Von der Legende eines Goldschatzes am Ende des Regenbogens haben Sie bestimmt schon einmal gehört. Doch wo hat sie eigentlich ihren Ursprung? Für die Antwort müssen wir uns auf das Gebiet der Landwirtschaft begeben, genauer gesagt in den Bereich des Ackerbaus.
Auch heute noch kann es geschehen, dass ein Bauer beim Pflügen eines Feldes und dem damit einhergehenden Umwälzen des Erdreichs spannende Fundstücke vergangener Zeiten zutage fördert, die, jahrhunderte- oder sogar jahrtausendelang verloren und vergessen im Erdreich verborgen waren. Die Funde, die dabei wieder ans Tageslicht gelangen, reichen von Keramikscherben und Nägeln bis hin zu Knöpfen, Tonpfeifen und Münzen – und hier kommen die Regenbogenschüsselchen ins Spiel, die vor allem an Fundorten in Ungarn, Böhmen, Österreich und Süddeutschland, aber auch am Niederrhein entdeckt wurden.

Dieses Gebiet war in der Älteren Eisenzeit, der sogenannten Hallstattzeit (ca. 800/750-450 v. Chr.), das Kerngebiet jener Volksgruppen, die unter der Bezeichnung Kelten zusammengefasst werden. Diese breiteten sich im Laufe der Jahrhunderten über Frankreich bis nach Spanien, Norditalien und Britannien und sogar bis nach Kleinasien aus. Natürlich war es nur eines Frage der Zeit, bis die keltischen Stämme und andere Völker aufeinandertrafen, darunter die Griechen und das expansionsfreudige Römische Reich. Mit allen wurde fleißig Handel betrieben, doch gab es hier einen wichtigen Unterschied: im Gegensatz zu ihren Handelspartnern verfügten die Kelten über kein Münzwesen, sondern betrieben Tauschhandel.
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Um das Jahr 300 v. Chr. änderte sich das und die Kelten begannen, eigene Münzen aus Gold und Silber, später auch aus Kupferlegierungen zu prägen. Als Vorlage dienten vor allem im Westen jene Münzen, die von griechischen Händlern stammten oder von keltischen Söldnern in römischen Diensten mit nach Hause gebracht worden waren. Die Kelten griffen zunächst die griechisch-römischen Motive auf, wobei die Darstellungen, vermutlich mangels Kenntnis von deren Bedeutung, immer weiter stilisiert wurden. Doch entwickelten sich schon bald eigene Motive, deren Symbolik aus Punkten, Kreisen und anderen Formen heute oft nicht mehr zu entschlüsseln ist. Auch gänzlich blanke Münzen, die vermutlich eine reine Wertanlage darstellten, kamen vor. Die Münzprägung der Kelten kam um Christi Geburt zum erliegen, nachdem der westliche Teil ihres Siedlungsgebietes, Gallien, von den Römern erobert worden war.
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Diese Symbolik ist auch auf den vor allem in Süddeutschland gefundenen Regenbogenschüsselchen zu finden, die ihre markante Form der für die Herstellung verwendeten Prägetechnik mit Hammer und Stempel zu verdanken haben. Dies erklärt zwar den zweiten Teil des Namens, doch wie sieht es mit dem Regenbogen aus?
Für die Beantwortung dieser Frage kehren wir auf die Ackerflächen vergangener Jahrhunderte zurück, wo diese Münzen immer wieder zutage gefördert wurden, oft einzeln, manchmal aber auch in größerer Menge als ganze Hortfunde, die einst in Krisenzeiten deponiert wurden, von ihren Besitzern jedoch nicht mehr geborgen werden konnten.
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Die das Sonnenlicht reflektierenden gebogenen Münzen fielen besonders auf, wenn sie durch einen Regenguss sauber gewaschen worden waren. Und spannte sich dann noch ein Regenbogen über das entsprechende Feld, schien den Menschen der Vergangenheit als Ursprungsort der Münzen nur selbiger infrage zu kommen.
Ist die Frage um den wahren Ursprung der Regenbogenschüsselchen heute auch bekannt, so hat die alte Bezeichnung für diese einzigartigen keltischen Münzen die Zeiten überdauert. Und ebenso die Legende um den Topf voll Gold am Ende eines Regenbogens.










