Am 23. und 24. September öffnet das Münchener Auktionshaus Hampel erneut seine Pforten und lädt Kunstfreunde und -sammler ein, auf die über 1.600 Lose des zweitätigen Events mitzubieten. Auch wenn die Wahl nicht leicht viel, haben wir zwölf Highlights herausgepickt, um Sie Ihnen nun näher vorzustellen.
Hampels Kunstreise in die Vergangenheit beginnt am 23. September um 10 Uhr mit der Offerte „Möbel & Einrichtung, Uhren, Bibliothek“, die auch eine dekorative französische Bibliothek mit 810 Büchern aus dem 18. Jahrhundert beinhaltet.

Auch zwei weitere Highlights führen uns in das 18. Jahrhundert. Zum einen ist das diese bemerkenswerte Louis XVI-Pendule „à cercles tournants“, die um 1785 in Paris hergestellt wurde. Die hochdekorative Uhr ziert am zylindrischen Unterbau ein Relief mit Blattwerk und Mänaden, während zwei vollplastisch gearbeitete Schwäne den Uhrenkasten tragen.

Während die Pendule bereits dem „goût à la grecque“ zuzuordnen ist, ist diese bedeutende österreichische Aufsatzkommode von 1730-40 noch von der Formensprache des Spätbarock geprägt. Hingucker sind hier die Kartuschen mit goldradierten Églomisé-Einlagen mit mythologischen Szenen.
Als nächstes wenden wie uns mit Gemälden Alter Meister dem Schwerpunktgebiet des Auktionshauses zu. Die knapp 300 Lose umfassen religiöse und mythologische Motive genauso wie Porträts und Landschaften.

Auf Ansichten der dem Verfall preisgegebenen Bauwerke des antiken Rom hatte sich der italienische Maler Giovanni Paolo Panini spezialisiert. Für das vorliegende Gemälde dienten ihm das Colosseum um der Konstantinsbogen am Ende des Forum Romanums als Motiv. Als „eigenen Zutat“ fügte er vorne links den Borghesischen Fechter ein, eine lebensgroße antike Statue, die sich zu Paninis Lebzeiten im Palazzo Borghese befand und heute im Louvre ausgestellt wird.

Über ein enormes Wissen über die Antike verfügte Polidoro da Caravaggio, der in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts in Rom, Neapel und Messina tätig und ein früher Vertreter des Chiaroscuro war – jene Hell-Dunkel-Malerei, für die heute vor allem Michelangelo Merisi da Caravaggio bekannt ist. In beige-bräunlicher Camaieu-Malerei, die wie ein Relief erscheint, hat Polidoro hier einen antiken Triumphzug und ein Bacchanal dargestellt.

Genau wie Rom, zog auch Venedig viele Künstler aus dem In- und Ausland an, die sich in der Lagunenstadt oftmals der Vedutenmalerei widmeten. So auch der schwedische Barockmaler Johann (Giovanni) Richter, von dem ein Gemäldepaar bei Hampel angeboten wird.

Hafenansichten waren das Spezialgebiet des in Südfrankreich und Rom ausgebildeten Malers Claude Joseph Vernet. In Rom hatte er sich auch mit den Bauwerken der Antike beschäftigt, weshalb es vielleicht kein Zufall ist, das der Rundturm im vorliegenden Werk an die Engelsburg erinnert.
Nach den Alten Meistern stehen jene des Impressionismus und der Moderne auf dem Programm. Und auch hier begegnen wir Stadtlandschaften, auch wenn diese weit weniger pompös sind und vielmehr die Intimität eines Augenblicks einfangen.

Von Maurice Utrillo liegt eine Straßenansicht aus dem nördlich von Paris gelegenen Montmagny von 1929 vor. Utrillo war 1904 erstmals nach Montmagny gekommen, um sich von einem psychischen Leiden zu erholen. Dort hatte er seinen Malstil verändert, der zuvor noch dem Impressionismus verbunden war.

Bernard Buffet steuert eine Ansicht des bretonischen Städtchens Tréboul zur Offerte bei. Auch hier kommt Buffets Stil der starken Kontraste zum Ausdruck, den er in diesem Fall mithilfe der von der Sonne erzeugten langen Schatten umsetzte.

Fauvist Kees von Dongen war für seine Pariser Damenporträts bekannt, in denen er seine Modelle wie Puppen erscheinen ließ. Das vorliegende Werk kehrt dieses Vorgehen um, scheint die rotwangige Puppe des Stilllebens doch jeden Augenblick zum Leben zu erwachen.

Auch dreidimensionale Kunst erwartet uns in dieser Offerte, darunter diese symbolistisch angehauchte Bronze mit tannengrüner Patina von Auguste Rodin. Die Darstellung eines verführerischen weiblichen Dämons wurde zum Zeitpunkt ihres Entstehens im späten 19. Jahrhunderts sofort ein Erfolg, weshalb wiederholt Abgüsse angefertigt wurden. Der vorliegende entstand etwa 1910.

Trotz seiner Eigenständigkeit als Künstler, der Möbel, Lampen und andere dekorative Objekte entwarf, hielt sich Diego Giacometti aus Respekt vor seinem 1966 verstorbenen Bruder Alberto damit zurück, seine Arbeiten mit seinem vollständigen Namen zu signieren. So ist auch auf dieser Lampe dompteuse aus goldpatinierter Bronze lediglich sein Vorname zu lesen.
Nachdem Gemälde des 19./20. Jahrhunderts den ersten Auktionstag beenden, beginnt der zweiten (ebenfalls um 10 Uhr) mit Skulpturen und Kunsthandwerk. Es folgen sechs Versteigerung aus Hampels Sparte „Living“, die ein breitgefächertes Angebot mit dekorativen Objekten umfassen.

Auch Schmuck ist hier mit von der Partie und aus dieser Offerte möchten wir Ihnen diese rare Paar Ohrhänger nicht vorenthalten. Die Schmuckstücke aus Silber und Gold zieren jeweils eine natürliche Salzwasserperle in Tropfenform und ein Halbperle sowie Diamanten im Alt- und Rosenschliff.
Den Abschluss der September-Auktionen bildet eine Offerte mit Naiver Kunst.
Die Versteigerungen finden am 23. und 24. September im Auktionshaus Hampel, Schellingstraße 44, in München statt. Vorbesichtigungen sind dort vom 18. bis 21. September möglich.



