Am 27. März präsentiert das Münchener Auktionshaus Hampel seine diesjährigen Frühjahrs-Auktionen und kann mit einer rund 1300 Lose umfassenden Offerte überzeugen, die großartige Kunst, exquisite Antiquitäten und begehrenswerte Raritäten vereint.
Den Auftakt bildet um 10 Uhr die Kategorie „Möbel & Einrichtung, Uhren“, in der viele Stücke des 18. Jahrhunderts hervorstechen, wie etwa ein französischer Secrétaire à abattant mit aufwändiger Marketerie, ein italienischer Arte Povera-Prunkschrank mit figürlicher Dekoration sowie diese Commode tombeau, die vermutlich aus dem höfischen Umfeld Münchens stammt.

Nach der Versteigerung von Skulpturen und Kunsthandwerk, zu deren Highlights ein Paar marmorner Putti des flämischen Bildhauers Thomas Quellinus gehört, geht es um 11 Uhr weiter mit der in zwei Sitzungen unterteilten Offerte der Alten Meister.

1648 endete nicht nur der Dreißigjährige Krieg, sondern nach achtzig Jahren auch der Unabhängigkeitskampf der Niederländer gegen die Spanischen Habsburger. Letztere behielten zwar den südlichen Landesteil, der heute Belgien und Luxemburg bildet, mussten die unabhängige Republik der Vereinigten Niederlande jedoch anerkennen. Vermutlich vor diesem Hintergrund malte Hendrick ter Brugghen, der den Utrechter Caravaggisten angehörte, sein Porträt des schlafenden Mars, welches den Gott des Krieges als einen des Krieges müden Soldaten zeigt. Das Originalgemälde kann im Centraal Museum in Utrecht bewundert werden. Bei Hampel kommt nun eine nach diesem Original ausgeführte Werkstattversion, an der der Meister vermutlich beteiligt war, unter den Hammer.
Weitere Highlights dieser Offerte stammen von Künstlern wie Cornelis Schut d. Ä., Godfried Schalcken, Frans Snyders und Andrea Domenico Remps, von dem eine in Trompe l’oil-Malerei ausgeführte Darstellung eines Wunderkammerkabinetts zum Aufruf kommt. Gleich fünf venezianische Veduten des englischen Malers William James sind ebenfalls mit von der Partie.
Doch nicht nur die Alten Meister haben Museales im Angebot; auch unter den Werken der Impressionisten und Vertretern der Moderne sind solche Arbeiten zu finden.

Hier sei zunächst auf Les moulins, effet de neige hingewiesen, eine um 1890 ausgeführte Arbeit des Impressionisten Alfred Sisley. Sisley war zehn Jahre zuvor in die Nähe von Moret-sur-Loing gezogen und ließ sich fortan immer wieder von seiner Wahlheimat inspirieren. So auch von den Mühlen an den Ufern des Flusses Loing, die auf dem vorliegenden Werk zu sehen sind. Ein auf das Jahr 1891 datiertes Gemälde mit demselben Motiv und nur leicht variierender Perspektive wird als Teil der Sammlung Hasso Plattner im Museum Barberini in Potsdam ausgestellt.

Fort von der schneebedeckten Île-de-France in den sonnigen Süden Frankreichs entführt uns Henri Martins Rue de Collioure aus den 1920er Jahren. Martin war einer von vielen Künstlern, die das am Fuße der Pyrenäen gelegene Fischerdorf Collioure, das 1905 von Henri Matisse und André Derain als inspirierendes Motiv entdeckt worden war, besuchten, um dort zu arbeiten. Die spannende Perspektive, die Henri Martin für das vorliegende Werk wählte, betont gleichzeitig die unmittelbare Enge der Dorfstraße sowie die Weite der gebirgigen Landschaft in der Ferne.
Neben Sisley und Martin sind mit Gustav Klimt, George Grosz, Andy Warhol, Marie Laurencin, Camille Corot, Serge Poliakoff und Max Pechstein weitere große Namen in der Offerte vertreten.
Nach Gemälden des 19. und 20. Jahrhunderts geht es um 14 Uhr weiter mit Schmuck, Armbanduhren und Accessoires.

Unter den vielen funkelnden Preziosen ist vor allem dieses Paar Ohrringe mit großen, modernisierten Altschliffdiamanten von 5,05 bzw. 5,14 ct hervorzuheben. Doch auch ein hochkarätiges Rivière-Collier von Cartier, eine Saphir-Brillant-Brosche von Chantecler sowie ein bezaubernder Aquamarin-Anhänger des Art déco dürfen nicht unerwähnt bleiben.

Eine begehrte Rarität aus dem Hause Hermès kommt mit dieser Birkin „so black“ zum Aufruf. Wie ihr Name bereits verrät, sind sowohl das Kalbsleder als auch die Hardware dieser von Jean Paul Gautier entworfenen Tasche ganz in Schwarz gehalten. Ton-in-Ton kommt schließlich auch eine spektakuläre Audemars Piguet Royal Oak „Skeleton“ daher, die in den frühen 1990er Jahren aus Gelbgold angefertigt wurde.
Den Abschluss des Auktionstages bildet die abwechslungsreiche Living-Offerte, die neben allerhand Dekorativem auch die Sammlung der im Oktober 2024 verstorbenen Malerin und Illustratorin Anita Albus umfasst.
Die Versteigerungen finden am 27. März ab 10 Uhr in der Villa Hampel, Schellingstraße 44, in München statt. Vorbesichtigungen sind dort vom 22. bis 25. März möglich.
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