Bei 180 Millionen HKD (ca. 21,8 Millionen Euro) startete gestern die Versteigerung des Top-Loses der Auktion „A Long Journey: A Selection from the Liu Yiqian and Wang Wei Collection“ bei Sotheby’s in Hongkong. Drei Bieter (zwei am Telefon, eine weitere im Saal) bekundeten ihr Interesse an Amedeo Modiglianis Porträt der Paulette Jourdain (1919) und der Hammer fiel schließlich zugunsten der Saalbieterin bei 235 Millionen HKD (ca. 28,5 Millionen Euro), was inklusive Aufgeld 273 Millionen HKD (ca. 33,1 Millionen Euro) ergab. Das ist natürlich viel Geld und entspricht auch einem neuen Auktionsrekord für Modigliani in Asien sowie für ein modernes westliches Kunstwerk im Allgemeinen – doch ist es nicht die Summe, die man erwartetet hatte.
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Der vorab der Auktion nur auf Nachfrage erfahrbare Schätzpreis hatte im Bereich von 45 Millionen gelegen und sich am erzielten Preis der Versteigerung durch Sotheby’s im Jahr 2015 orientiert, die 42.810.000 US-Dollar (38.871.480 Euro) dafür eingebracht hatte.
Anderen Premium-Losen der Offerte war ein noch deprimierendes Schicksal bestimmt und blieben unverkauft, darunter David Hockneys Picture of a Lion, Zao Wou-Kis 10.03.78 und Léonard Tsuguharu Foujitas Nu au chat. Insgesamt wurden mit der Auktion 455 Millionen HKD (ca. 55,1 Millionen Euro) erzielt, was gerade einmal 60% des erwarteten unteren Schätzpreises entspricht.
Doch war nicht alles schlimm und für vier weitere westliche Künstler konnten neue Spitzenpreise auf dem asiatischen Markt erzielt werden, darunter René Magritte (77.575.000 HKD [ca. 9,4 Millionen Euro] für Le miroir universel) und Mark Bradford (29.490.000 HKD [ca. 3,6 Millionen Euro] für L.A).
Auktionsexperte und Barnebys-Mitgründer Pontus Silfverstolpe sagt: „Obwohl mehrere Rekorde gebrochen wurden, war die Auktion eine Enttäuschung nicht nur für die Verkäufer und Sotheby's, sondern für die gesamte Branche, die ihr Bestes tut, um bei den großen Herbstauktionen Spitzenzahlen zu erzielen, indem sie hohe Erwartungen an die Kaufkraft des Marktes weckt. Man muss auch bedenken, dass es grundsätzlich schwieriger ist, Werke zu verkaufen, die erst kürzlich auf den Markt gekommen sind, als diejenigen Top-Lose, die sich seit Jahrzehnten in derselben Sammlung befanden.“
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