Mehrere Tausend Lose voll numismatischer Schätze kommen am 6. und 7. Dezember bei der Teutoburger Münzauktion in Borgholzhausen unter den Hammer. Zum Aufruf kommen Münzen, Medaillen, Briefmarken und weitere Objekte der unterschiedlichsten Epochen und Herkunftsländer.
Auf die Ostseeinsel Hiddensee und in die Wikingerzeit entführt uns ein interessantes Los, das am zweiten Auktionstag versteigert wird: eine Kopie des berühmten Hiddingsee-Goldschatzes, der zwischen 1872 und 1874 an einem Strand auf Hiddensee gefunden wurde und aus 16 Teilen besteht. Die goldenen Pretiosen wurden im späten 10. Jahrhundert mit nordischer Tierornamentik und feinster Granulierung angefertigt.

Vom Hiddensee-Goldschatz, der im Kulturhistorischen Museum in Stralsund ausgestellt wird, wurden eine Kopie in Gold und drei Kopien aus vergoldetem Silber angefertigt, die an hochrangige Politiker verschenkt wurden. Das vorliegende Exemplar erhielt Erich Honecker im Jahr 1973.
Aus derselben Zeit wie der Hiddensee-Goldschatz stammt auch das Bauwerk auf einer vermutlich einzigartigen Motivprobe zu einer 5 DM-Münze, mit der 1958 der Eingliederung des Saarlandes in die Bundesrepublik Deutschland gedacht wurde. Abgebildet ist der Alte Turm zu Mettlach, für dessen achteckigen Grundriss der Dom zu Aachen Pate gestanden hatte.

Im Berlin des Jahres 1741 wurde dieser Speciestaler geprägt. Speciestaler waren vom 17. bis 19. Jahrhundert im nordeuropäischen Raum verbreitete Silbermünzen. Das Wort "species" ist die lateinische Bezeichnung für "Gesicht", womit bei diesen Münzen der jeweilig abgebildete Münzherr gemeint ist. Im vorliegenden Fall ist das natürlich Friedrich der Große.

Die Offerte umfasst natürlich noch viele weitere, zum Teil sehr seltene Münzen, mit den Profilen gekrönter Häupter. Kaiser Rudolf II. ist auf einer goldenen 5 Dukaten-Medaille zu sehen, die anlässlich des Reichstags zu Regensburg 1599 geprägt wurde. Das Konterfei Johann Georgs I. von Sachsen zeigt hingegen eine 10 Dukaten-Goldmünze, mit der 1630 das 100jährige Konfessionsjubiläum begangen wurde.

Gleichermaßen alt wie selten ist ein Aureus, eine römische Goldmünze, die 275/76 vermutlich in Antiochia geprägt wurde. Kaiser war damals der auf der Vorderseite abgebildete Marcus Claudius Tacitus. Die Rückseite zeigt den Sonnengott Sol, der einen Globus in der Hand hält.

Nicht nur einzelne Münzen auch ganze Sammlungen verbergen sich hinter den Losnummern. So auch eine sensationelle, aus den USA eingelieferte Sammlung mit rund 1200 20 Heller-Münzen, die 1916 in Deutsch-Ostafrika geprägt wurden. Die Münzen sollen seit der Zeit ihrer Prägung in einem Mauerwerk in Afrika versteckt gewesen sein.

Wie gewohnt ist ein Teil der Offerte numismatischen Schätzen aus Asien gewidmet. Von größter Seltenheit ist hier eine frühgeschichtliche Messermünze aus dem China der Chou-Dynastie (1122-255 v. Chr.). Das bronzene Primitivgeld war damals ein gängiges Zahlungsmittel, das zwischen Geräte- und Münzgeld anzusiedeln ist.

Eine weit jüngere japanische Goldmünze wurde 1971 in Gedenken an den ersten Besuch des Kaiserpaares Hirohito und Kōjun in Europa geprägt. Während die Vorderseite die Gesichter von Kaiser und Kaiserin zeigt, sieht man auf der Rückseite die Silhouette des Fuji unter der Sonnenscheibe.

Den Auftakt der Auktionen bildet am 6. Dezember die Versteigerung von Banknoten, unter denen Notgeldscheine eine besondere Rolle spielen. Eine wunderbare Fundgrube ist eine in vier Alben angelegte Sammlung von etwa 12.000 deutschen Notgeldscheinen.

Um Notgeld besonderer Art handelt es sich bei einer auf Stoff gestickten Probe der Stadtsparkasse Bielefeld aus dem Jahr 1921. Vermutlich ist es ein Unikat. Noch kurioser wird es mit einem Papier-Notgeld, das ab 1914 von der Gutsverwaltung des Ritterguts Lopischewo bei Ritschenwalde (Posen) ausgegeben wurde und das aus zerschnittenen Spielkarten bestand. Überflüssig zu erwähnen, das dieses spezielle Papiergeld nur äußerst selten anzutreffen ist.

Die Versteigerungen finden am 6. Dezember (9 Uhr) und am 7. Dezember (9:30 Uhr und 14 Uhr) bie der Teutoburger Münzauktion, Brinkstraße 9, in Borgholzhausen statt. Eine Vorbesichtigung der Objekte, besonders bei umfangreichen Sammlungen wird empfohlen.
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