1903 stellte Wilhelm Maybach mit dem Mercedes-Simplex 60 PS eine modifizierte und komfortablere Version seine Mercedes 35 PS von 1901 vor. Einfach in der Handhabung (daher der Name "Simplex"), mit hoher Leistung und von luxuriöser Qualität, sollte der revolutionäre Wagen zur Blaupause für alle nachfolgenden Automobile werden. Am 1. März wurde nun ein solch seltener Mercedes-Simplex 60 PS von 1903 bei der "Amelia Island Auction" von Gooding & Company für 12,1 Millionen US-Dollar (ca. 11,1 Millionen Euro) versteigert, was einen neuen Rekord für ein antikes Auto bedeutete. Als antik gelten Automobile, die vor 1939, dem Beginn des Zweiten Weltkriegs, produziert wurden.
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Angetrieben von einem 9,25-Liter-Vierzylinder-Reihenmotor mit F-Kopf, der satte 60 PS leistete, konnte dieser Mercedes Geschwindigkeiten von 120 km/h erreichen und war damit um die Wende des 20. Jahrhunderts das schnellste Serienauto der Welt. Der Mercedes-Simplex verfügte über viele der mechanischen und technischen Fortschritte seiner Zeit, darunter ein hochmodernes Fahrwerk mit niedrigem Schwerpunkt, ein H-Schaltgetriebe mit vier Gängen, eine leichtgängige Kupplung sowie einen Doppelkettenantrieb und Wabenkühler. Zwischen 1903 und 1905 dominierte der Mercedes-Simplex 60 PS die Welt des Rennsports, gewann unzählige Geschwindigkeitsprüfungen, Berg- und Rundstreckenrennen und gewann am Abend 1903 den Gordon Bennett Cup in Irland.

Der neue Rekordwagen gehörte einst Alfred Harmsworth, Viscount Northcliffe (1865-1922), dem Gründer der Daily Mail. Als Automobilenthusiast gehörte Harmsworth zu den ersten, die eines des neuen 60-PS-Modell bestellten. Der 1903 Mercedes-Simplex 60 PS "Roi des Belges" war eines seiner Lieblingsautos, in dem er kreuz und quer durch Europa reiste.
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Die Bezeichnung "Roi des Belges" bezieht sich auf die schöne Ausstattung des Mercedes-Simplex, die von den berühmten Karosseriebauern J. Rothschild et Fils angefertigt worden war und sich noch heute in dem vorliegenden Auto befindet. "Roi des Belges" ("König der Belgier") bezeichnet eine im frühen 20. Jahrhundert bei Luxusautomobilen verwendete Karosserieform mit zwei Sitzreihen und gerundeten Kurven, die an eine Tulpe erinnern. Benannt worden war sie nach dem belgischen König Leopold II., der 1901 einen Wagen mit dieser Form bestellt hatte.
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Das gut erhaltene Auto verblieb im Besitz der Familie Harmsworth, bis es Mitte in das neu eröffnete Beaulieu Motor Museum im englischen Hampshire kam, wo es bis 2023 ausgestellt wurde. Der Wagen ist nur einer von erhaltenen Exemplaren in Privatbesitz. Ein weiteres, ein Omnibus mit langem Radstadt, befindet sich im Mercedes-Benz Museum in Stuttgart. Darüber hinaus ist der Harmsworth-Mercedes eines von nur zwei Fahrzeugen dieser Art mit noch intakter Originalkarosserie und der einzige 60-PS-Mercedes mit dokumentierter Rennsportvergangenheit. Jetzt, nach 121 Jahren im Besitz der Harmsworth-Familie, findet dieser Rekord-Oldtimer Platz in einer neuen Garage.

Auch bei dem insgesamt teuersten Auto der Auktionsgeschichte handelt es sich um einen Mercedes: Im Mai 2022 versteigerte RM Sotheby's in Stuttgart ein Mercedes-Benz 300 SLR "Uhlenhaut Coupé" von 1955 für 135 Millionen Euro.
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