Mit der Zeichnung La Mousmé und dem Gemälde Scène de rue à Montmartre (Impasse des Deux Frères et le Moulin à Poivre) wurden in diesem Jahr bereits zwei bedeutende Werke Vincent van Goghs versteigert. Das Gemälde mit einer Außenansicht des berühmten Gartenlokals Moulin de la Galette (verkauft bei Sotheby’s am 25. März für ca. 13,1 Millionen Euro) hatte Van Gogh im Frühjahr 1887 gemalt als er bei seinem Bruder Theo in Paris wohnte und im Austausch mit den dortigen Künstlern allmählich zu jenem Stil fand, für den er heute bekannt ist und der einen bedeutenden Schritt auf dem Weg zur modernen Malerei markierte.
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Auf den zwei Jahre dauernden Aufenthalt in Paris folgte ein äußerst produktives Jahr im südfranzösischen Arles, in das sich Vincent van Gogh, sozusagen vom Zugfenster aus, verliebt hatte. Eigentlich war er im Auftrag seines Bruders Theo unterwegs nach Marseille, doch Arles und dessen provenzalische Umgebung zogen geradezu magisch an.
In Arles malte Van Gogh fast 200 Gemälde, von denen einige, darunter Das Nachtcafé, Schlafzimmer in Arles und die Sonnenblumenbilder, zu seinen berühmtesten Werken gehören.
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Der meist als eigenbrötlerisch geltende Maler blühte richtig auf und wollte seine Quelle der Inspiration gerne mit jenen Künstlern teilen, die er in Paris kennengelernt hatte. Doch nur Paul Gauguin folgte Van Goghs Ruf und kam nach Arles – ein Aufenthalt, der unter mysteriösen Umständen im Januar 1889 endete. Kurz darauf musste auch Vincent van Gogh nach wiederholten Anfällen Arles verlassen.
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Im Juni 1888 war die Welt jedoch noch in Ordnung und Van Gogh stellte seine Leinwand am Ufer der Rhône auf, um die Abendstimmung am Fluss unweit des Pont de Trinquetaille, einzufangen.
„Ein so bedeutendes Werk von Vincent van Gogh auf dem Markt präsentieren zu dürfen, ist eine große Ehre. Werke dieses Maßstabs und von dieser Bedeutung sind unglaublich selten und alles an ihm, von der lebendigen ‚Absinth‘-Farbe des Himmels und der äußerst strukturierten Komposition bis zu den dicken und expressiven Pinselstrichen des Wasser, zeugen von einem Künstler, der sich auf dem Höhepunkt seines kreativen Könnens befand“, sagt Jay Vincze, Senior International Director für Impressionismus und Moderne Kunst bei Christie’s.
Nach Vincent van Goghs Tod ging Le pont de Trinquetaille in den Besitz seines Bruders Theo über. 1906 wurde es vom Berliner Kunsthändler Paul Cassirer erworben, weitere Stationen folgten in Wien, Paris, London und New York. Das Gemälde wurde, vor allem in Deutschland, vielfach ausgestellt und war eines jener Bilder Van Goghs, von denen sich die Expressionisten maßgeblich inspirieren ließen.

Im Oktober 1888 malte Van Gogh die Brücke ein weiteres Mal. Dieses Gemälde befindet sich heute in einer Privatsammlung in New York. Das bei Christie’s angebotene Werk stammt aus einer bedeutenden europäischen Privatsammlung und wird auf 25 - 35 Millionen USD geschätzt.

Van Goghs Le pont de Trinquetaille ist nur eines von vielen Highlights des 20th Century Art Evening Sale bei Christie’s am 13. Mai. Weitere stammen von Pablo Picasso, Joan Mitchell, Piet Mondrian, Sigmar Polke, Lee Krasser und Andy Warhol – um nur einige zu nennen. Ein weiteres Brückenbild der Offerte wurde zwischen 1899 und 1903 von Claude Monet ausgeführt: Waterloo Bridge, effet de brouillard (Preis auf Anfrage).
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