled; 23 Millionen US-Dollar) sowie für eine Skulptur von Haring (Untitled (Hollywood African Mask); 3,2 Millionen US-Dollar) erzielt werden konnten, wurde die Auktion weitgehend von aufstrebenden Talenten dominiert, von denen 11 mit neuen Rekordergebnissen geehrt wurden. Direkt aufeinanderfolgend wurden Rekorde für Firelei Báez, Sasha Gordon, Denzil Forrester und Ana Mendieta erzielt. Des Weiteren gab es einen Bietergefecht um ein Werk von Cecily Brown aus dem Jahr 2013 (The Butcher and the Policeman; 5,9 Millionen US-Dollar). Brown zählt zu den teuersten lebenden Künstlerinnen.

Ein Markt im Wandel
Insgesamt präsentierte die New Yorker Auktionssaison im November einen Markt, der mit einem Wandel des Geschmacks und des Kaufverhaltens zu kämpfen hat. Die Verkäufe gingen im Vergleich zum Vorjahr zurück, wobei die Abendauktionen bei Sotheby’s und Christie’s einigen Schätzungen zufolge zwischen 24 % und 64 % weniger erzielten als 2023. Doch trotz einer eingeschränkteren Auswahl und schwächerer Gebote bei Top-Losen gab es immer noch starke Ergebnisse für Werke mit kultureller Resonanz – und natürlich mehr als ein paar aufmerksamkeitserregende Schlagzeilen, darunter jene Banane, die für über 6 Millionen Dollar verkauft wurde.
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