Nachdem es am 16. Mai wunderschönes Porzellan in seiner Berliner Dependance versteigert hat, bittet das Auktionshaus Lempertz vom 28. bis 30. Tag des Monats wieder in seinem Kölner Stammhaus zur Auktion. In den fünf geplanten Versteigerungen ist der Fokus auf Alte Kunst gerichtet.

Den Auftakt bildet am 28. Mai um 17 Uhr die Auktion „Schmuck & Dosen“, die funkelnde und glänzende Pretiosen alter und moderner Machart miteinander vereint. Ein Blüten-Ring mit natürlichem Fancy-Diamanten („Fancy Brown-Greenish Yellow“) von 3,06 ct ist hier als ein Highlight zu nennen.

Der zweite Auktionstag ist dem Kunsthandwerk gewidmet, zunächst um 11 Uhr mit historischen Mörsern aus der bedeutenden Schwarzach-Sammlung. Ab 14 Uhr wird das Angebot dann breiter gefächert und präsentiert Möbel, Silber, Porzellan, Pendulen und Plastik.

Unter den vielfältig angebotenen Silberbechern ist besonders ein vergoldeter Trauben-Pokal der Renaissance zu nennen, dessen Deckel ein polychrom gefasster Blütenstrauß ziert. Außerdem zu nennen ist ein eleganter Louis XV-Schrank in einer nur selten angebotenen Ausführung.

Unbedingt hervorgehoben werden müssen fünf hochinteressante Églomisé-Gemälde mit niederländischen Motiven aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, von denen drei von Jonas Zeuner in Amsterdam ausgeführt wurden. Églomisé ist eine spezielle Art der Hinterglasmalerei, bei der auch Metallfolien, z. B. Blattgold, und Radiertechniken zum Einsatz kommen.

Am 30. Mai wird ab 11 Uhr Alte Kunst aufgerufen, die das ganze Spektrum altmeisterlicher Themen umfasst. Eine wichtige Arbeit stellt das um 1680 ausgeführte Bildnis der Françoise Marguerite Claire Boudeville, Marquise de La Frezelière des französischen Portraitisten Nicolas de Largillière dar. Die Darstellung der Portraitierten als jugendliche Femme en source war ein von Largillière eingeführter Portraittypus, den viele seine Nachfolger übernehmen sollten.

Ebenfalls hochinteressant ist eines der selten angebotenen Portraits des italienischen Renaissance-Malers Amico Aspertini, dessen Virtuosität nord- und südeuropäische Einflüsse miteinander zu einem einzigartig unkonventionellen Stil verschmelzen ließ.

Gewissermaßen um ein Doppelportrait handelt es sich bei dem biblischen Werk Judith mit dem Haupt des Holofernes, das dem Giorgione-Schüler Giovanni de’ Busi, genannt Giovanni Cariani, zugeschrieben wird. Während der abgeschlagene Kopf des Holofernes in dessen dunklen Haar beinahe verschwindet, ist die blonde Judith als Heldin vor einem Ruhm und Triumph, aber auch Frieden symbolisierenden Lorbeerbusch dargestellt. Unterstrichen wird dies durch die lateinische Inschrift im Vordergrund: PRO LIBERANDA PATRIA („Für die Befreiung des Vaterlandes“).

Um eine weitere Zuschreibung handelt es sich bei Landschaft mit Steinbrücke an den niederländischen Maler Govaert Flinck. In eiern von Brauntönen dominierten Farbpalette ist eine felsige Landschaft unter gewitterschwerem Himmel widergegeben. Ein von Sonnenstrahlen grell beleuchtetes Dorf zeugt jedoch bereits vom Ende des Unwetters, sodass die rastenden Reisenden in der linken Bildhälfte bald weiterziehen können.

Viel prominenter sind rastende Reisende das Thema in einem in den späten 1650er Jahren entstanden Gemälde von Flincks Landsmann Philips Wouwerman, einem der großen Meister des Goldenen Zeitalters in den Niederlanden.

Vermutlich um ein Frühwerk des flämischen Malers Frans Snyders handelt es sich bei Stillleben mit Trauben in einem Korb, einer Erdbeerschüssel und erlegten Vögeln, das sich durch seine kräftigen Farben und realistische Darstellungsweise auszeichnet.
Die Versteigerung von Kunst des 19. Jahrhunderts bildet um 14 Uhr den Abschluss der Auktionsreihe. Auch diese Offerte zeichnet sich durch ihre qualitativ hochwertige Vielfalt aus, was sich auch bei den beiden am höchsten bewerteten Losen bemerkbar macht.

Zum einen mit der Personenstudie Junge Frau mit Mandoline von Camille Corot, das dessen dreijährigen Aufenthalt in Italien in den 1820er Jahren zuzuordnen ist, zum anderen mit Landschaft mit Motiven des Englischen Gartens in Caserta von Jacob Philipp Hackert von 1797. Hackert hatte damals seit zehn Jahren die Stellung eines Hofmalers in Neapel inne. Das vorliegende Gemälde zeigt einen Teil des Parks der königlichen Residenz Caserta.

Die Versteigerungen finden im Kunsthaus Lempertz, Neumarkt 3, in Köln statt. Aufgrund der aktuellen Situation sollte möglichst online oder telefonische mitgeboten werden. Ein Besuch der Ausstellung ist mit einer Terminvereinbarung möglich.



