Entdecken Sie zehn Kunstwerke zum Thema Winter und Schnee, die von bedeutenden Meistern in 400 Jahren Kunstgeschichte geschaffen wurden.
Pieter Brueghel der Ältere, Die Jäger im Schnee, 1565

Der Winter 1564/65 war kälter als jeder andere Winter zuvor. Diese auf das Mittelalter folgende "Kleine Eiszeit", die noch bis ins 19. Jahrhundert hinein dauern sollte, brachte jedoch ein ganz neues Kunstgenre hervor: die Winterlandschaft. Der erste, der die klirrend-kalte Pracht aus Schnee und Eis in einem großformatigen Gemälde festhielt, war der flämisch-niederländische Maler Pieter Brueghel der Ältere, der damit eine wahre Lawine lostrat.
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Hendrick Avercamp, Winterpanorama mit einer Menschenmenge auf einem gefrorenen Fluss, um 1610

In der Folgezeit wählten auch zahlreiche andere Maler, vor allem in den Niederlanden, ein solches Motiv. Besonders beliebt waren wie Wimmelbilder wirkende Gemälde, die Schlittschuh fahrende Menschen auf den lange zugefrorenen Flüssen, Kanälen und Seen darstellten. Um 1610 malte beispielsweise Hendrick Avercamp ein solches Bild, das 2014 bei Sotheby's für 5 Millionen GBP versteigert wurde. Avercamp widmete sich dem Motiv besonders häufig; weitere Versionen sind in bedeutenden Museen zu finden, darunter natürlich auch das Rijksmuseum in Amsterdam.
Caspar David Friedrich, Winterlandschaft mit Kirche, 1811

Mit der für ihn typischen Melancholie malte Caspar David Friedrich rund 200 Jahre später Winterlandschaft mit Kirche, die im Vordergrund einen offenbar gehbehinderten Mann zeigt, der seine Krücken weit von sich geworfen hat, um ein Kruzifix anzubeten. Aus einem nebligen Hintergrund erheben sich die Türme einer Kirche. Ganz dem damals vorherrschenden Zeitgeschmack entsprechend, erinnert diese Kirche an eine mittelalterliche Fantasiearchitektur, die mit romantischen Anklängen den Historismus ankündigt.
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Claude Monet, Wagen auf einer schneebedeckten Straße in Honfleur, um 1866

Der Impressionist an sich "badet nicht im toten Weiß", fasste der französische Lyriker Jules Laforgue zusammen. Vielmehr fängt er die Reflexionen des gesamten Farbspektrums ein, die für einen flüchtigen Moment vor seinem Auge erscheinen. Das empfand natürlich auch Claude Monet so und schuf in diesem Sinne einige vibrierende Winterlandschaften.
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Vincent van Gogh, Landschaft im Schnee, 1888

Im Februar 1888 schickte Kunsthändler Theo van Gogh seinen älteren Bruder Vincent, ein stets von Geldnöten geplagter Maler, den er unterstützte, mit einem Auftrag nach Marseilles. Doch Vincent kam nur bis Arles, das seinem Malerauge außerordentlich gut gefiel. Bereits kurz nach der Ankunft entstand dort Landschaft im Schnee. Ein knappes Jahr später schnitt er sich in Arles während eines Streits mit Paul Gauguin einen Teil seines linken Ohres ab.
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Paul Gauguin, Bretonisches Dorf im Schnee, um 1894

Van Goghs Kontrahent Paul Gauguin ist vor allem für seine exotischen Werke bekannt, die er auf den Polynesischen Inseln malte. Doch auch auf der nördlichen Halbkugel fand er genügend Motive, die ihn fesseln konnten – vor allem in der Bretagne, die in Frankreich zu seiner Wahlheimat wurde. Zwischen Gauguins erstem und zweiten Südseeaufenthalt entstand dort 1894 Bretonisches Dorf im Schnee.
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Franz Marc, Liegender Hund im Schnee, 1910/11

1910 oder 1911 bannte Franz Marc seinen im Schnee vor sich hin dösenden Sibirischen Schäferhund Russi auf die Leinwand. Das Gemälde war für Marc weder Landschaftsbild noch Hundeporträt, sondern vielmehr ein Abbild der perfekten Harmonie zwischen Tier und Natur, in dem die Formen ineinander übergehen und eine zufriedene Stille symbolisieren.
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Alfons Walde, Kitzbühel im Winter, 1930

Als Meister der Darstellung eines schneebedeckten Bergdorfes oder einer Almhütte unter strahlend blauem Himmel darf Alfons Walde an dieser Stelle natürlich nicht fehlen. Die Motive, die er in und um Kitzbühel fand, waren so prägnant und einladend, dass Walde auch zur Gestaltung einiger touristischer Plakate herangezogen wurde, die Tirol als Winterurlaubsparadies anpriesen.
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Zao Wou-Ki, Tanzender Schnee, 1955

"Meine Malerei wurde unleserlich. Stillleben und Blumen gab es nicht mehr. Ich möchte eine imaginäre und nicht entzifferbare Schrift schaffen", bekannte der französisch-chinesische Künstler Zao Wou-Ki. Perfekt umgesetzt hat er dies in seinem Werk Neige Danse ("Tanzender Schnee"), das eine für sein Œuvre typische Mischung aus abstrakter Kunst, Expressionismus und Kalligrafie darstellt – eine Mischung, mit der er die chinesische Malerei revolutionierte.
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Alexander Calder, Schneegestöber, um 1950

Nicht auf Leinwand und Pinsel, sondern auf bemalte Metallblätter und Draht griff Alexander Calder für Snow Flurry ("Schneegestöber") zurück und schuf auf diese Weise ein weiteres seiner berühmten Mobiles. Der filigrane Schneeflockentanz wurde 2012 bei Christie's für 10,4 Millionen US-Dollar versteigert.







